Fußball | 3. Liga Das neue Viertliga-Konzept des Chemnitzer FC

Der Chemnitzer FC schlägt als Lösung der aktuellen Probleme im Fußball unterhalb der ersten beiden Ligen die Einführung einer 4. Liga mit zwei Staffeln vor. Hier gibt es die Details des Konzepts von CFC-Sportdirektor Armin Causevic.

CFC-Trainer Patrick Glöckner (li.) mit Sportdirektor Armin Causevic
CFC-Sportdirektor Armin Causevic (re.) und -Trainer Patrick Glöckner Bildrechte: imago images/Jan Huebner

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Kurzkonzept für eine Ligenstrukturreform

Aktueller Status der 3.Liga

Die 3. Liga wurde 2008 zum Zwecke der weiteren Professionalisierung des deutschen Fußballs konstruiert. Sie hat es im Laufe ihrer Existenz geschafft sich zu einer starken Marke zu entwickeln. Egal ob in der TV-Vermarktung oder anderen Bereichen, ist es der 3.Liga gelungen nach und nach neue Potenziale zu erschließen, wenn auch noch nicht in der Qualität, dass die Lücke zu den Ligen der DFL entsprechend zufriedenstellend ausfällt. Unbestritten ist somit, dass die Marke "3. Liga" noch sehr viel Potenzial, insbesondere hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung aufweist.

  • Sportlich: Ausgeglichen, spannend und sehr attraktiv

  • Zuschauer: Rekord mit über drei Millionen Besuchern

  • Medienrechte: 86 Spiele plus Aufstiegssspiele im Free-TV (MDR/ARD), alle 380 Spiele im Pay-TV

  • Vermarktung: Liga-Sponsor, offizieller Spielball und Videospiele

Aktueller Status der fünf Regionalligen

In den fünf Regionalligen spielen derzeit 91 Vereine. Die Spielklasse fungiert aktuell als Schnittstelle zwischen Profifußball und Amateurfußball. In der Regionalliga treffen somit verschiedene "Welten" aufeinander. Gut aufgestellte Profivereine und Vereine mit hohem Potenzial (z.B. Absteiger der 3.Liga oder Vereine mit großer Tradition, Fan-Basis und entsprechender Infrastruktur) treffen hier auf erfolgreich arbeitende Amateurvereine, die oft bereits ihr sportliches und wirtschaftliches Limit erreicht haben. Vor allem die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Verhältnisse der Vereine in den Regionalligen unterscheiden sich dabei zwangsläufig immens. Aufgrund des Mangels an namhaften Vereinen bzw. der relativ hohen Anzahl an Amateurvereinen sind die Vermarktungsmöglichkeiten der einzelnen Regionalligen sowie das Fan-Interesse an den Ligen äußerst überschaubar.

Kritikpunkte der Regionalligisten

  • Aufstiegsmodus in 3.Liga (91 Mannschaften, 5 Meister, nur 4 Aufsteiger)

  • Große Diskrepanz in Lizenzierungsanforderungen zwischen 3.Liga und Regionalligen

  • Dementsprechend große Diskrepanz in wirtschaftlichen Niveau zwischen professioneller, eingleisiger 3 .Liga und der fünfgleisigen Regionalliga.

  • Ungleichheit bei Infrastruktur und Finanzen in Regionalliga sorgt für Probleme bei "kleineren" Vereinen die mit "großen" Vereinen im Wettbewerb stehen.

  • "Große" Vereine haben nur geringe Vermarktungsmöglichkeiten in einer eher unattraktiven, fünfgleisigen Regionalliga.

  • Evtl. sportliche Meister verzichten auf Aufstieg (Bsp. SV Rödinghausen) / sportlichen Meistern wird Aufstieg verwehrt (Bsp. VfL Wolfsburg II)

Vorteile für die Vereine der Regionalliga

  • Aufstiegsmodus in den Regionalligen wäre geregelt – Meister steigen auf (Sportmoral)

  • Die Chance auf einen sportlichen Aufstieg steigt deutlich

  • Attraktive Spielklasse für "große" Vereine unterhalb der 3.Liga

  • Bessere Vermarktungsmöglichkeiten durch vergleichsweise höhere Qualität in 4. Liga

  • Diskrepanz in den Lizenzierungsanforderungen zwischen 3.Liga und Regionalliga wird abgeschwächt (Geringere Problematik bei der Erfüllung von infrastrukturellen Anforderungen bei einem Aufstieg in 4. Liga)

  • Reform hätte keine Auswirkungen auf die Organisation der fünf Regionalligen

Künftige Ligenstruktur

Konzept des Chemnitzer FC zu einer neuen 4. Liga
Bildrechte: Armin Causevic / Chemnitzer FC

Fazit

Mit der Einführung einer zweigleisigen 4.Liga würde man dagegen die Probleme der „großen“ Regionalligisten und die Sorgen vieler Drittligisten beseitigen. Die neue Ligenstruktur würde zudem zu einer noch stärkeren Professionalisierung und sportlichen Ausgeglichenheit als im Status Quo führen. Die Vermarktungsmöglichkeiten für große Vereine unterhalb der 3.Liga würden steigen, während die 3.Liga ihre Professionalisierung weiter ausbauen könnte. Ein sportlicher Abstieg aus der 3.Liga wäre zukünftig wirtschaftlich leichter aufzufangen. 20

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 14. Mai 2020 | 19:30 Uhr

2 Kommentare

phily vor 23 Wochen

Sehe ich absolut genauso! Respekt an den CFC und Herrn Causevic! Während andere meckern, streiten und ablehnen ist hier scheinbar ein tolles Konzept entstanden. Auf den ersten Blick würden alle davon profitieren. Ausser die kleinen Regionalligisten, aber die wollen so oder so nicht höher spielen.

Ronald A. vor 23 Wochen

Mit Abstand das beste Konzept von allen. Ich hoffe dass dieses nach einer entsprechenden Übergangssaison oder vielleicht sogar schon sofort realisiert werden kann!

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