Fußball | 3. Liga Vorsorgemaßnahme: DFB beruft Außerordentlichen Bundestag ein

Geht es in der 3. Liga weiter oder nicht? Fakt ist: Ein möglicher Abbruch müsste auf einem DFB-Bundestag beschlossen werden. Auf einen solchen verständigte sich das DFB-Präsidium am Freitag.

DFB-Bundestag
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Geht es in der 3. Liga weiter oder nicht? Bis heute ist darüber keine Entscheidung gefallen. Nachdem die Drittligisten zunächst stark zerstritten waren und acht Vereine, darunter alle mitteldeutschen, auf einen Abbruch gedrängt hatten, dürfte die am Donnerstag ankündigte Finanzspritze der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Hoffnung auf eine Saisonfortsetzung wieder etwas genährt haben.

Beschluss des Präsidiums reicht nicht aus

Fakt ist: Sollte die Saison doch abgebrochen werden, müssen gewisse Formalien beachtet werden. Der Deutsche Fußball-Bund müsste einen Abbruch der 3. Liga oder der Frauen-Bundesliga auf einem Bundestag beschließen, wie der DFB auf MDR-Nachfrage klarstellte. Ein Beschluss des DFB-Präsidiums oder des Vorstands reiche demnach nicht aus.

Entsprechend hat das DFB-Präsidium schon einmal Vorsorge getroffen und sich auf seiner Sitzung am Freitag darauf verständigt, für eine mögliche Entscheidung über einen Abbruch einen Außerordentlichen Bundestag einzuberufen. Die formelle Einberufung sei jedoch noch nicht vollzogen, da der DFB erst Diskussionen und mögliche Entscheidungen in den kommenden Wochen abwarten will.

Digitaler Bundestag

Klar ist aber schon, wie ein solcher Bundestag aussehen würde: Angesichts der Corona-Pandemie sollen die Delegierten die Möglichkeit haben, in digitaler Form daran teilzunehmen und abzustimmen.

Weiterhin ist unklar, wie die Entscheidung über eine Saisonfortsetzung in der 3. Liga ausfallen wird. Der FSV Zwickau und der Hallesche FC hatten sich am Donnerstag erfreut gezeigt über die Finanzspritze, jedoch ihre Positonierung für einen Saisonabbruch zunächst unverändert gelassen.

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mze/sid

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 24. April 2020 | 16:40 Uhr

9 Kommentare

Fernsehgucker vor 20 Wochen

Zuerst wurde gemeldet die Finanzspritze gibt es ohne Bedingungen, jetzt kann man nachlesen dass gespielt werden muss um die Gelder zu bekommen. Da wird schon im Vorfeld Stimmung gemacht und der Fan der zuerst an die Gesundheit und nicht an den Profit denkt, bleibt ungehört. Werden wohl morgen bei der DFL und DFB große Einigkeit verkünden dass "jeder" Verein Geisterspiele will. Alles für die Erfüllung des Planes...erinnert mich auch an vergangene Zeiten.

Inge P. vor 20 Wochen

panem et circenses!
Eine gewisse Spannung hat das ganze Theater aber trotzdem zu bieten.
Ich bin mal neugierig, wie man sich in Berlin entscheidet bzw. welchem Druck die Landesfürsten nachgeben. Söder (Bayern) und Laschet (Westvereine) haben deren Erwartungen schon weiter an die Öffentlichkeit gegeben. Jetzt wird sich ihr wahrer Charakter zeigen, ... auf welchem Gaul man reitet.

megaboss vor 20 Wochen

Mir ist unverständlich,warum DFB, DFL und Regierung so lange um das Thema Geisterspiele diskutiert.
Ich habe mir mal die Maßnahmen und finanziellen Aufwendungen angesehen-stehen in keinem Verhältnis .
Meine Meinung ,sofort abbrechen und den Vereinen Klarheit geben für die Planung in der kommenden Saison.