Das Vereinslogo am Stadion an der Gellertstraße
Bildrechte: imago images / Uwe Meinhold

Fußball | 3. Liga Der Chemnitzer FC ringt um eine Perspektive

Nach dem Rückzug von Trainer Bergner und Geschäftsführer Sobotzik werden beim Chemnitzer FC die Scherben zusammengekehrt. Wie geht es jetzt weiter? Wir haben mit Investoren, Gesellschaftern und Fans gesprochen.

Das Vereinslogo am Stadion an der Gellertstraße
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Das Rätseln über die genauen Hintergründe für den Rückzug von Thomas Sobotzik und David Bergner als Geschäftsführer und Trainer des Chemnitzer FC gehen auch zwei Tage nach der Kündigung der beiden weiter. Deutlich wird einmal mehr, welch kompliziertes Klima im Umfeld des Klubs herrscht - zwischen Anfeindungen und Bedrohungen auf der einen Seite und einem zerrütteten Verhältnis zwischen Fans sowie dem Insolvenzverwalter und seinen Mitstreitern in der GmbH.

Knut Müller: "Sobotzik hat äußere Umstände angeführt"

Knut Müller, einer der Investoren des CFC, sagte dem MDR, Sobotzik habe sich vor der Gesellschafterversammlung erklärt. Dabei habe er "die äußeren Umstände angeführt, die ein Weiterarbeiten unmöglich machen." Was damit genau gemeint ist, wollte Müller nicht ausführen. Er erklärte aber: "Die finanzielle Situation der Spielbetriebs-GmbH hat bei dem Rücktritt keine Rolle gespielt", sagte Müller dem MDR. Unklar ist noch, ob Sobotzik ab sofort auf sein Gehalt verzichtet oder ob er noch weitere Zahlungen erhält.

Romy Polster: "Nährboden für Drohungen und Beschimpfungen"

Deutlich expliziter wird Romy Polster, Gesellschafterin der CFC Fußball GmbH. Wie Insolvenzverwalter Klaus Siemon, der bereits am Donnerstag (05.09.2019) die Fans in der Verantwortung für den Rückzug von Bergner/Sobotzik sah, erklärte Polster auf MDR-Nachfrage in einer schriftlichen Stellungnahme, es wurden in den vergangenen Wochen "Hass gesät und der Nährboden für Drohungen und Beschimpfungen auf unsere sportlichen Leistungsträger geschaffen. Irgendwann ist die Grenze des Zumutbaren erreicht. ... Vor allem Thomas Sobotzik war Zielscheibe geworden."

Markus Müller: "Nach vorn blicken"

Markus Müller, Sprecher des "Fanszene Chemnitz e.V." sagte dem MDR, die Fans hätten die Entscheidung von Sobotzik und Bergner "überrascht aufgenommen." Man wolle den Rückzug aber nicht weiter kommentieren, sondern "gern nach vorn blicken, wie es mit neuen Verantwortlichen weitergeht. Mit denen möchten wir gern ins Gespräch kommen. Genauso wie mit den Gesellschaftern der GmbH." Hoffnung auf ein konstruktives Miteinander mit Insolvenzverwalter Siemon habe man beim "Fanszene e.V." aber nicht: "Zu einem Gespräch mit ihm wird es nicht kommen. Es war bereits in den vergangenen Monaten nicht gesprächsbereit."

"Ziel, Verein auf vernünftige Füße zu stellen"

Aktuell steht der insolvente Chemnitzer FC ohne Notvorstand, ohne Geld und ohne Geschäftsführer da - also ohne entscheidungsfähige Gremien. Wie geht es weiter mit dem Chaos-Klub? Zumindest hier sind sich Romy Polster und Markus Müller einig. Polster: "Wir haben zwei neue Aufgaben zu lösen, um die wir uns nunmehr vorrangig kümmern müssen. Wir werden einen neuen Geschäftsführer bestellen und einen neuen Trainer verpflichten. Das werden wir tun." Müller ergänzt: "Ziel muss sein, den Verein auf vernünftige Füße zu stellen."

dh

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 06. September 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2019, 13:46 Uhr

13 Kommentare

Silver Ager vor 2 Wochen

verständlich die antisemitisch völkischen sollten Stadionverbot bekommen und gehören eigentlich weggesperrt. Sowas braucht kein Stadion (die sollten Hausrecht anwenden) und weder die Stadt noch das Land. Wir helfen weil unseren Urgroßeltern mit der Befreiung und uns mit dem Mauerfall geholfen wurde, gerne Flüchtlingen und sind menschlich und nicht wie AfD ausländerfeindlich.

chemnitz4ever vor 2 Wochen

Finden Sie? Gute Prioritäten ohne Aussagen, wer den Laden noch finanzieren soll! Mal sehen, ob die nächste AR-Liste durch den Fanszene e.V.-TÜV geht.

chemnitz4ever vor 2 Wochen

Och, der liebe, moralisch integere und stets faire Fanszene e.V. hat natürlich eine reine Weste. Die reinste von allen. Es gibt überhaupt keine Verbindung zu den Ultras 99, die am 09.03. neben anderen Fanclubs zugunsten des riesigen Trauerbanners auf ihre Banner verzichtet haben. Dazu gab es natürlich keine Absprachen. Genauso wenig wie über die Finanzierung und den Ablauf der Trauerchoreo in den nazitypischen Farben. Alles wie von Zauberhand in Rekordgeschwindigkeit von einem Tag auf den anderen. Der 09.03. begann mit einem Totalversagen der aktiven Fanszene!
Zu Sobotzik: Es hätte sein Traumjob sein können, mit einem Traumergebnis für den Club. Die Fanszene-Trolle haben wie sture Kinder dazu beigetragen, dass Alptraum daraus wurde. Den Kahn hat der Fanszene e.V. fleißig mit versenkt, weil da zwar Demut gepredigt, aber Hochmut gelebt wird. Die stehen Siemon in der Beziehung in nichts nach!

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