Fußball | 3. Liga DFB-Präsident Grindel wettert gegen Drittligisten

In der Debatte um die Aufstiegsrelegation zur 3. Fußball-Liga hat Reinhard Grindel im Exklusiv-Interview bei "Sport im Osten“ die Drittligisten scharf kritisiert. Der DFB-Präsident ärgert sich über das Verhalten. Statt zu sagen, was nicht geht, sollen Verbände und Vereine sich bewegen und diskutieren.

"Wir erleben keinen Aufstand der Drittligisten. Wir erleben ein sehr fragwürdiges Demokratie-Verständnis", sagte Grindel am Sonnabend (1.12.2018) am Rande des NOFV-Verbandstages in Rangsdorf dem MDR. Die 20 Drittligisten protestieren am 17. Spieltag, indem in allen Partien direkt nach dem Anpfiff der Ball für eine Minute ruht.

Grindel: "Es ist nichts entschieden"

Für Grindel ist das der falsche Weg. Es sei nichts entschieden, sagte Grindel. Es gebe lediglich die Empfehlung auf Basis von vier Regionalligen, grundsätzlich zu vier Aufsteigern zu kommen. Es sei Aufgabe der Landes- und Regionalverbände in Zusammenwirken mit den Regionalligisten und den Vereinen der 3. Liga hier eine Struktur zu erarbeiten, wie man das möglich machen kann, so der DFB-Präsident.

Jeder wird nicht glücklich...

Über die Empfehlungen stimmt dann der DFB-Bundestag im September 2019 ab und "niemand anders" (Grindel). Er forderte die Zuständigen auf, nicht stehenzubleiben, "das ist im Fußball sowieso völlig falsch. Ich möchte gern, dass die 3. Liga sagt, was geht. Wenn wir lauter Leute haben, die immer sagen, was nicht geht, dann werden wir nicht zu einem guten Ergebnis kommen." Er forderte alle auf, sich an diesem demokratischen Diskussionsprozess zu beteiligen und dann zu einem Kompromiss zu kommen. "Es wird nie so sein, dass sich alle zu 100 Prozent durchsetzen. Dazu sind die Grundsatzpositionen zu unterschiedlich", weiß Grindel.

Ich möchte gern, dass die 3. Liga sagt, was geht. Wenn wir lauter Leute haben, die immer sagen, was nicht geht, dann werden wir nicht zu einem guten Ergebnis kommen.

DFB-Präsident Reinhard Grindel

"Präsident hat das letzte Wort"

Auf die Frage nach seinem favorisierten Modell wich Grindel geschickt aus: "Der Präsident hat das letzte Wort, aber nicht das erste." Er warte jetzt den laufenden Diskussionsprozess ab. Die Landes- und Regionalverbände sollen miteinander reden, und zu einer Struktur mit vier Ligen und vier Aufsteigern kommen. Sollte dies nicht möglich sein, müssen Alternativen vorgetragen werden", so Grindel, der sich inhaltlich nicht äußern wollte.

Die Exklusiv-Interviews mit Reinhard Grindel

Das sind die Alternativvorschläge des NOFV

Geäußert hat sich am Sonnabend der Nordostdeutsche Fußballverband - und zwar mit Alternativvorschlägen zu vier Staffeln und vier Aufsteigern. Diese sehen wie folgt aus:

  • Aufstockung der 3. Liga auf 22 Mannschaften mit 5 Auf- und Absteigern
  • Zweistaffeligkeit der 3. Liga
  • Prüfung der Umsetzung der Empfehlung der Ad-hoch-AG unter der Maßgabe, die Regionalliga Nordost zu erhalten

Drittligisten fordern Rückkehr zu drei Absteigern

Die Vereine der 3. Liga fordern nach den gescheiterten Reformplänen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine schnellstmögliche Rückkehr zu drei Absteigern und einen Erhalt der Eingleisigkeit der 3. Liga. Derzeit läuft eine zweijährige Übergangsphase, in der vier Klubs aus den fünf Regionalligen aufsteigen. Das bedeutet auch, dass seit dieser Saison vier Vereine aus der 3. Liga absteigen.

sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. Dezember 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Dezember 2018, 17:26 Uhr

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33 Kommentare

03.12.2018 14:30 Hartmut 33

@32 Sr.Raul: wenn man auch die 1. Und 2. BL auf 20 oder 22 Teams aufstockt und es dort ebenfalls 5 auf- Absteiger gibt, könnte ich mich damit anfreunden.

03.12.2018 11:07 Sr.Raul 32

Das ist das Ergebnis der ewigen Endlosdiskussionen, SK Grindel! Irgendwann reicht's und als höchster austragender Verband muss man dann auch mal die Linie vorgeben und die kann aus meiner Sicht nur lauten: 5 Meister der RL=5 Aufsteiger=5 Absteiger aus Liga 3! Die gern zur Abfederung um 2 Mannschaften aufstocken und aus die Maus und wem das nicht passt, kann sich ja zurückziehen. Aber aus jedem noch so einfachen Ding eine Wissenschaft machen, siehe Themen Handspiel und Videobeweis.

02.12.2018 19:44 HUKL 31

1.
Nicht mit dem DFB wäre vorab zu verhandeln, ob die Nordost RL auf die anderen, bei dann höheren Kosten, aufgeteilt werden könnte, das allerdings einer Zerschlagung gleichkäme. Alle Staffelsieger bekämen dann aber eine Aufstiegsgarantie! Nicht zufrieden wären dafür mit Sicherheit die schwächeren Drittligavereine, da bei dieser Variante dann gleich 5 (!) Vereine absteigen müssten, wobei der zu erwartende Spannungsgehalt im hinterem Bereich wesentlich höher wäre.
2.
Das Fairste wäre allerdings ein fiktiver Leservorschlag, indem die Meister der 5 RL-Sieger sich erst in einer Relegationsrunde mit den drei Vorplatzierten des nur allein absteigenden Tabellenletzten der 3. Liga auseinandersetzen müssten.......wenn Zeit dafür vorhanden wäre!
3.
So bleibt nur die Vernunft, dass alle fünf Regionalliga-Staffeln in dieser Form bleiben, wobei sämtliche Staffelsieger direkt aufsteigen aber dafür eben auch fünf Absteiger aus der 3.Liga Platz in den sauren Apfel beißen müssten

02.12.2018 19:23 oldie 67 30

Man bekommt vom MDR nahe gelegt im Sport im Osten ( am Sonntag ) man sollte sachlich argumentieren zu diesem Thema.
Es gibt einen Artikel Nr. 5/1 im Grundgesetz :
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten !
Scheinbar ist dieser dem MDR nicht bekannt.
Wenn Ihnen ,nicht gefällt ,was manche im Forum schreiben . Das ist freie Meinungsäußerung !
Mein Vorschlag Zwecks des Aufstiegs in die 3 Liga :
5 Regionalligen = 5 Meister nach der Saison also je Staffel ein direkter Aufsteiger und
5 Absteiger aus der 3.Liga ! Regionaligakonferenz geplatzt !!! Aufstieg delegiert zu den 5 Regionalligaverbänden vom DFB! ????
Unfähig ist dieser DFB ! Schlussfolgerung -
Herr Grindel sie sind fehl am Platz nehmen SIE bitte Ihren Hut.

02.12.2018 18:58 Reini 29

Von der Politik in den DFB gewechselt, was dabei rauskommt sieht man in unserer aktuellen Regierung,wo aus einer Familienministerin eine Verteidigungsministerin wird, die dann Millionen ausgibt für Berater,weil sie keine Ahnung hat. Ich hoffe das Herr Grindel das Geld, was er den Vereinen, aus welchen Gründen auch immer abgezockt, für Berater ausgibt vielleicht gibt er dann nicht mehr so ein Mist von sich.

02.12.2018 18:26 GEWY38 28

@24 Gerald, Sie machen es sich doch etwas einfach. Die Kosten sind ein Gesamtpaket. An der Schieflast hat der DFB einen gehörigen Anteil. Zuwendungen die in keinem Verhältnis zur 2. Liga stehen. Forderungen an den Spielbetrieb (Lizenz) die fast Erstliganiveau besitzen müssen(z.B. VIP Bereich, Sitzplätze). Was soll der Schmarrn. Ich gehe doch nicht zum Fußball um Schnittchen zu essen und Prosecco zu trinken und auf einem Sitzplatz möchte ich im Herbst, Winter oder Frühjahr auch nicht frieren. Von den Kosten, um sogenannte "Fans" meist aus dem Stehplatzbereich zu bändigen, ganz zu schweigen. Um nur einiges zu nennen.

02.12.2018 17:37 Zwickauer 69 27

Würde gerne vom Stapel lassen aber dem MDR zuliebe sollen wir uns ja zügeln mit derartigen Meinungen ;o)) demzufolge darf sich jeder einzelne hier denken was ich gerne geschrieben hätte!
Ach ja lieber MDR, wenn ihr schon so eine Plattform schafft wo jeder seinen Standpunkt zum jeweiligen Thema darlegen darf, dann lasst das auch zu! Viele User hier zahlen brav ihre Gelder an den Beitragsservice wovon ihr fett lebt!

02.12.2018 17:35 MAGNETO 26

@ Hanskle
Herr Grindel kann bestimmt keine leisen Töne.
Er sitzt auf seinem hohen Roß und tönt: " ICH BESTIMME, BASTA !!!"
Ganz schön armselig und auch völlig fehl am Platz.
Aber man ist es so vom DFB gewohnt...
Man könnte lachen, aber es ist leider ein unendliches Trauerspiel.

02.12.2018 15:50 Hanskle 25

Im noch unvollendeten Streit bei der „Auf- und Abstiegsreform“ zwischen der 3. Liga und in der noch unbekannten Anzahl der Regionalliga-Staffeln, hat der ohnehin schon länger umstrittene DFB-Präsident Grindel durch äußerst unglückliche und überhebliche Bemerkungen selbst dazu beigetragen, das eigene Image (siehe auch die überwiegenden Leser-Kommentare) nicht positiv zu verändern! Statt gemeinsam mit den meisten Ehrenamtlichen in den Ligen zur möglichst einvernehmlichen Lösung zu gelangen, möchte er als Präsident lediglich nur „das letzte Wort“ haben, um im Herbst nächsten Jahres zum DFB-Bundestag seine Entscheidung vorzutragen und meint dazu, dass die Betroffenen ein „fragwürdiges Demokratieverständnis“ hätten und stehenbleiben, statt sich zu bewegen.....Weil aber das lahmende Paradepferd des DFB, nämlich die (National-) „Mannschaft“, auch nach der verkorksten WM sich weder bewegen bzw. noch wieder aufstehen konnte, hätte dem Präsidenten etwas leisere Töne bestimmt gut getan....

02.12.2018 13:58 Gerald 24

Zu @ GEWY38 23
Kostensenkung? Richtig!
Aber dann sollten die Vereine endlich anfangen, die Spielergehälter zu senken! Da sehe ich großes Sparpotenzial! Die Spielergehälter sind einfach in dieser Liga zu hoch!