Fußball | 3. Liga DFB prüft Rassismus-Vorwürfe des 1. FC Magdeburg

Der Deutsche Fußball-Bund beschäftigt sich mit den Rassismus-Vorwürfen gegen Spieler des 1. FC Saarbrücken. FCM-Coach Christian Titz forderte Null-Toleranz, Saarbrücken spricht von schlechten Verlierern.

v.l. Nick Galle 1.FC Saarbrücken, Jan-Luca Schuler 1.FC Magdeburg
Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes geht dem Verdacht auf rassistische Äußerungen beim Drittliga-Spiel des 1. FC Saarbrücken gegen den 1. FC Magdeburg nach. Der DFB bestätigte auf Anfrage, dass das Gremium die Vorwürfe und den Vorgang prüfe. Das bestätigte auch Magdeburgs Trainer Christian Titz. "Der DFB hat uns angefragt und möchte eine Stellungnahme von uns und unseren Spielern. Danach werden die Dinge geklärt", sagte er auf einer virtuellen Pressekonferenz.

Titz: "Spieler kamen nach der Partie zu mir"

Im Raum stehen Vorwürfe mehrerer Magdeburger Spieler, von Profis des 1. FC Saarbrücken, u.a. Dennis Erdmann, rassistisch beleidigt worden zu sein. "Die Spieler kamen nach der Partie auf mich zu und haben von den Vorkommnissen erzählt. Wir haben uns zunächst intern ausgetauscht. Wir haben eine Null-Toleranz zum Thema Rassismus. Spieler, die sich solche Dinge erlauben, gehören des Platzes verwiesen", erklärte FCM-Coach Titz.

Saarbrücken: "Keine Ausreden für verdiente Niederlage suchen"

Der 1.FC Saarbrücken reagierte verärgert auf die Vorwürfe. "Man sollte nach einem kampfbetonten Spiel und einer verdienten Niederlage keine Ausreden in einem Bereich suchen, der den Sieger diskreditieren will", sagte Saarbrückens Pressesprecher Peter Müller in einer Erklärung des Vereins. Er hätte den Schiedsrichter nach dem Spiel gefragt. Dieser habe ihm bestätigt, dass keine rassistischen Äußerungen gefallen sind, betonte Müller. Es stehe auch nichts auf dem Spielberichtsbogen.

Schwere Vorwürfe

Baris Atik und Amara Condé hatten nach dem verlorenen Drittligaspiel des 1. FC Magdeburg beim 1. FC Saarbrücken am Mittwochabend (25. August) schwere Vorwürfe gegen FCS-Verteidiger Dennis Erdmann erhoben. Demnach soll der frühere FCM-Profi neben Atik und Condé vor allem auch Sirlord Conteh rassistisch beleidigt haben. Die "Bild" hatte zuerst darüber berichtet. Erdmann bestreitet die Vorwürfe.

dpa/red

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Dieses Thema im Programm: Sport im MDR AKTUELL Nachrichtenradio | 26. August 2021 | 19:40 Uhr

21 Kommentare

sportspecker vor 8 Wochen

Ich hoffe für sie, der „Lippenleser“ liest das richtige.
Nicht das sie, in ihrer Sensationsgeilheit noch enttäuscht werden.
Ich drücke Ihnen fest die Daumen, dass ihre Wahrheit ans Licht kommt. Toi, Toi,Toi…

wolle010 vor 8 Wochen

Hi Thoralf, ich schaetze deine Kommentare meist sehr. Sind zumindest ehrlich und sometimes auch etwas lustig.
Trotzdem gehe ich momentan nicht von meinem Standpunkt ab, es steht Aussage gegen Aussage. Die Antworten von T. Tulpe oder flaeming enthalten auch nur Spekulationen.
Ich bin der letzte der Rassismus in irgend einer Form gegen irgend eine Person befuerwortet. Und wenn es welchen hier gegeben haben sollte, darf der mir ungeliebte DFB sogar die Keule rausholen und bis und Maximum der moeglichen Bestrafung gehen. Strudel loest dagegen bei mir dein letzter Satz aus. Der hoert sich an wie Rache. Das kann ja dann auch nicht sein. Oder was verbirgt sich hinter dieser Aussage?

Gernot vor 8 Wochen

Ich glaube, wir tun alle gut daran Mutmaßungen nicht zu kommentieren und abzuwarten, welches Licht in den nächsten Tagen auf diese sehr miese Geschichte scheint. Jeder Kommentar ist eine Bewertung oder Beurteilung. Lasst uns einfach abwarten. Im Interesse aller Beteiligten. Auch , nein hauptsächlich im Interesse unseres Verein!
Aber auch was Erdmann betrifft, den ich vor Jahren mal live und in " zivil " erleben durfte - ein abgedrehten, ganz spezieller und auch zur Arroganz neigender Typ. Aber, auch total sympathisch rüberkommend und alles andere( wie oft und gern behauptet) als blöd, ganz im Gegenteil. Zumindest sollten wir ihm jetzt , wie jedem anderen, die Unschuldsvermutung zugestehen. Sollte er sich schuldig gemacht haben, würde ich ihm sogar ( auch jedem anderen, der so etwas tut) die Lizenzspielergenehmigung auf Dauer entziehen. Dann hätte er auf den Fußballfeldern nichts mehr verloren.