Fußball | 3. Liga Nach Abstieg: Dynamo Dresden kalkuliert mit Millionen-Verlust

Der direkte Wiederabstieg aus der 2. Bundesliga wird sich bei Dynamo Dresden deutlich auf die Finanzen auswirken. Wie aus Prognosen des aktuellen Geschäftsberichtes hervorgeht, droht ein Minus von bis zu viereinhalb Millionen Euro.

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Dynamo Dresden wird trotz eines prognostizierten Verlustes keine Schulden machen. Bildrechte: IMAGO/RHR-Foto

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga muss Fußball-Drittligist Dynamo Dresden am Ende der laufenden Saison wohl ein deutliches Minus in der Kasse verkraften. Wie die "Sächsische Zeitung" (22.11.2022) berichtet, weisen die Prognosen im aktuellen Geschäftsbericht ein Minus von drei bis viereinhalb Millionen Euro aus. Diese Zahlen sollen auf der Mitgliederversammlung am kommenden Samstag präsentiert werden.

Plus im abgelaufenen Geschäftsjahr

Schulden muss die SGD deswegen aber nicht machen. In der Zweitliga-Saison 2021/22 - die gleichbedeutend mit dem Geschäftsjahr ist - konnte Dynamo einen hohen sechsstelligen Gewinn verbuchen, das Eigenkapital stieg so auf mehr als zehn Millionen Euro an. Hauptgrund für das nun prognostizierte Minus sind die deutlich geringeren Einnahmen aus der TV-Vermarktung. 8,8 Millionen Euro stehen Dynamo dort weniger zur Verfügung. "Der Abstieg in die 3. Liga geht mit einem Umsatzverlust von 20 Prozent einher", wird Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend zitiert.

Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend sitzt auf dem Podium.
Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend wird bei der Mitgliederversammlung am Samstag den Geschäftsbericht vorstellen. Bildrechte: dpa

Corona-Hilfen gleichen Bilanz aus

Dass die Schwarz-Gelben trotz der Corona-Krise und den damit verbundenen Einnahme-Verlusten dennoch so stark aufgestellt sind, liegt neben dem verantwortlichen Handeln auch an den staatlichen Hilfen. Knapp sechs Millionen Euro flossen in der Saison 2020/21 auf das Konto der Sachsen. Für die abgelaufene Saison könnten weitere Millionen folgen, Dynamo hat Anträge über 2,79 Millionen Euro gestellt, bisher ist aber noch nichts bewilligt worden. Das könnte für ein zusätzliches Plus sorgen und somit auch die möglichen Verluste noch einmal abfedern.

Fast 400.000 Euro an Strafen

Ebenfalls im Geschäftsbericht ausgewiesen ist der Betrag den Dynamo Dresden für das Fehlverhalten seiner Fans an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) blechen musste. Demnach waren in der letzten Saison Strafen in Höhe von 378.800 Euro fällig.

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red

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 22. November 2022 | 17:45 Uhr

10 Kommentare

Steffen72 vor 10 Wochen

Ich gebe SGD Harzer 66 vollkommen recht. Die Meinung vertrete ich schon lange. RB spricht vieles richtig an, ist aber auch selbst mit Schuld an der Situation. Den Profis wurde doch immer nur Zucker reingeblasen. Das die Verluste groß sind verwundert keinen. Welcher Fan will sich das ständig anschauen? Der Abstieg war auch vermeidbar gewesen. Das die Fitness der Mannschaft mangelhaft ist sieht man im jeden Spiel. Das Geld für die Strafen, wäre in Königsdörffer oder Daferner besser angelegt. Ich finde es gut, wenn der Verein sich Geld von den Verursachern zurück holt. Man hat jetzt Zeit sich neu aufzustellen. Bin gespannt was rauskommt.

Ostfussballfan73 vor 10 Wochen

Noch ein Wort zu den Strafen. Die hätte man auch in den Königsdörfer stecken können. Der Gipfel ist aber, wenn sich seitens der Verursacher noch aufgeregt wird, wenn die Vereinsführung versucht, aus allen Richtungen Geld zu generieren (das ist deren Job). Das Plakat beim letzten Heimspiel sagt ja alles.

Ostfussballfan73 vor 10 Wochen

Ich hatte ja schon mehrfach erwähnt, dass auffällig ist, dass die Mannschaft sich nicht gegenseitig hilft. Da wurschtelt einer entweder vorn oder hinten auf den Aussenpositionen rum, der Gegner ist ständig in Überzahl und keiner kommt zu Hilfe. Ausserdem ständige Begleitung (bestes Bsp. Gegentor in Mannheim), statt Attacke. Das sind wahrscheinlich auch mit die Gründe, warum z.B. ein Batista Meier nicht aus dem A... kommt. Was die Kondition angeht, habe ich die letzten Jahre immer den Eindruck, dass da etwas fehlt. Das letzte Mal, als eine Dynamo Mannschaft konditionell topfit war, war unter Maucksch, der die Spieler durch den Schnee in Altenberg jagte. Jetzt gibt es auch noch eine quasi Urlaubsverlängerung unter dem Deckmantel des Trainingslagers bei den Türken. Ich konnte das noch unter den Bedingungen im grossen Garten verstehen. Aber jetzt? Wozu gibt es das ausgezeichnete Trainingszentrum? Quasi gleiche Bedingungen wie im Januar, wenn es wieder losgeht.

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