Fußball | 3. Liga Nach Rassismus-Vorwürfen: Erdmann kritisiert DFB und FCM-Spieler

Der mit Rassismus-Vorwürfen konfrontierte Dennis Erdmann hat sich nach der Berufungsverhandlung vor dem DFB-Bundesgericht zu Wort gemeldet. In einem Social-Media-Post klagte der Profi vom 1. FC Saarbrücken über schwere Anfeindungen, beteuerte einmal mehr seine Unschuld und schoss scharf gegen den Verband und Spieler seines Ex-Klubs aus Magdeburg. Der FCM hatte sich bereits vergangene Woche ausführlich zu dem Fall geäußert.

Dennis Erdmann
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Der ehemalige Spieler vom 1. FC Magdeburg schrieb am Sonntag (17. Oktober) in einem Post auf Instagram, dass sein Auto beschädigt wurde und er mit Briefen, Paketen und Nachrichten "mit Symbolen" überflutet worden sei. "Mein Leben als Fußballer und auch als Familienmensch, wurde auf eine harte Probe gestellt und fast zerstört. Es war die Hölle abends einzuschlafen und morgens aufzuwachen. Ich hatte das Gefühl von leere in mir, von Hilflosigkeit", schrieb Erdmann weiter.

DFB-Sportgericht reduziert Strafmaß

Der 30 Jahre alte Verteidiger soll in der Partie der Saarländer am 25. August gegen seinen ehemaligen Klub aus Magdeburg mehrere Gegenspieler rassistisch beleidigt haben, wie Zeugen des FCM versicherten. Das DFB-Sportgericht hatte Erdmann daraufhin wegen rassistischer Äußerungen für acht Wochen gesperrt. In der vergangenen Woche war das Strafmaß reduziert worden, der Profi durfte am Wochenende erstmals wieder spielen.

Vom stellvertretenden Vorsitzenden des Sportgerichts, Stephan Oberholz, hieß es damals zur Begründung: "Das Sportgericht ist im Ergebnis der Beweisaufnahme überzeugt, dass der Spieler sinngemäß folgende Äußerungen in Richtung des Magdeburger Profis Sirlord Conteh gemacht hat: Er soll mit seinen Eltern in die Heimat paddeln."

Erdmann kritisiert DFB und FCM-Spieler

Via Instagram wies Erdmann die Anschuldigungen erneut zurück - und übte scharfe Kritik am Verband und Spielern des FCM. "Die Spieler Atik und Condè (Baris Atik und Amara Condé, Anm. d. Red.) von meinem ehemals geschätzten Verein 1. FC Magdeburg, sprachen sich am Morgen vor dem Spiel am 25.8 ab, mich abends verletzten zu wollen. Da dies nicht geklappt hat, wurde mir auf Grund eines 'Bild'-Zeitungsartikel erheblich geschadet. Weder der DFB noch die Spieler vom 1.FCM konnten diese schweren Anschuldigungen vor dem Sportgericht beweisen", beteuerte Erdmann.

Nach dem Urteil vergangene Woche sprach Erdmann von "Missverständnissen", die es gegeben hätte und entschuldigte sich. Warum es zu diesen gekommen sei, erklärte er in seinem Post nicht. Stattdessen kritisierte er den DFB, "die Beweislast umzudrehen. Auf einmal sollte ich beweisen, dass ich diese Äußerungen nicht getätigt habe. [...] Mir ist es wichtig zu sagen und auch ein letztes Mal, dass ich keine dieser Äußerungen getätigt habe." Darüber hinaus vermutet er, dass die Spieler des FCM und der DFB an ihm ein "Exempel statuiert" hätten.

FCM: Thema ist abgehakt

Der FCM hatte sich vergangene Woche zu der Thematik positioniert. Sportdirektor Otmar Schork sprach seinen Spielern großen Respekt aus, die rassistischen Beleidigungen kundgetan zu haben. "Das Wichtigste war, dass unseren Spielern Glauben geschenkt wurde", so Schork. Damit sei das Thema abgehakt. Zu den neuerlichen Vorwürfen wird sich der Verein deshalb nicht äußern, teilte der FCM auf Anfrage von "Sport im Osten" mit.

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red/dpa

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Joe Enochs
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28 Kommentare

Machdeburjer vor 6 Wochen

Was für eine Logik ? Weil es niemand anderes gehört hat, was er den Spielern gegenüber geäußert hat, kann die Sache nicht stimmen? Na man gut, dass du kein Richter bist.
Da bräuchte ja niemand erscheinen, da Zeugen dort keine Rolle spielen. Juhu *facepalm*
Erdmann teilt seit Jahren gegen alles und jeden aus, ist schon 2 Mal aufgrund „solcher“ Beleidigungen aufgefallen.

Vor Gericht wollte er nur die Strafe mildern und hat es im Prinzip gestanden.
Nun teilt er nachträglich aus?
Eine zivil Klage würde krachend scheitern! Das weiss er auch.
Ich würde an Atiks oder Condes Stelle wegen Verleumdung Klagen.
Richtiger Hans, Name ist Programm.
Hauptsache du befindest dich nicht mal in so einer Situation.

Hans I vor 6 Wochen

Ob Erdmann die Magdeburger rassistisch beleidigte weis keiner, auch der Richter nicht der das Urteil fällte. Wäre ich Richter gewesen, hätte ich Erdmann freigesprochen. Begründung; Außer den Magdeburger Spieler kann niemand bezeugen, Schiedsrichter, Linienrichter, Balljunge, Zuschauer oder Aufnahmen des Livespiels den Vorwurf der Magdeburger Spieler. Ich muß die Aussagen der Spieler als befangen bewerten und kann im Zweifel für den Beschuldigten Ihn frei sprechen. Der DFB ist aber voreingenommen und schreibt seit dem es "die Mannschaft" gibt, den Antirassismus auf seine Fahne. Was aber an Erdmann hängen bleibt ist, das er als Rassist gilt. Ein Vorwurf die nicht nur seine berufliche Karriere zerstören kann sondern auch sein Leben.

Tradition1974 vor 7 Wochen

Juristisch gesehen hat Erdmann seine Bewährungsstrafe natürlich nicht verwirkt. Da müsste er wieder beleidigenden rassistischen Unfug von sich geben. Aber moralisch gesehen, lieber Thor
ralf, hast Du natürlich völlig recht. Einsicht heucheln und dann die Betroffenen beschimpfen. Ich habe ihn als Kämpfertyp beim FCM sehr geschätzt. Aber als Persönlichkeit zeigt er sich nun ganz schwach.
BWG in den Fußballosten🔵⚪️