Fußball | 3. Liga Bitter! Chemnitz fehlen zwei Tore zum Klassenerhalt

38. Spieltag

Dramatisches und tränenreiches Drittligafinale für den Chemnitzer FC. Der CFC hat am Samstag Rostock 4:2 besiegt - zum Klassenerhalt fehlten aber zwei Tore.

CFC 1 min
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Trauriger Wahnsinn in Chemnitz! Der CFC führte in der 88. Minute unter anderem dank eines Dreierpacks von Philipp Hosiner mit 4:1 gegen Rostock, hätte nur noch einen Treffer fürs bessere Torverhältnis gebraucht. Mitten im Sturmlauf wurden die Himmelblauen von Hansas Erik Engelhardt bei einem Konter geschockt. Durch den 2:4-Endstand fehlten am Ende nur zwei Tore für den Klassenerhalt. Chemnitz ist damit in die Regionalliga abgestiegen.

Hosiner eröffnet Torfestival

Nach torloser erster Hälfte wurde CFC-Torjäger Philipp Hosiner im Strafraum umgeschubst,  der Österreicher verwandelte den Elfer selbst zum 1:0 (50.). Hansa schlug jedoch mit einem umstrittenen Tor von Scherff aus ganz spitzem Winkel sofort zurück (51.). Chemnitz-Torwart Jakub Jakubov wurde zuvor beim Abfangen einer Flanke von einem Gegenspieler fragwürdig behindert. Kurz darauf umkurvte auch noch Pepic den Hüter, Sören Reddemann rettete wohl gerade noch auf der Torlinie - eine ganz knappe Entscheidung (77.).

Kai Bülow, John Verhoek und Tobias Müller
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Verrückte Schlussphase

Die Westsachsen drückten danach aufs Tempo: Sören Reddemann und Hosiner trafen nach Standards (79./86.) zur 3:1-Führung. Weil es in Mannheim parallel 0:0 stand und dabei auch blieb, musste Chemnitz nun noch zweimal nachlegen. Tatsächlich schürte Hosiner zwei Minuten vor Ende mit seinem dritten Treffer die Hoffnungen. Der Top-Torjäger hatte zuvor über vier Monate nicht getroffen, jetzt ließ er alles auf einmal raus. Doch im Gegenzug kam Niklas Hoheneder dem jungen Erik Engelhardt nicht mehr hinterher und der Rostocker mogelte die Kugel an Jakubov vorbei zum Endstand ins Netz (89.).

Fans unterstützen die Mannschaft vor dem Stadion Chemnitz
CFC-Fans unterstützen die Mannschaft vor dem Stadion Chemnitz. Bildrechte: imago images/HärtelPRESS

Hansa zunächst überlegen

Trotz des Siegdrucks für beide Klubs verlief die erste Hälfte risikoscheu. Die Teams spürten immer mehr die Angst, dass ein Rückstand schon das Ende aller Ziele bedeuten kann. Rostock war in einer kampfbetonten Partie dennoch überlegen. Zweimal legten sie den Ball durch die Schnittstelle der CFC-Viererkette, doch Keeper Jakubov rettete jeweils im Eins-gegen-Eins-Duell. Auch einen Hanslik-Kopfball fingerte er über die Kiste. Da war der Chemnitzer Angriff bis auf einen Hosiner-Schuss (35.) noch ein laues Lüftchen. Als die Tormaschine dann lief, schwemmte die letzte Hansa-Welle die Westsachsen in die 4. Liga.

Nach dem Abpfiff: Tränen beim CFC

Die Spieler sanken nach dem Hammer-Programm von elf Spielen in gut fünf Wochen völlig entkräftet auf den Boden. Tobias Müller, der beim Drittliga-Aufstieg vor einem Jahr dabei war, weinte wie Torwart Jakub Jakubov noch auf dem Rasen. Ganz bitter für alle, die es mit dem CFC halten. Auch Michael Ballack und Gerd Schädlich verfolgten den Abstieg auf der Tribüne, brachten aber  eben nicht das entscheidende Quäntchen Glück mit.

v.l.: Tarsis Bonga (32, Chemnitz), Rafael Garcia (16, Chemnitz) ud Paul Milde (31, Chemnitz) enttäuscht
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Das sagten die Trainer

Jens Härtel (Rostock): "Wir haben den Aufstieg nicht erst heute verpasst, sondern die Big Points in der Saison nicht gemacht. Ärgerlich wäre nur gewesen, wenn die anderen heute für uns gespielt hätten. Trotzdem bin auch ich ein Stück weit leer und geschafft."

Patrick Glöckner (Chemnitz): "Es ist ein ganz komisches Gefühl. Ich bin eigentlich stolz auf die Mannschaft, was sie heute geleistet hat. Wenn du nach 38 Spieltagen wegen zwei Toren absteigst, ist das einfach bitter und schmerzt total. Nach der Corona-Pause war es auch schwierig richtig zu trainieren, du hattest nie Zeit. In mir ist eine echte Leere."

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Sören Reddemann. Chemnitzer FC, im Interview. 3 min
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Tränen und Enttäuschung beim Chemnitzer Sören Reddemann. Der Abwehrspieler verspricht: "Der Verein wird alles tun, dass wir in die 3. Liga zurückkehren."

Sport im Osten Sa 04.07.2020 16:30Uhr 02:57 min

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Philipp Hosiner, Chemnitzer FC, im Interview. 3 min
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Spieler des Chemnitzer FC liegt nach dem Spiel auf dem Rasen. 64 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. Juli 2020 | 16:30 Uhr

131 Kommentare

GEWY vor 4 Wochen

Schade, wem meinen Sie denn? Auf welchen Beitrag soll geantwortet werden? Es ist zwar zu vermuten, aber so laufen Ihre Beschuldigungen ins Leere. Also bitte nennen Sie "Ross und Reite".

Alex. vor 4 Wochen

"Fakt ist dass die Elf durch einige Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt wurde,sodass dadurch Punkte verloren worden."! - Glauben Sie im Ernst,dass die nur den CFC betraf? Klar gibt's Schiris die "sche...e" pfeifen,aber jetzt ne Teilschuld auf die Schiris schieben,...? Wie gesagt,es betraf nicht nur Chemnitz! Bitte 'himmelblaue Brille' absetzen!!

schorschi vor 4 Wochen

Bitte belegen sie ihre Aussage in Bezug auf Herrn Kallnik mit Beweisen, sonst unterstelle ich ihnen die gleiche Polemik wie den Anderen in diesem Forum, welche nur mit Hass und falschen Aussagen glänzen. Ich unterstelle ihnen vorab schon einmal , dass sie lügen, sie waren nicht dabei.!!!

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