Fußball | 3. Liga Dynamo-Dresden-Legende Horst Rau gestorben

Mit Horst Rau feierte Dynamo Dresden in den 1970er Jahren legendäre Meisterschaften und Europapokal-Spiele. Später gelang ihm ein Coup mit Bischofswerda. Nun ist die Fußball-Legende mit nur 71 Jahren gestorben.

Trainer Horst Rau (Bautzen) gibt Anweisungen
Rau als Trainer von Budissa Bautzen (2007). Bildrechte: imago images / photoarena/Eisenhuth

Horst Rau, früherer Spieler von Dynamo Dresden, ist tot. Wie seine Familie jetzt bekannt gab, starb der einstige Stürmer und langjährige Trainer bereits am 2. Dezember an den Folgen einer schweren Krankheit. Rau wurde nur 71 Jahre alt.

Double-Sieger und Torschütze gegen Juventus Turin

Offensivspieler Rau wurde mit den Schwarz-Gelben in den so genannten "Goldenen Siebzigern" unter Trainer Walter Fritzsch zweimal Meister und einmal Pokalsieger – 1971 gelang den Dresdnern mit Rau das erste Double der DDR-Fußballgeschichte. Mit Dynamo spielte Rau zudem elf Mal im Europapokal, stand dabei u.a. in den legendären Partien gegen Bayern München auf dem Platz, als die Dresdner knapp mit 3:3 und 3:4 ausschieden. Sein wichtigstes Tor erzielte er im Herbst 1973, als Dynamo im Europapokal der Landesmeister Juventus Turin in der 1. Runde rauswarf.

Dynamo Dresden Bayern München Horst Rau
Horst Rau (im Bild hinter Franz Beckenbauer 3.v.r.) stand auch gegen die Bayern auf dem Platz. Bildrechte: dpa

Mit Bischofswerda in die DDR-Oberliga

Nach seiner aktiven Karriere war Rau ab 1981 Trainer, ab 1982 betreute er die BSG Fortschritt Bischofswerda, die er 1986 sensationell in die DDR-Oberliga führte. Bis zu seinem Karriereende als Coach 2013 stand er u.a. noch beim Dresdner SC (1994 bis 1997), Stahl Riesa (1999 bis 2003) und Budissa Bautzen (2007) an der Seitenlinie.

dh

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Ein Spieler im Interview nach der Partie
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4:0 für die SG Dynamo Dresden - eine Ansage. Hier gibt es die Reaktionen von Spielern und Trainern nach dem Spiel gegen den FC Ingolstadt.

Sport im Osten Sa 27.02.2021 14:00Uhr 04:43 min

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9 Kommentare

70er vor 12 Wochen

Rau war kein Filigrantechniker, aber mit seiner Wucht und Dynamik schuf er Räume für die Virtuosen Kreische, Dörner, auch Häfner, sowie die nachrückenden Offensivverteidiger Sammer, Ganzera und Wätzlich. Ich sah in ihm auch eine grosse Entlastung für die beiden "Habichte" Riedel und Heidler auf den Flügeln. Für die taktische Ausrichtung des "Kreisels" eingangs der 1970er Jahre trotzdem Horst Rau selbst nicht allzuoft als Torschütze in Erscheing trat, ein sehr wichtiger Spieler im Mannschaftsgefüge. Seiner Familie mein ganz herzliches Beileid. Ruhe in Frieden Horst.

Ronald Schmidt Dresdner SC vor 12 Wochen

Geschockt habe ich die traurige Nachricht vom Tod eines meiner größten Förderer im Fußball erhalten.
Auf dem Platz ein harter Hund aber im Herzen gutmütig.
Er hat mich als Trainer gefordert aber noch mehr gefördert und dafür möchte ich Danke sagen.
Aufrichtiges Beileid und viel Kraft wünsche ich der Familie Rau.
Ronald Schmidt

Bockwurst-Willi vor 12 Wochen

Ja, unser Horst, wollte wohl in die Fußstapfen von Walter treten.
In Schiebock mußte so manche Baukolonne bei einer Niederlage anrücken, um das sprachliche Erdbeben in den gerissenen Wänden der Katakomben zu flicken.
Einen Stadionlautsprecher benötigte man nicht, Horst kam auch ohne damit zurecht. Nun ist diese Stimme verstummt. Er wird sich wohl nun mit Siggi Wätzlich wiedersehen und eine schöne Coronafreie Weihnacht feiern.