Fußball | 3. Liga Nach Kündigung beim Chemnitzer FC - Daniel Frahn siegt vor Gericht

Daniel Frahn hat vor Gericht einen Sieg gegen den Chemnitzer FC errungen. Der Stürmer des Drittligisten war mit seiner Klage am Arbeitsgericht Chemnitz gegen die Kündigung erfolgreich. Der Verein kündigte bereits an, in Berufung gehen zu wollen. CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon sprach von einem "Skandal".

Daniel Frahn hat vor dem Arbeitsgericht Chemnitz einen Erfolg verbucht. Der Stürmer des Chemnitzer FC muss weiter beschäftigt werden. Wie das Gericht erklärte, seien die Gründe für eine außerordentliche Kündigung nicht ausreichend gewesen. Frahn hatte nach dem Urteil über seinen Anwalt Christian Schößling ausrichten lassen, ab Donnerstag wieder mit der Drittligamannschaft des CFC trainieren zu wollen. Der Verein kündigte jedoch umgehend an, Berufung einzulegen. Dadurch ist das Urteil nicht rechtskräftig und Frahn bleibt weiter vom Trainings- und Spielbetrieb ausgeschlossen.

Daniel Frahn ist vollumfänglich entlastet. Daniel ist froh, es war für ihn und seine Familie keine leichte Zeit. Jetzt ist auch klar, dass er nichts mit rechtsradikalem Gedankengut zu tun hat.

Christian Schößling Anwalt Daniel Frahn

Gericht sieht keine Sympathie zur rechten Szene

Der Angreifer war am 5. August dieses Jahres vom damaligen Geschäftsführer Thomas Sobotzik fristlos entlassen worden. Wenige Tage zuvor war Frahn beim Auswärtsspiel des CFC beim Halleschen FC mit rechtsgesinnten Fans gesehen worden. Der Verein warf Frahn daraufhin vor, mit der rechten Szene zu sympathisieren. Auch dies, so das Gericht, sei nicht nachzuweisen gewesen. Von Frahn habe es keine offensichtlich rechten Aussagen gegeben. Frahn selbst, der noch einen gültigen Vertrag bis 2021 besitzt, war gegen die Kündigung rechtlich vorgegangen. Ein Gütetermin im September hatte keine Einigung gebracht.

Insolvenzverwalter Siemon: Urteil ist ein Skandal

"Das Urteil ist ein Skandal", sagte Klaus Siemon, Insolvenzverwalter des finanziell weiterhin angeschlagenen Chemnitzer FC. "Wer öffentlich seine rechtsradikale Gesinnung zur Schau stellt, kann doch nicht so einfach wieder in die Mannschaft integriert werden. Ich weiß nicht, wie sich das Gericht die Sache vorstellt", so Siemon. Der Verein werde alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um gegen das Urteil anzugehen.

Daniel Frahn
Daniel Frahn wollte ab Donnerstag wieder beim CFC mittrainieren, dem schob der Verein einen (juristischen) Riegel vor. (Archiv) Bildrechte: imago images / Picture Point

rei/sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 11. Dezember 2019 | 17:45 Uhr

56 Kommentare

peter1. vor 33 Wochen

Ein Unschuldslamm ist Herr Frahn wohl nicht. Hat ja schonmal Sperre und Strafzahlung auf Grund der bekannten Szene erhalten.
Sicherlich kann jeder seine Meinung kund tun , sollte dann auch mit möglichen Konsequenzen umgehen können,ob im negativen oder positiven Sinne.
Sepp Herberger hat Mal zu seinen Spielern (glaube in Bern)gesagt, sie sollen ihre "Deckenbeleuchtung"einschalten. Trifft heute wohl auch noch zu. Oder dieser oder jener will bewußt provozieren.
Mein Rat an Herrn Frahn,Wechsel ins Ausland.

Jakob vor 34 Wochen

Ich kann Ihre Sich der Dinge ganz gut nachvollziehen. Aber die Beurteilung der Frahn´schen Taten erscheint mir nicht ganz angemessen. - Ja, wir stehen in Chemnitz unter strenger Beobachtung, spätestens seit den letzten rechtsradikalen Ausschreitungen, deshalb neigen viele zu überzogenen Reaktionen und Gegenreaktionen. In allen Bereichen polarisieren sich die Fronten und die gemäßigte Mitte wird dünner. (Beispiel: Thüringen-Wahl)
Meinungsaustausch ist gut und richtig, aber zur Demokratie gehört eben auch, den anderen zu akzeptieren und zu Wort kommen zu lassen. Dann sind gute Gegenargumente wertvoll.
Ich fände es gut, wenn Daniel Frahn aus seinen Fehlern gelernt hat und wieder ein leistungstragender Bestandteil der Mannschaft wird.

Hallala vor 34 Wochen

Dieses Urteil ist eine Farce, weil die richterliche Begründung aus objektiver Sicht einfach nicht stimmt. Mit dem Hochhalten des Hool-T-Shirts hat er sich bereits deutlich rechts geäußert, wofür er eben auch abgemahnt wurde. Dies ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung.
Wenn das Gericht festgestellt hätte, dass diese Äußerung nicht für eine fristlose Kündigung ausreicht, könnte ich die Entscheidung nachvollziehen. So bleibt nur ein fader Beigeschmack bzgl. des Richters.
Hauptsache der rechte Pöbel applaudiert, und klopft sich auf die Schulter. Rechtsstaat, und so, bis die AfD mal wieder zu Strafzahlungen verurteilt wird, und alles wieder nur Gesinnungsjustiz ist.
Erschreckend, was für Kommentare hier zu lesen sind.