Fußball | 3. Liga Chemnitz mit Re-Start-Vorfreude - HFC in Quarantänelager

Nachdem der DFB den 30. Mai als Re-Starttermin zur 3. Liga festgezurrt hat, haben sich am Freitag weitere Vereine zu Wort gemeldet. Beim Chemnitzer FC wurde die Entscheidung begrüßt und Jena gleich ein Angebot offeriert. Vor ihrem direkten Duell versuchen sich Halle und Münster den neuen Gegebenheiten anzupassen. Nicht ohne den Unmut darüber zu äußern.

Torschütze Rafael Garcia Doblas jubelt über das Tor zum 1:1
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Fußball-Drittligist Chemnitzer FC hat den offiziellen Re-Start der Saison begrüßt. Dem MDR erklärte der Tabellen-13.: "Grundsätzlich freuen wir uns sehr, dass endlich einmal eine Entscheidung des DFB getroffen wurde, auf deren Grundlage wir nun arbeiten können. Wir begrüßen die Möglichkeit, die Saison in der 3. Liga sportlich zu Ende zu bringen. Die Mannschaft freut sich darauf, wieder Fußball spielen zu können. Natürlich wäre es schöner mit Zuschauern. Aber wir haben die Voraussetzungen zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs geschaffen."

Jena im "Heimspiel" gegen Chemnitz in Chemnitz?

Zum Auftakt steht das Auswärtsspiel am 31. Mai (Sonntag, 17:00 Uhr) beim FC Carl Zeiss Jena an. Dazu hatte der CFC am Donnerstag angemerkt: "Aufgrund der Verfügungslage im Freistaat Thüringen und der Stadt Jena ist der Spielort zum jetzigen Zeitpunkt nicht final bekannt." Der DFB fordert ein Ausweichstadion, wenn die politische Verfügungslage eine Begegnung im eigenen Stadion verhindert. Kommt es zur Kuriosität, dass Jena sein Heimspiel gegen Chemnitz ausgerechnet in Chemnitz bestreitet?

Die "Bild" zitiert CFC-Vereinsvorsitzende Romy Polster: "Sicherlich müsste so eine Frage vom DFB an uns herangetragen werden. Aber, dass wir das Spiel theoretisch auch in Chemnitz austragen, sehe ich durchaus als eine Möglichkeit an."

Noah Awuku (Chemnitz) erzielt das Tor zum 2:2 Ausgleich, Torwart Jo Coppens und Dominic Volkmer (Jena) machtlos.
Die Vorrundenpartie endete 3:2 für Chemnitz Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

HFC bezieht Quarantäne-Lager - Atalan fühlt sich "nicht ernstgenommen"

Der Hallesche FC bezieht am Samstag ein Quarantäne-Trainingslager im Münsterland. Das sagte ein Klubsprecher am Freitag. Ungeachtet der eigenen Ablehnung eines Neustarts der 3. Liga am 30. Mai wird sich die Mannschaft auf den ersten Spieltag nach der Corona-Pause bei Preußen Münster am 31. Mai (Sonntag, 14:00 Uhr) vorbereiten. Das Münsterland wurde als Ort gewählt, weil dort anders als in Sachsen-Anhalt das komplette Mannschaftstraining erlaubt ist und weil der Weg zum Auswärtsspiel dann nicht so lang ist.

Der HFC sieht, ähnlich wie auch der kommende Gegner, den Neustart kritisch. Man befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung, weil keine gleichen Bedingungen für alle 20 Liga-Teams gegeben sind. Der Verein prüft rechtliche Schritte gegen den DFB. Trainer Ismail Atalan sagte der "Bild": "Chancengleichheit sieht anders aus. Den Vereinen wurden ursprünglich drei Wochen Mannschaftstraining versprochen, dann blieben zwei Wochen als Zusage und nun sind daraus drei Tage geworden laut Verfügungslage. Deshalb fühlen wir uns als Aktive und Verantwortliche nicht ernstgenommen. Wir müssen versuchen, mit tadellosem Charakter den Wettbewerbsnachteil zu kompensieren."

Ismail Atalan im Gespräch mit Kai Eisele und Mathias Fetsch
Der HFC fährt ins Münsterland. Für Trainer Ismail Atalan (Mi.) ist es eine Fahrt in die Nähe seines Wohnorts Senden. Bildrechte: imago images/VIADATA

Münster beugt sich dem DFB-Beschluss zähneknirschend

Preußen Münster ernannte seinen Mannschaftsarzt Cornelius Müller-Rensmann trotz starker Bedenken zum Hygienebeauftragten. "Wir müssen uns leider dem Willen des DFB beugen und den Spielbetrieb wieder aufnehmen", sagte der Sportmediziner in einer Mitteilung des Vereins am Freitag. Durch die Bekräftigung des DFB, die Saison am 30. Mai wieder zu starten, sei der Druck auf die Preußen noch einmal erhöht worden. Deshalb entschied sich Klub dazu, Teamarzt Müller-Rensmann, der im Hauptberuf eine Orthopädie-Praxis in Münster leitet, mit der Durchführung der Coronatests zu betrauen.

Der Doktor ist weiterhin der Meinung, "dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes in Anbetracht der Risiken und des erheblichen Aufwandes nicht sinnvoll ist". Münsters Sportchef Malte Metzelder sagte dem Online-Magazin "100ProzentMeinSCP": "Da muss man kein Mathematiker sein, um zu erkennen, dass das bis zum 30. Mai nicht mehr geht. Ich finde es desolat, was hier gerade passiert. Wie wenig Interesse daran besteht, die Klubs einzeln zu betrachten." Es gebe "durchaus Ansatzpunkte" für ein juristisches Vorgehen.

Malte Metzelder
Münsters Sportchef Malte Metzelder ist alles andere als begeistert von der DFB-Entscheidung. Wie der HFC sucht er die juristische Beratung. Bildrechte: imago images / Noah Wedel

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dpa/red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 22. Mai 2020 | 19:30 Uhr

9 Kommentare

MLink-Berlin vor 16 Wochen

Ja mit Demokratie kommen manche nur, wenn es ihnen in den Kram passt!
Sinnfreier Kommentar zum FCM! Im Vergleich zur 2. Liga kommen gerade mal im Schnitt 2000 weniger! Glaube eher das die 16000 durch Geisterspiele ins Gewicht fallen! Auch wenn 11000 Dauerkarten dabei sind! Ja ich weiß in Chemnitz kann man mit solch hohen Zahlen nicht rechnen! Einfach durch 10 teilen, vielleicht gehts dann leichter 😜
BWG aus der Mudderstadt

Ein Hallenser vor 17 Wochen

Was für ein sinnfreier Kommentar. Vor Corona war der CFC der Kasperverein in Deutschland. Ich erinnere an das Hickhack rund um die Insolvenz mit eurem IV. Aber jetzt dem FCM und dem HFC seitens des CFC Fehler zu unterstellen ist schon ganz schön dreist. Die 2 Vereine haben ja unmissverständlich Ihre Meinung dargelegt um eben nicht in die Situation des CFC zu kommen. Und dass euer IV schon mal vorsorglich andere Vereine agitiert wie sie sich zu verhalten haben, das ist wirklich sehr Basisdemokratisch.
Jeder Verein hat hier seine eigenen Interessen, doch mit dem Finger auf andere zeigen, dass sollte man gefälligst lassen. Chemnitz hat seine Weg gewählt. Das respektiere ich. Ob das der richtige Weg ist wird sich zeigen.

Und mit dem Jenaer Spiel in Chemnitz ist absolute Wettbewerbsverzerrung (wofür Chemnitz aber nichts kann )! Wer sich solche Regeln beim DFB ausdenkt, der zeigt eindeutig, dass Ihm nicht um Fussball geht!

AufmerksamerBeobachter vor 17 Wochen

Ich hätte fast gesagt, dann sollen sie halt in Erfurt spielen.. aber das geht ja auch nicht. Erst Cottbus wäre vlt. eine Alternative. Da könnte der FCC den CFC gleich im Bus mitnehmen... Echt motivierend wäre das Gebirgsstadion in Aue..

Am Ende wird man sehen, dass es ganz flugs eine Ausnahmegenehmigung fürs Abbe-Sportfeld gibt und das Problem ist gelöst, wetten? Muss der Chris halt nochmal bei der Stadt anrufen...