Fußball | DFB-Sportgericht Nach Ausschreitungen: Dynamo Dresden akzeptiert 300.000-Euro-Strafe

Dynamo Dresden verzichtet auf einen Widerspruch gegen die harte Geldstrafe des DFB-Sportgerichts. Geschäftsführer Wehlend sprach von einer "Zäsur".

Wie erwartet akzeptiert Fußball-Drittligist Dynamo Dresden die Geldstrafe von 300.000 Euro wegen Ausschreitungen seiner eigenen Anhänger. "Wir gehen nicht in Berufung", sagte Geschäftsführer Jürgen Wehlend am Montag (18.07.2022) in einer digitalen Medienrunde.

Wehlend sprach von einer Zäsur, die diese Vorfälle bedeuten. "Es muss ein Umdenken stattfinden", forderte der Funktionär. "Es gibt viel zu tun. Das gehen wir intensiv an. Das wird eine Arbeitssaison, in der es Maßnahmen zu entwickeln gilt."

Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend sitzt auf dem Podium.
Dynamo-Geschäftsführer Jürgen Wehlend: "Es gibt viel zu tun." Bildrechte: dpa

Ausschreitungen in drei Spielen

Die Dresdner waren in der vergangenen Woche für die Zuschauervorkommnisse während des Zweitliga-Spiels gegen den FC Schalke 04 am 1. April und der beiden Relegationsspiele gegen den 1. FC Kaiserslautern am 20. Mai und am 24. Mai vom DFB-Sportgericht bestraft worden. Von den 300.000 Euro, die der Drittligist aufwenden muss, kann Dynamo bis zu 100.000 Euro für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden.

Wehlend: Härtere Strafen standen im Raum

Direkt nach der Urteilsverkündung am vergangenen Montag (11.07.2022) hatte Wehlend im MDR betont: "Es ist deutlich weniger geworden als was im Raum stand, es standen deutlich drakonischere Strafen im Raum. Das konnten wir abwenden." Neben einem Teilausschluss der Zuschauer oder einem kompletten Geisterspiel hatte auch die Aufhebung der Selbstverwaltung des K-Blocks gedroht, so Wehlend.

Die Fanhilfe der SGD kritisierte die "drakonische Geldstrafe". Diese Sanktionen "heizen den Konflikt zwischen Fanszenen und dem DFB weiter an. Vorhandene Probleme werden nicht gelöst, sondern bestehen weiterhin", hieß es in einer Pressemitteilung.

Jürgen Wehlend 4 min
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Alexander Küpper 1 min
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dh/dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 11. Juli 2022 | 19:30 Uhr

26 Kommentare

Paul.K vor 28 Wochen

# Dynamokralle
Ich bin ganz bei Ihnen , „Lehmi“ fehlt !
Nur den Grund für seinen Abschied werden wir wohl nie erfahren,
Leider !!!
Ich glaub Lehmi lebt immer noch im Herzen dynamisch !
Lehmi hat Konsequenzen für sich gezogen und diese sollte man respektieren.
Es braucht wieder einen „Lehmi“ der mit diesem schönen Verein groß geworden ist und diesen lebt .
„Schwarzer Hals und gelbe Zähne“ . Dynamische Grüße 🐝👍🏿👍

Dynamokralle vor 28 Wochen

Noch ein paar Gedanken dazu. Warum und wie sollte der K-Block die Zahlung übernehmen? Da sind nicht immer dieselben Leute drin und es gibt viele Unbeteiligte. Da sind wir wieder beim Thema Kollektivstrafe. Neben der von Harzer genannten Bedeutung für das Sportliche sind der K-Block oder die Ultras oder das Fanprojekt oft einzige Anlaufstelle für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen usw., also wird wichtige soziale Arbeit geleistet. Es fehlt seit Lehmi vielleicht eine Leitfigur, die klare Ansagen macht und entsprechend respektiert wird. Außerdem weiß ich nicht, ob jene, die die „rote Linie“ überschritten haben, alle vom Block waren oder sich untergemischt haben. Will damit sagen, es ist komplexer und schwieriger, als allgemein die Ultras oder den K-Block zu verdammen. D i e Lösung zu finden, darum ringen auch andere Vereine. Und mMn muss man unbedingt unterscheiden zwischen Verfechtern von „Faninteressen/-kultur“ im Block und Straftätern.

SGDHarzer66 vor 28 Wochen

Die Stimmung und die Lautstärke die der K-Block entfaltet, ist schon einzigartig. Und wenn es dazu beiträgt, ein Spielergebnis sportlich zu beeinflussen, ist das legitim. Wie oft wurden dadurch schon Spiele gedreht.
Man sollte unabhängig von den Vorkommnissen auch die positiven Aspekte einfach mal erwähnen. Das hat nichts mit Aufrechnung zu tun...

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