Fussball | 3. Liga Drittliga-Tagung geht ohne Ergebnisse zu Ende

Wie geht die 3. Liga in der neuen Saison mit Corona um? Gibt es eine Chance zur Rückkehr der Fans? Dazu trafen sich Vertreter der Drittligisten am Dienstag per Videokonferenz. Positive Signale kommen aus Sachsen-Anhalt.

Trinkpause - Trainer Thomas Hoßmang Hossmang r., 1. FC Magdeburg coacht von der Tribuene aus
Leere Tribünen in Magdeburg. Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

Die Videokonferenz des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit den Vertretern der Klubs der 3. Liga ist erwartungsgemäß ohne konkrete Beschlüsse zu Ende gegangen. Bei der Tagung sei deutlich geworden, "dass sich die Voraussetzungen und gesetzlichen Verfügungslagen an den einzelnen Standorten der Drittligisten deutlich unterscheiden", hieß es in einer Mitteilung des DFB am Dienstag. "Oberste Priorität hat unverändert die Eindämmung der Pandemie und die Sicherstellung des Spielbetriebs." Zu den Drittligisten gehören auch Magdeburg, Halle, Zwickau und Rostock.

Nächste Tagung am 25. August

Peter Frymuth (DFB-Vizepräsident)
Peter Frymuth (DFB-Vizepräsident) Bildrechte: imago images / Jan Huebner

Bei der Konferenz wurde unter anderem über Maßnahmen im Bereich der Eintrittskarten, um Infektionswege nachzuverfolgen, ebenso gesprochen wie über Gästekontingente, Stehplätze, Alkoholausschank, Abstandsregelungen und Mund-Nasen-Schutz. Am 25. August soll die nächste Managertagung stattfinden. Die Saison in der 3. Liga beginnt am 18. September. "Die Ergebnisse der gestrigen Gesundheitsministerkonferenz haben gezeigt, dass wir gut beraten sind, auf der Basis unseres Hygienekonzepts für den deutschen Fußball gemeinsame und tragfähige Lösungen zu finden", sagte DFB-Vize Peter Frymuth.

Klubs arbeiten vor Ort an Zuschauerkonzepten

Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschuss 3. Liga, erklärt: "Es bleibt unser Interesse, wieder Menschen in die Stadien zu bringen. Die Fans sind ein elementarer Bestandteil für den Sport und gerade in der 3. Liga sind auch die Zuschauereinnahmen von enormer Bedeutung. Aber gerade vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen tragen wir eine große Verantwortung. Die Lage bleibt dynamisch und die Voraussetzungen in den einzelnen Vereinen und Ländern sind breit gefächert. Der Austausch hat gezeigt, dass die Klubs vor Ort sehr sorgfältig und intensiv mit den zuständigen Behörden genehmigungsfähige Zuschauerkonzepte unter Berücksichtigung der jeweiligen Pandemielage erarbeiten."

Schriftzug EGAL WIE  auf der Osttribüne im Zwickauer Stadion.
Auch in Zwickau hoffen sie auf die Rückkehr der Fans. Aus wirtschaftlichen und emotionalen Gründen. Bildrechte: imago images/Picture Point

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident für Zuschauer ab September

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff will möglichst schon ab September Zuschauer bei Profifußballspielen erlauben. Das sagte der CDU-Politiker der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen "Zeitung nach einer Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten am Dienstag. "Das Ziel sollte sein, dass wir mit dem Saisonstart allmählich den Zuschauerverkehr hinbekommen. Wir müssen den Einstieg finden.", sagte Haseloff. Das gelte nicht nur für die ersten beiden Profiligen, sondern auch für die 3. Liga mit dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC. Haseloff stellte in Aussicht, dass sich die 16 Ministerpräsidenten und die Bundesregierung bis Ende August auf ein entsprechendes Konzept einigen könnten.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, im Landtag.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff Bildrechte: dpa

Haseloff gegen Spahn und Co.

Damit vertritt der Regierungschef Sachsen-Anhalts eine andere Linie als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dessen Länderkollegen: Die Gesundheitsminister hatten noch am Montag vereinbart, dass bis Ende Oktober keine Zuschauer in Stadien vorstellbar seien. Damit war das Konzept der Deutschen Fußballliga (DFL) für eine Rückkehr der Fans zunächst durchgefallen - es beinhaltet ein Alkoholverbot, die Sperrung der Stehplätze und Gästefanblocks. Haseloff sagte am Dienstag, er akzeptiere das Votum. Er argumentierte aber zugleich ökonomisch aus Sicht der Vereine. "Dass wir auf Dauer keine Geisterspiele verkraften, ist klar."

Geschäftsführer Mario Kallnik 1. FC Magdeburg,Philipp Harant, der frisch am Kreuzband operierte Dustin Bomheuer l. der mit Dominik Ernst,Björn Rother,Patrick Moeschl Möschl v.l., 1. FC Magdeburg auf der Tribüne sitzt.
Die wenig gefüllte Tribüne in Magdeburg während eines Geisterspiels Bildrechte: imago images / Christian Schroedter

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dpa/sid/cke

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 11. August 2020 | 17:40 Uhr

3 Kommentare

Thommi Tulpe vor 11 Wochen

Dem DFB wurde mit dem Re-Start der 3. Liga nicht unberechtigt vorgeworfen, verlogen zu sein, wenn er einerseits scheinheilig predigt, Entscheidungen der Politik zu respektieren, andererseits aber diesen Re-Start unter Missachtung politischer Entscheidungen "durchgeprügelt" zu haben. Jetzt zeigt der DFB zumindest sein wahres Gesicht: Zuschauer haben keine Priorität. Was einzig zählt: Der Liga-Betrieb. Ok. Ich denke: Irgendwann brauchen wir keine Absteiger mehr - nämlich dann, wenn die halbe (?) Liga in Insolvenz geht.

Thoralf vor 11 Wochen

Spätestens wenn gesungen wird; „Steht auf, wenn ihr Halloren seit ..“ , sind auch Sitzplätze egal. Burkas in Vereinsfarben oder weiß (bei Geisterspielen) wären doch eine preiswerte Lösung, oder?
Es ist wie es ist. Irgendwer muss den Kopf hinhalten. Spahn und Söder werden es nicht sein. Also weiter Autokino, Garten usw. was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß! Eine Farce ist das Ganze, aber es ist zur Zeit Normalität!

wolle010 vor 11 Wochen

Also bei allem Verstaendnis fuer pro und Contra, aber ein Argument muss mir mal jemand erklaeren. Was bitteschoen ist der Unterschied ob man im Stadion steht oder sitzt? Aber das ist wieder mal so eine schwachsinnige Idee die dann zur Regel wird und keiner weiss warum.