Fußball | 3. Liga Chemnitzer FC ohne positiven Test - Jena weicht nach Leipzig aus

Am 31. Mai treffen der Chemnitzer FC und der FC Carl Zeiss Jena aufeinander. Der CFC ist in der heißen Vorbereitung und diesmal ohne Corona-Fall, Jena ist weiter ausgebremst und bezieht deshalb ein Trainingslager in Leipzig. Der SV Waldhof Mannheim fordert Geld vom DFB, der dieses Ansinnen zurückweist. Viktoria Kölns Trainer Pavel Dotchev sieht ein "absolutes Roulette".

Chemnitzer FC - Erste Trainingseinheit mit Patrick Glöckner
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Anders als die "Verweigerer“ bereitet sich Drittligist Chemnitzer FC weiter zielstrebig auf den Re-Start der Liga vor. Am Samstag vermeldete der Verein, dass es  in der vierten Testreihe keinen weiteren positiven Fall gegeben hat.  Das ergab die Auswertung des durch den DFB zugewiesenen Labors in Jena. Der Chemnitzer FC befindet sich seit Mittwoch im Mannschaftstraining. Der Re-Start soll am 31. Mai mit der Partie gegen den FC Carl Zeiss Jena erfolgen. Anstoßzeit ist 17:00 Uhr. Der Spielort ist weiterhin offen, weil in Jena bis zum 5. Juni professioneller Mannschaftssport durch die Stadt untersagt ist. Ungeachtet dessen wird der CFC zu Beginn der kommenden Woche ein Quarantäne-Hotel in Chemnitz beziehen.

Keine Ausnahmegenehmigung für Jena

Anders die Situation beim abgeschlagenen Schlusslicht der Liga. Der FC Carl Zeiss Jena, der sich klar gegen eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen hat, erhält Rückendeckung durch die Stadt.  Das Gesundheitsamt der Stadt habe analysiert, dass diverse Punkte des DFB-Hygienekonzeptes im Ernst-Abbe-Sportfeld derzeit nicht umsetzbar seien, sagte der Leiter des Krisenstabes der Stadt, Benjamin Koppe (CDU), der "Ostthüringer Zeitung". Die Fußballer wollen laut einem Bericht der "Thüringer Allgemeinen" am Wochenende das Hygiene-Trainingslager in der Leipziger Sportschule beziehen.

Waldhof will Geld vom DFB

Im Dauerstreit um die Saisonfortsetzung fordert der SV Waldhof Mannheim vom Deutschen Fußball-Bund nun Kosten in fünfstelliger Höhe zurück. Rund eine Woche vor dem geplanten Neustart hat der Tabellenzweite dem DFB nach dpa-Informationen vom Samstag eine Rechnung über 21.000 Euro geschickt, eine weitere über etwa 58.000 Euro soll in den nächsten Tagen folgen. Dabei berufen sich die Mannheimer auf eine Verordnung des Landes Baden-Württemberg. "Wir haben die Kosten für Desinfektionsmaterial, Masken und Arbeitszeit für den Hygienebeauftragten und seine beiden Assistenten weitergereicht", sagte Geschäftsführer Markus Kompp, der 2016/17 für ein halbes Jahr Vorstandschef bei Hansa Rostock war, der Deutschen Presse-Agentur.

Markus Kompp (Geschäftsführer Waldhof Mannheim)
Markus Kompp (Geschäftsführer Waldhof Mannheim) Bildrechte: imago images / foto2press

Der jeweilige Hygienebeauftragte ist in den Klubs für die für den Spielbetrieb regelmäßig erforderlichen Corona-Testungen bei Spielern und Trainerteam zuständig. "Die Kosten für das Konzept ( . ), insbesondere für die Testungen ( . ), trägt die für die Durchführung des Wettbewerbs- oder Wettkampfbetriebs verantwortliche Organisation", heißt es in der Verordnung hinsichtlich der Durchführung von sportlichen Wettkämpfen und Wettbewerben, auf die sich der Verein beruft. Die Waldhöfer werden die Kosten für das Quarantäne-Trainingslager, das Mannschaft, Trainer und Funktionsteam am Sonntag beziehen und das etwa 58.000 Euro kostet, ebenfalls an den Verband weiterreichen, wie Kompp ankündigte.

DFB: Kosten haben Vereine zu tragen

Der DFB reagierte am frühen Nachmittag und wies das Ansinnen zurück: Am 15. Mai sei nach Abstimmungen mit dem baden-württembergischen Kultus- und Sozialministerium seitens beider Behörden bestätigt, dass die Kosten der Hygienemaßnahmen von den einzelnen Vereinen zu tragen sind. Diese Bestätigung wurde nun noch einmal bekräftigt. Insofern sieht der DFB keine Grundlage für die Rechnung. Zur Begleichung dieser Kosten werden den Klubs der 3. Liga im Übrigen die Unterstützungsgelder der DFL zur Verfügung gestellt.

Viktoria Köln: "Absolutes Roulette"

Die Verantwortlichen von Viktoria Köln haben deutliche Kritik an den Umständen der Saison-Fortsetzung geäußert. "Wir haben immer gesagt, dass wir eine Entscheidung auf dem grünen Rasen wollen", sagte der Sportliche Leiter Marcus Steegmann in einem Video auf dem eigenen Youtube-Kanal der Kölner: "Aber dass am Vatertag fast eine Ad-hoc-Entscheidung des DFB gekommen ist, hat uns schon überrascht."

Pavel Dotchev (FC Viktoria Köln)
Viktoria-Trainer Pavel Dotchev Bildrechte: imago images/Kirchner-Media

Der Viktoria-Tross werde nun am Sonntag in ein Kölner Hotel umziehen, "aber der Sinn, jetzt sechs Tage in Quarantäne zu gehen und dann wieder raus, erschließt sich mir nicht ganz", erklärte Steegmann. Trainer Pavel Dotchev stört vor allem die Belastung, die nach dem Restart am 30. Mai auf die Spieler zukommt. "Elf Spiele in 30 Tagen - das wird absolutes Roulette", sagte der Ex-Profi und erfahrene Coach. Steegmann glaubt, "dass es so eine Belastung im Profi-Fußball noch nicht gegeben hat. Darin liegt ein hohes Risiko für alle Vereine, weil die Ergebnisse noch weniger vorhersehbar sind als ohnehin schon." Aufsteiger Köln belegt nach 27 Spieltagen Rang zwölf, hat allerdings nur drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

pm/dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 23. Mai 2020 | 19:30 Uhr