Fußball | DFB DFB: Mögliche Saisonverlängerung und Insolvenz ohne Folgen

Der Deutsche Fußball-Bund hat am Freitag einen der weitreichendsten Eingriffe in seiner Geschichte in die Spiel- und Jugendordnung beschlossen. Dabei geht es um die Folgen von Insolvenzen, mögliche Saisonverlängerungen und Wechselfristen.

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Der Weg für kriselnde Klubs zu einer Insolvenz ohne sportliche Folgen ist frei. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gab am Freitag ein Maßnahmenpaket bekannt, wonach ein in Not geratener Verein der 3. Liga, der Regionalliga oder der höchsten beiden Frauenligen im Falle eines Insolvenzverfahrens zumindest in dieser Saison keinen Punktabzug fürchten muss.

Zeitliche Verschiebungen möglich

Zudem ist es nun möglich, aufgrund der Verschiebungen zeitliche Veränderungen für das Ende der Spielzeit 2019/2020 und den Beginn der Saison 2020/2021 vorzunehmen. Der Grundsatz, dass ein Spieljahr zum 1. Juli eines Jahres beginnt und zum 30. Juni des folgenden Jahres endet, ist für die nächsten 15 Monate aufgehoben. Der für die Amateure zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch meinte: "Das bedeutet, die laufende Saison kann, sofern nötig und kein Abbruch gewollt ist, in allen Spielklassen über den 30. Juni 2020 hinaus verlängert und das Spieljahr 2020/2021 zu einem späteren Zeitpunkt begonnen werden oder notfalls sogar ganz oder teilweise entfallen."

Im Zuge einer Saisonverlängerung können Spielberechtigungen, Wechselfristen und Verträge mit Spielerinnen und Spielern zeitlich angepasst werden. Sollte es jedoch zu einem Saisonabbruch kommen, wären zudem Sonderregelungen zu Auf- und Abstieg möglich.

Rainer Koch
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Das bedeutet, die laufende Saison kann, sofern nötig und kein Abbruch gewollt ist, in allen Spielklassen über den 30. Juni 2020 hinaus verlängert und das Spieljahr 2020/2021 zu einem späteren Zeitpunkt begonnen werden oder notfalls sogar ganz oder teilweise entfallen.

Rainer Koch DFB-Vizepräsident

Daraus lässt sich schließen, dass der DFB zunächst versucht, die Saison 2019/20 in den in seiner Verantwortung liegenden Ligen zu Ende spielen, auch auf Kosten einer möglichen Spielzeit 2020/21. Was das bei den Männern für mögliche Aufstiege in die oder Abstiege aus der 2. Bundesliga - die von der DFL organisiert wird - bedeuten würde, ist noch völlig unklar.

Flexibilität in der Ausnahmesituation

"Das Maßnahmenpaket gibt vor allem den für den Amateurspielbetrieb zuständigen 21 Landes- und fünf Regionalverbänden nun statuarisch die Möglichkeit, so flexibel wie möglich auf diese Ausnahmesituation und neue Entwicklungen zu reagieren", sagte Koch. Zuvor war am Freitagvormittag der komplette Spiel- und Trainingsbetrieb im Amateurbereich auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden. Eine mögliche Fortsetzung werde mit einer Vorlaufzeit von mindestens 14 Tagen angekündigt, um allen Vereinen ausreichend Planungssicherheit zu gewähren, hieß es.

Regelungen für alle Altersklassen und Amateurligen gültig

Der für den Spielbetrieb zuständige DFB-Vizepräsident Peter Frymuth sprach nach dem Beschluss des DFB-Vorstands von zwei Zielen. "Zum einen ging es um größtmögliche Flexibilität in der aktuellen Krisensituation, zum anderen um Erleichterungen für die Vereine. Damit ist eine gute Grundlage geschaffen, um die nächsten Herausforderungen in dieser besonderen Zeit anzugehen."

Es ist einer der weitreichendsten Eingriffe in der Geschichte des DFB in die Spiel- und Jugendordnung. Die beschlossenen Änderungen sind bis zum 30. Juni 2021 für alle Altersklassen und Amateurligen gültig. Mit Beginn der Saison 2021/2022 sollen wieder die vorherigen Bestimmungen in Kraft treten.

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sid/dpa/red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 03. April 2020 | 19:30 Uhr

6 Kommentare

Joe 09 vor 34 Wochen

Der DFB und die DFL kotzen einen nur noch an. Hier werden Vereine belohnt die jahrelang über Ihre Verhältnisse gelebt haben. Aber das liegt an der Vollkasko Versicherungsmentalität in jedem Bereich der Gesellschaft. Es ist erschreckend das Viele nicht Mal einen Monat ohne Geld auskommen. Das größte Problem sind aber auch unsere Medien, da wird geklatscht und gejubelt, wenn die Profis der Bundesliga 20%! auf ihr Gehalt verzichten. Die können auch Mal ein halbes Jahr ohne Gehalt auskommen!!! Hurra ich lebe von der Hand in den Mund. Nur noch Kommerz. Es wird sich leider nach der Krise nichts ändern. Schade nur das Vereine die gut wirtschaften hier klar benachteiligt werden. Schönes Wochenende 😃

Thoralf vor 34 Wochen

Jede Medaille hat zwei Seiten. Positiv finde ich, das ein sportlicher Abschluss der Saison MIT Zuschauern jetzt möglich ist. Es wird also sportliche Auf-und Absteiger geben, auch wenn es eine normale Saison 2020/21 dafür nicht geben wird. 👍
Zum Thema Insolvenzen: Fussball ist in Deutschland ziemlich stark mit der Wirtschaft / Politik verknüpft. Vereine sind, im Normalfall, mittelständische Unternehmen von gewisser gesellschaftlicher Bedeutung. Beispiele hier die Integration und Freizeitangebot für Jugend und Ältere. Sponsoring und Politik erkennen diese Bedeutung. Manche Regionen sind mit dem Fussballverein stark verbunden (z.B. FCK). Insolvenzen werden verhindert durch Kredite und Bürgschaften der öffentlichen Hand. Der Verein wird zur Garantie der Wiederwahl. Der DFB sollte eher dafür sorgen, das insolvente Vereine, nicht mit fremden Geld, sogenannte Stars verpflichten, welche sie selber nicht bezahlen können! Rechenschaftberichte der Vereine sollten öffentlich werden!

Guter Schwabe vor 34 Wochen

Rechtfertigen der DFB? Hier wird eine Moment Situation damit missbraucht, um Vereine welche wirtschaftlich schon lange am Boden liegen (KSC, Bielefeld, Schalke, Club, Lautern, HSV, Braunschweig, Paderborn, usw.) künstlich noch für paar Wochen oder Monate am Leben zu erhalten. Das geht nicht lange gut. DyGr