Fußball | 3. Liga Dynamo Dresden möchte im Mai vor 10.000 Fans spielen

Dynamo Dresden möchte die Saison im Mai vor Zuschauern abschließen. Man hofft auf bis zu 10.000 Fans im Stadion. Doch dabei geht es nicht um den Selbstzweck, der gesamtgesellschaftliche Nutzen steht im Fokus.

Vorschaubild Jürgen Wehlend 1 min
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Hansa Rostock hat es vorgemacht und auch bei Dynamo Dresden arbeitet man fleißig an einer Zuschauerrückkehr noch in dieser Saison. Jürgen Wehlend, der kaufmännische Geschäftsführer der Schwarz-Gelben, bekräftigte im Gespräch mit "Sport im Osten" diesen Plan noch einmal. Dabei hofft die SGD in den letzten beiden Heimspielen im Mai auf bis zu 10.000 Fans im heimischen Rund.

Abhängigkeit nicht nur vom Inzidenzwert

Was angesichts steigender Infektionszahlen und hoher Inzidenzwerte wie eine Illusion klingt, soll ein gesamtgesellschaftliches Modellprojekt werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt und begleitet durch die Wissenschaftler der TU Dresden sowie verschiedener IT-Dienstleister bereitet der Drittliga-Spitzenreiter verschiedene Modelle vor.

"In so einer Phase wie wir sind, lohnt es sich immer auf das aktuelle Geschehen einzugehen", erklärt Wehlend. Dann gelte es, "die passenden Entscheidung, die situativ erforderlich sind, zu treffen." Alleine nur auf die Inzidenz zu schauen, findet er nicht den richtigen Weg: "Momentan ist alles in Bewegung. Es gibt aber gleichzeitig andere Entwicklungen wie die Testszenarien und die Impfszenarien, die eine große Rolle spielen werden. Wenn sich das so fortsetzt, dann werden schnell auch andere Möglichkeiten bestehen."

Zuschauerzahl sukzessive steigern

Dabei peilt Dynamo deutlich mehr zugelassene Fans an, als zuletzt in Rostock. Dort waren 777 erlaubt, 702 waren schließlich da. "Wir setzen auf ein Stufenkonzept, mit mindestens 20 Prozent Zuschauern im Stadion. Wir würden aber bei 10.000 Zuschauern ansetzen. Mit diesem Wert haben wir zuletzt hier gearbeitet. Das würden wir sukzessive steigern wollen. Es geht um unterschiedliche Szenarien mit Sitz- und Stehplätzen sowie Indoor und Outdoor", beschriebt Wehlend die Pläne.

Dafür müssten im Vorfeld hinreichende Testungen durchgeführt werden, um sicherzustellen, das die Stadionbesucher nicht infektiös sind. "Das ist ganz wichtig. Die TU begleitet die Planung und die Auswertung und stellt diese dann gesamtgesellschaftlich zur Verfügung", versichert der 54-Jährige.

Erkenntnisse auf andere Bereiche ausweiten

Die Rückmeldungen von der Stadt seien bisher positiv, so Wehlend - auch weil die gesammelten Erkenntnisse sich nicht nur auf Dynamo beschränken sollen. "Alles was uns hilft, zurück in ein gesamtgesellschaftliches Leben zu finden, ist wichtig. Deswegen soll unser Modellprojekt auch nicht für die Blase Profifußball gelten, sondern auf dieser Basis soll Einkaufen oder Besuche von Gastronomie oder anderen Kultureinrichtungen möglich sein", so Wehlend.

Mögliche finanzielle Eigeninteressen weist er von sich: "Die wirtschaftliche Seite steht nicht im Fokus, auch wenn Dynamo wie viele Unternehmen wirtschaftlich gezeichnet ist. Es geht um die emotionale Seite und darum, den Fans, Mitgliedern und Partnern für ihre Unterstützung etwas zurückzugeben."

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 11. April 2021 | 15:10 Uhr

14 Kommentare

Kaputtke vor 3 Wochen

Die Landeeshauptstadt Dresden hat 26.040 bestätigte Corona Fälle. Lasst die doch alle ins Stadion. Da muss sich keiner Gedanken um Ansteckung machen und die Vereinskasse füllt sich auch. Ihr stellt euch aber auch an. [Ironie aus]

Metapher vor 3 Wochen

heute waren alle Dresdner froh im leeren Stadion zu spielen - Fans hätten sie ausgepfiffen, alle Schwächeln mal, spätestens nach der Pause ... aber da wurde es schlimmer, erster gegen letzter ist echt krass

Ostsee vor 3 Wochen

Mit Zuschauern wäre perspektivisch gut. Irgendwann muss man mal wieder anfangen. Ich verstehe die Verantwortlichen von Dynamo. Der Verein lebt nicht nur von Luft und Liebe. Eventuell sollte man mit ca. 3000 Zuschauern anfangen. Sollen wir uns alle zu Hause einschließen???
Die Frage ist wann man endlich genug impft statt nur zu "labern".