Fußball | 3. Liga Nach Bayreuth-Randale: Dynamo Dresden beschränkt Zugang zu Auswärtstickets
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Nach den Ausschreitungen rund um das Spiel in Bayreuth hat Dynamo Dresden nun Konsequenzen gezogen. Demnach wird es für die beiden Auswärtsspiele im Kalenderjahr 2022 nur noch Karten für Vereinsmitglieder geben.

Dynamo Dresden beschränkt Verkauf von Auswärtstickets
Der Drittligist beschränkt den Kartenverkauf für seine letzten Liga-Auswärtsspiele des Jahres auf Vereinsmitglieder. Die Regelung für die Duelle bei Waldhof Mannheim (29. Oktober) und dem SV Wehen Wiesbaden (8. November) gab Dynamo am Mittwoch bekannt.
Ordnungsdienst wird aufgestockt
Als weitere Reaktion wird Dynamo nun auch den Ordnungsdienst für Auswärtsspiele aufstocken. Die beschlossenen Maßnahmen sind zunächst bis zur Winterpause (letztes Spiel Dynamo - Zwickau am 12. November) befristet. Im Anschluss soll beim Turnustreffens noch vor der Mitgliederversammlung am 26. November 2022 hinsichtlich der Ergebnisse und der weiteren Vorgehensweise beraten werden.
Wehlend: Entscheidung nicht leicht gemacht
Es ist eine Reaktion auf wiederholte Fan-Ausschreitungen des eigenen Lagers. "Nach den intensiven und zugleich konstruktiven Gesprächen in den vergangenen Wochen und den durchweg positiven Eindrücken aus Essen haben wir uns dazu entschieden, den Kartenkauf für die verbleibenden beiden Drittliga-Auswärtsspiele in diesem Jahr unseren Mitgliedern weiterhin zu ermöglichen. Es ist völlig klar, dass wir als Verein nach den Geschehnissen in Bayreuth nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können. Mit der Entscheidung, die wir uns wirklich nicht leicht gemacht haben, legen wir ein Stück weit Verantwortung in die Hände unserer Vereinsmitglieder", wird SGD-Geschäftsführer Jürgen Wehlend in der Vereinsmitteilung zitiert.
Bei Ausschreitungen durch Gästefans am Rande des Spiels bei der SpVgg Bayreuth (1:1) waren Anfang des Monats 14 Polizisten verletzt worden. Außerdem wurde das Inventar eines Imbissstandes zerstört und die Kasse geplündert.
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red/sid
Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 07. Oktober 2022 | 17:45 Uhr
Ostfussballfan73 vor 22 Wochen
Was gibt es daran nicht zu verstehen, das jemand nur für Straftaten, die demjenigen auch nachgewiesen werden, auch bestraft werden kann? Aber konkret zu Ihrer Frage. Dynamo kann nur bei eigenen Hausrecht aktiv werden. Das könnten personalisierte Tickets + Kontrolle sein, um z.B. Stadionverbote durchzusetzen, oder Verbot grosser Blockfahnen, um versteckte Aktivitäten zu vermeiden, hochauflösenden Kameratechnik (da bin ich aber wegen dem Datenschutz und wie das mit dem Stadioneigentümer geregelt ist, überfragt), Auswärtstickets nur an Vereinsmitglieder, personalisiert, Hausrecht im Gästeblock, eigene Ordner. Nach dem Spiel gegen den Insolvenzverein sollten auch die Eingangskontrollen wesentlich verschärft werden (die waren schon sehr lasch). Sicherheitskonzept überprüfen (wie kommt die Pyrotechnik ins Stadion?). Viele Punkte wurden aber schon besprochen ... Alles was ausserhalb des Hausrechts passiert, ist nicht Sache des Vereins, sondern Verantwortung der Sicherheitsbehörden.
Agnostiker vor 22 Wochen
Mir ist klar, dass Vereinsstrafen problematisch sind. Mich würde aber mal von all denjenigen, welche hier immer meinen, dass Strafen gegen den Verein und damit auch häufig gegen die Fans, ungerecht sind für Vorschläge haben. Nach fast jedem Spiel (zumindest in jüngerer Vergangenheit) die selbe Diskussion um Verletzte Fans oder Polizisten, zerstörte Teile in Stadien, Zerstörungen in Zügen usw.. Was konkret soll getan werden. Und ich will dabei nicht wieder hören, "der böse DFB oder aber andere Vereine sind doch auch böse". Sondern ganz konkret, was kann hier bei Dynamo passier??
Dynamokralle vor 22 Wochen
Genau so ist es. Kollektivstrafen sind in Deutschland verboten, da verfassungswidrig (Menschenwürde) und ohne Schuldzuweisung rechtswidrig. Irgendwann ist das wohl auch jemandem beim DFB aufgefallen und man hat „Strafen“ schnell mal zu „Präventivmaßnahmen“ umformuliert. Hoffentlich kommt das Urteil vom Verfassungsgericht (Klage Jena), in das ich Hoffnungen setze, bald und bereitet diesem Verbandsgebaren ein Ende.
Nichtsdestotrotz bleiben die Mühen der Vereine bei der Bekämpfung asozialen Verhaltens. Im November findet die nächste MV statt, heißt Gelegenheit, gute Ideen einzubringen und Stimmrecht wahrzunehmen.
DyGr