Adidas Telstar Fußball mit 3. Liga Logo.
Bildrechte: imago/Picture Point

Fußball | 3. Liga Halle, Jena und Zwickau für Zerschlagung der Regionalliga Nordost

19 der 20 Drittligisten haben sich für eine Zerschlagung der Regionalliga Nordost ausgesprochen. Dazu gehören auch Halle, Jena und Zwickau. Nur Energie Cottbus votierte im Rahmen der Diskussion um die künftige Aufstiegsregelung in die 3. Liga dagegen. Zwickau und Halle begründeten die Lösung gegenüber dem MDR.

Adidas Telstar Fußball mit 3. Liga Logo.
Bildrechte: imago/Picture Point

Energie Cottbus hat sich als einziger Verein der 3. Fußball-Liga komplett gegen die Pläne zur Reform der Regionalligen ausgesprochen. Während sich 19 Klubs auf den Kompromiss einigten, der eine Reduzierung von fünf auf vier Regionalligen vorzieht, sind die Cottbuser strikt dagegen. Das gaben Energie und die übrigen Vereine am Freitag in zwei separaten Erklärungen bekannt. Das bedeutet, dass auch die mitteldeutschen Drittliga-Klubs Hallescher FC, FSV Zwickau und FC Carl Zeiss Jena für eine Zerschlagung der NOFV-Regionalliga sind.

Zwickau: Bislang nur halbherzige Kompromisse / Halle: Ist einfach nichts passiert

Zwickaus Vorstandssprecher Tobias Leege sagte dem MDR: "Es zeichnete sich über ein Jahr lang keine Lösung ab. Man musste eine grundlegendere Reform finden,  die den Gesamt-System in der Art weiterhilft. Bislang waren das nur halbherzige Kompromisse. Deswegen waren wir letztendlich auch für die Aufteilung des NOFV-Gebiets und der jetzt kommunizierte Lösung." Halles Pressesprecher Lars Töffling meinte: "Die Suche nach einem Kompromiss, wie die Ab- und Aufstiegsregelung geregelt werden kann, brodelt jetzt schon über einem Jahr. Es ist in diesem Bereich einfach nichts passiert. Wir sind für den Kompromiss der Aufteilung des NOFV-Gebiets, da es anscheinend die einzige Lösung ist, damit sich mal etwas bewegt." Vom FC Carl Zeiss Jena war noch keiner zu erreichen.

Wir sprachen auch mit dem neuen NOFV-Präsidenten Erwin Bugar: "Wir haben für den Montag, den 25. Februar, eine Zusammenkunft mit den Drittligisten angesetzt. Dort werden wir aus der Sicht des NOFV noch einmal unsere Sicht darlegen. Dann wird es sicherlich noch einmal zu einem Meinungsbild kommen."

Erwin Bugar
Der neue NOFV-Chef Erwin Bugar Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

NOFV soll sich mit Norden und Bayern einigen

Das Modell mit vier Regionalligen sieht eine Teilung der derzeitig existierenden Regionalliga Nordost vor. Hierbei würden die der Liga angehörigen Vereine auf die übrigen Staffeln aufgeteilt. Das Ziel der 19 Drittligisten sei "Aufstiegsklarheit für die jeweiligen Meister zu schaffen". Dafür sei es laut Ansicht der Vereine nun nötig, dass der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV), der Norddeutsche Fußball-Verband und der Bayerische Fußball-Verband "die dafür nötige Regionalliga-Reform umsetzen".

Fernsehkamera mit Logo 3.Liga auf dem Leibchen des Kameramanns.
Bildrechte: IMAGO

Am 19. März treffen sich, auf Einladung von DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch die Vertreter der Regionalligen Nord, Nordost und Bayern sowie deren Drittligisten zu einer Vollversammlung in Pleißen/Landsberg. Dort soll ein Vorschlag erarbeitet werden, um einen gemeinsamen Struktur-Vorschlag zu erarbeiten, wie aus diesen drei künftig zwei Regionalligen gebildet werden können.

Cottbus sieht "mangelnde Attraktivität"

Cottbus machte auf die Nachteile des Reform-Modells aufmerksam. So würde durch die Aufteilung des NOFV-Gebiets "ein deutlicher Nachteil" für die Vereine entstehen. Höhere Reisekosten und die mangelnde Attraktivität der Spielpaarungen war eines der Hauptargumente. "Durch vermutlich weniger Auswärtsfans und durch einen Wegfall von als Derbys zu deklarierenden Partien ist mit einem sinkenden Interesse im Allgemeinen zu rechnen", hieß es in dem Statement. Auch ein Szenario, in dem die Regionalligen West und Südwest zwei feste Aufstiegsplätze erhalten und die übrigen drei Ligen zwei Aufstiegsplätze ausspielen, lehnt Energie ab: "Weiterhin widerspricht dieses Modell komplett dem Ziel 'Meister müssen aufsteigen', welches in jeglicher Kommunikation des FC Energie Cottbus stets die oberste Maßgabe war und ist."

Marc Stein (4. v. l, Energie Cottbus) erzielt das Tor zum 1:0 gegen  Torwart Jo Coppens (FC Carl Zeiss Jena)
Steigen Jena und Cottbus ab, könnten beide künftig in unterschiedlichen Regionalligan spielen. Bildrechte: Matthias Koch

Meuselwitz-Präsident Wolf: "Kann man eh nur den Kopf schütteln"

Auch für Regionalligist könnte dieses Reform-Modell praktisch nur Nachteile haben. Das unterstrich auch ZFC-Präsident Hubert Wolf und brachte noch einen kleinen Seitenhieb gen Drittligisten: "Für meinen Verein ist es absolut unerwünscht. Wir würden es akzeptieren, wenn wir aller drei Jahre einen direkten Aufsteiger aus der Regionalliga Nordost haben. Ansonsten können wir den Vorstellungen der Drittligisten nicht folgen. Bei den Finanzgebaren und so manchen Vorstellungen, die bei manchem Drittligisten herrschen, kann man eh nur den Kopf schütteln."

Hubert Wolf
ZFC-Meuselwitz-Präsident Hubert Wolf kann der Reform für die Regionalliga Nordost gar nichts abgewinnen. Bildrechte: IMAGO

Energie bringt Aufstockung auf 22 Drittliga-Teams ins Spiel

Als eigenen Vorschlag brachte Cottbus eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Mannschaften ins Spiel. Dadurch würden je fünf Mannschaften auf- und absteigen. Dazu müssten laut Energie jedoch die nötigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Besonders eine "Reduzierung der Belastung durch die Landespokalwettbewerbe oder gegebenenfalls auch eine Reform des DFB-Pokals" mit Startrecht für alle Drittligisten käme für Cottbus dafür in Frage.

sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 22. Februar 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 16:50 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

107 Kommentare

24.02.2019 16:56 Jenafan 107

Bin Jena-Fan und schäme mich abgrundtief für diesen Verrat!

24.02.2019 15:44 Bolzpatzkind 106

Zwicke wirds egal sein die fangen bei Abstieg in der Kreisliga an weil se sich nicht mal mehr die Kreide für die Striche leisten können

24.02.2019 12:41 Blühende Landschaften 105

Also auf alle bzw. für alle Ostvereine muss man ja nun nicht sein,da gibt es auch genug die ich nicht brauche. Aber man gönnt bzw. gönnte doch den einen oder anderen den Dreier ,schon einfach weil es einer war der von hier ist. Also bei Zwicke ,Jena und Hansa hat man wohlwollend genickt wenn sie gewinnen/ das hat sich bei diesen drei Luschen ab sofort erledigt. Viel Spaß den Verrätern bei zukünftigen Abstiegen,ihr habt unnötig viel Kredit verspielt.

24.02.2019 12:29 Tobi 104

Und nehmen wir Mal die Strecken . Eine Fahrt von Bspw. Sachsen nach Bayern ist auch nicht zwingend weiter als wie nach Berlin . Unterschied vielleicht 50-max 100 km . Zuschauerzuspruch .. eventuell in Bayern Mal mehr wenn ein paar " Traditionsmannschaften kommen . Natürlich müssten in Bayern auch einige Mannschaften im Zuge der Reform einige Mannschaften raus aus der RL . Im Bezug auf Attraktivität sehe ich eher Vorteile . Lok gegen Schweinfurt ist für mich attraktiver als Lok gegen Altglienecke oder AK wo auch keiner hingeht

24.02.2019 12:27 Chemieschwein 103

@100 SGD53 , genau das ist das Problem , die Bayernregio hat nur 3 Vereine mit über 1000 Zuschauern keiner über 1300 ! die Ostclubs in der Regio und ich erdrreiste mir mal Chemie dazuzählen , liegen im vielfachen Bereich , vorallem was die Auswärtsfans betrifft , ich denke das eine ökonomische Entscheidung zu Gunsten Grindels Bayern ist . 1860 als einziger Magnet weg , der Schnitt steht bei 400 Zuschauern , klingt lukrativ sich Lok, Chemitz , Erfurt , Zwickau , Jena ,Chemie in die Bergdörfer einzuladen .

24.02.2019 12:16 Tobi 102

Eine Aufstockung der 3. Liga ,was soll das werden ? Schon jetzt sind 4 Absteiger gefühlt die halbe Liga muss runter . Die Vereine der 3. Liga müssen einiges Investieren . Stadion ,Kader , Reisekosten und womit wenn die Fernsehgelder noch weniger werden ? Die Teams aus den anderen RL haben finanziell weniger Probleme. Wenn die Ist Vereine So stark sind ,dann setzen sie sich auch dort durch .Was gibt es denn dann nicht mehr für Derbys die es bei einer Zusammenlegung nicht mehr gibt ?

24.02.2019 11:09 Lumpi 101

Habe bis jetzt allen Ostvereinen den Klassenerhalt gewünscht. Das Halle , Jena , Zwickau, Rostock gegen einen Erhalt der RL - Nordost stimmen , ist unfassbar !!
Sollte die Zerschlagung wirklich eintreten,werden einige Vereine finanzielle Probleme bekommen.
Alles nur noch sehr traurig ( Geld regiert die Welt ) leider trifft dies auch auf den Fußball zu.
Sch.... DFB

24.02.2019 10:25 SGD 1953 100

Es bleibt dabei. Die grooooße Bundesliga wirft mit der Kohle um sich und die kleinen Clubs springen über die Klinge.
Enttäuscht bin ich vom HFC, FSV... Wie können die der Teilung der RL NO zustimmen? Das wäre katastrophal. 4 Staffeln, West, Süd, Nord und Ost und gut ist. Man darf nicht vergessen, in den letzten Jahren ist der Meister der Staffel Nordost fast immer aufgestiegen. Also ist die Liga stark besetzt. Außerdem sollte man auch in Bayern z.Bsp. an so manchen Sportplatz denken wenn dort die größeren Fangruppen aus dem Osten einrücken...

24.02.2019 09:59 Hallinho 99

Die Vorschläge müssen von den Verbänden kommen. Und jetzt muss der NOFV endlich aufwachen und in die Offensive gehen, den DFB Vorschläge unterbreiten. Da können wir hier diskutieren wie wir wollen. Einfluss kann nur der NOFV nehmen und der schläft leider immer noch.

24.02.2019 08:33 Halle63 98

Ich bin seit Jahrzehnten Fan des HFC und zum ersten mal Maßlos enttäuscht vom Club ! Wie könnt Ihr zu so einem Mist wie die Zerschlagung der NO-Staffel Euer OK geben, ich hätte das nie für möglich halten. Habt Ihr vergessen wo wir herkommen? Nun stellt Euch mal vor wie Ihr rumjammern wegen fehlender Zuschauereinnahmen wen wir gegen die Zuschauermagneten aus dem Norden spielen die froh sind wenn sie hundert Leute zu ihren Spielen zusammen kriegen und Auswärts keine. Stimmt verdammt nochmal für den Cottbuser Vorschlag ,dann ist allen geholfen !