Fußball | 3. Liga Drittliga-Fußball im Berliner Olympiastadion?

Die Aufstiegsfrage aus der Regionalliga Nordost in die 3. Liga ist längst eine Stadionfrage. Weil es am Stadion hapert, wurde Viktoria Berlin vorerst die Lizenz verweigert. Doch jetzt kommt Bewegung oder besser das Olympiastadion ins Spiel.

Findet im altehrwürdigen Berliner Olympia-Stadion in der kommenden Saison Drittliga-Fußball statt? Gastieren Magdeburg, Halle und Zwickau zum Auswärtsspiel gegen Viktoria Berlin in der Mega-Schüssel? Es ist durchaus denkbar. "Wir werden voraussichtlich die Verfügbarkeit des Olympiastadions erhalten, müssen aber parallel weiter an anderen drittligatauglicheren Lösungen arbeiten", sagte Viktoria-Geschäftsführer Peer Jaekel der "Berliner Zeitung" (Montag).

Olympiastadion Berlin
Teilt sich Hertha BSC seine Heimspielstätte künftig mit Viktoria Berlin? Bildrechte: IMAGO / Contrast

Eigentlich sollte im Mommsenstadion gespielt werden. Der Senat müsste aber ordentlich Geld locker machen, um das Mommsenstadion in eine für die 3. Liga taugliche Arena umzubauen. Dennoch spielte dieses Stadion weiter eine zentrale Rolle. "Aber auch eine temporäre Arena würde uns und der Stadt Berlin ganz neue Perspektiven geben", sagte Jaekel. Viktoria hatte wegen den Problemen mit einer geeigneten Spielstätte Ende April wenig überraschend zunächst noch keine Lizenz für das erste Jahr in der 3. Liga erhalten.

Stadion Lichterfelde nicht drittligatauglich

Das bisherige Stadion Lichterfelde genügt nicht den Anforderungen, trotzdem hatte der Club diese Arena sowie das Mommsenstadion im Stadtteil Charlottenburg in den bis zum 1. März einzureichenden Unterlagen als Austragungsorte genannt. Bis zum 2. Juni kann Viktoria nun nachbessern. Geprüft wurden laut des Berichts auch Stadien im Berliner Umland.

Am grünen Tisch zum Aufsteiger erklärt

Das Präsidium des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hatte die Berliner nach dem Saisonabbruch in der Regionalliga Nordost zum Aufsteiger erklärt. Tabellenführer Viktoria hatte in elf Spielen elf Siege erkämpft und wird nach dem 1. Union und Hertha BSC in der kommenden Saison (Wohl) die dritte Profifußball-Mannschaft in Berlin.

Carl Zeiss Jena durfte hoffen

Aufgrund der Stadionproblematik wurde das Aufstiegsthema plötzlich auch wieder für Carl Zeiss Jena interessant. Sollten Viktoria Berlin und die VSG Altglienicke als erster eventueller Nachrücker keine Startberechtigung für die 3. Liga erhalten, wäre Jena da. "Uns geht es wie Viktoria. Wenn die eine Lizenz erhalten, würden wir auch eine bekommen, wenn nicht, dann wir auch nicht. Wir planen auch mit dem Mommsenstadion, hätten vielleicht noch eine andere Option", erklärte VSG-Geschäftsführer Marco Schröder "Sport im Osten".

Chris Förster: "Tun alles, um die Lizenz zu bekommen"

Dritter Nachrücker wäre der FC Carl Zeiss Jena. Die Thüringer verfügen über ein 1a-Stadion und beobachten aus der Ferne, was in Berlin passiert. "Wir planen natürlich vorrangig für die Regionalliga", erklärte Geschäftsführer Chris Förster. Man selbst werde alles dafür tun, selbst die Lizenz zu bekommen. Dafür müsste die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bis Anfang Juni nachgewiesen werden. Was laut Förster dank der Sponsoren machbar ist. Sollte es in Berlin keine Lösung in der Stadionfrage geben, würde Jena die unverhoffte Chance natürlich nutzen. "Es wäre sehr kurzfristig, aber wir würden einen ordentlichen Kader zusammenbekommen."

Stadion in Jena 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR aktuell 19:30 Uhr Fr 30.04.2021 19:30Uhr 00:34 min

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sst/rei/dpa

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Miroslav Jagatic (Trainer BSG Chemie Leipzig)
Miroslav Jagatic (Trainer BSG Chemie Leipzig) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 17. Mai 2021 | 19:30 Uhr

14 Kommentare

Chili Palmer vor 11 Wochen

@QaM
Du meinst so wie RedBull oder kommen die aus dem All? Aber erzähl das mit den Gewinnen bloß nicht Leutzsch, sondern zermartern die sich noch das Hirn, wie sie da rankommen können.

Quentin aus Mondragies vor 11 Wochen

Gewinne privatisieren / Verluste durch die Steuerzahler begleichen. Steht im "Darknet". PPP sind Konstrukte, die die öffentliche Hand erst begreift, wenn sie abgeschlossen sind. Geiles Zeug. Kommt aus dem Westen.

Chili Palmer vor 11 Wochen

Na na na. „Niemand wie wir“ gilt in dem Fall wirklich ausnahmslos für Leutzsch: Selbstgerecht die Arme verschränken und ostentativ warten, bis Stadt/Land/EU Hand anlegen. In Halle ist der Neubau über eine Public-private-Partnership gelaufen.