Fußball | 3. Liga Dynamo-Führung verurteilt "Gewalt aufs Schärfste" und entschuldigt sich

Nach den Ausschreitungen rund um das Heimspiel gegen Türkgücü München hat sich die Vereinsführung von Dynamo Dresden am Montagabend nach einer ersten Analyse zu Wort gemeldet und die Vorfälle auf das Schärfste verurteilt.

Polizist löscht Rauchbombe
Bildrechte: MDR/BJ

"Die Bilder des gestrigen Tages stehen für sich, denn sie sprechen eine deutliche Sprache. Wir sind entsetzt und verurteilen diese Gewalt auf das Schärfste. Gleichzeitig entschuldigen wir uns im Namen des Vereins bei allen verletzten Personen und wünschen ihnen eine schnelle und vollständige Genesung. Insbesondere die offenbar gezielten Angriffe einer gewaltbereiten Minderheit auf Journalisten und Polizisten sind in unseren Augen Grenzüberschreitungen, die wir unter keinen Umständen tolerieren", wurden die SGD-Geschäftsführer Ralf Becker und Jürgen Wehlend in der Erklärung zitiert.

An der intensiven und umfassenden Aufarbeitung der Geschehnisse hatten unter Leitung der SGD-Geschäftsführung unter anderem Veranstaltungsleiter und Sicherheitsbeauftragter, die Fanbeauftragten des Vereins sowie Vertreter des Fanprojekts Dresden und der Stadion Dresden Projektgesellschaft teilgenommen.

Situation eskalierte nach dem 3:0

Obwohl am Sonntag Zuschauerinnen und Zuschauer wegen des aktuell geltenden Infektionsschutzgesetztes und der sächsischen Corona-Schutz-Verordnung weder im noch am Rudolf-Harbig-Stadion zugelassen waren, hatten sich rund um Dynamos Heimspielstätte am Nachmittag bis zu 5.000 Menschen versammelt, um den möglichen Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga in unmittelbarer Nähe zu ihrer Mannschaft und dem Stadion zu erleben. Bis zum 3:0-Führungstreffer der SGD in der 62. Spielminute wurde die Lage rund um das Stadion von den Verantwortlichen allgemein als weitgehend kontrolliert und ruhig eingeschätzt. Im Anschluss daran begann die Situation zunehmend zu eskalieren und es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Gewalttätern und der Polizei. Dabei wurden 185 Beamte, zwei Medienvertreter und eine noch immer nicht zu beziffernde Anzahl an unbeteiligten Fans und Mitgliedern der SGD verletzt.

Fußballfans stehen dicht gedrängt. Im Hintergrund steigt viel Rauch in die Luft.
Nach dem zwischenzeitlichen 3:0 für Dynamo eskalierte die Situation rund um das Rudolf-Harbig-Stadion. Bildrechte: MDR

"Es wurden Fehler gemacht - auf allen Seiten"

Nach der ersten Analyse will Dynamo im nächsten Schritt mit seinen Netzwerkpartnern für Ordnung und Sicherheit die Aufarbeitung der Vorkommnisse unmittelbar fortsetzen. "Dabei geht es auch um die Kommunikation sowie Verhältnismäßigkeit der Gefahrenabwehr vor und während des Spieltags, um zu verstehen, wie aus der zunächst friedlichen Ansammlung von Dynamo-Fans erst eine kollektive Enthemmung und im weiteren Verlauf extreme Eskalation entstehen konnte. Fest steht schon jetzt: Es wurden Fehler gemacht – und zwar auf allen Seiten. Ansonsten wäre es nicht zu einer derart gewalttätigen Auseinandersetzung gekommen", hieß es weiter.

red/pm

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 18. Mai 2021 | 17:45 Uhr

79 Kommentare

Rick vor 4 Wochen

I'm Mitgliederforum von Dynamo wurde offen dazu aufgerufen ans Stadion zu kommen. Korrektur oder die bitte diese nicht zu tun kann von offiziellen nicht. Jeder, wirklich jeder wusste vorher was passieren wird. Der Verein wird wohl nicht anders können, als die Ultras - stellvertretend für den harten Kern der Fans - von allen Vergünstigungen, Vorteilen auszuschließen. Dort sitzen zwar wahrscheinlich nicht die Übeltäter - eher Kriminellen - aber keiner kann mir erklären, dass man sich nicht untereinander - zumindest teilweise-kennt!

normaler Zeitgenosse vor 4 Wochen

Hallo Plastefuchs,

bitte keine Endlosschleife .....ein Satz hätte gereicht,d.h.Gewalttäter sind Kriminelle -- stopp geht nicht !!!!!

Oder noch besser,lese die Kommentare von Derhatschongelb und Montezuma,denn diese sind zielführend.

Reisender vor 4 Wochen

Gebe Dir zum Teil Recht. Habe aber gestern einen Beitrag von Thomas Nahrendorf im Netz gelesen, der beschrieb, wie er als Journalist von der Polizei VOR dem Spiel in Empfang genommen wurde.
Wenn man dann weiß, dass die“Erlebnisorientierten“ anders reagieren als ein Journalist, kann man 1und 1 zusammen zählen.
Was mir hier bei der ganzen Diskussion viel zu kurz kommt, wo kamen diese Typen her( festgenommen wurden ja genug) und wieso ist die Polizei mit so einem Aufgebot angetreten?
Und als letztes, wer von den Lokalpolitikern war im Stadion und wieso???
Wenn ich lese, welche Äußerungen „unser“ Innenminister und der OB von sich geben, würde ich gern was schreiben, aber das käme nicht durch die „Kontrolle“.
Fakt für mich ist, dass diese 2 im Vorfeld komplett versagt haben.
Wie gesagt: wieso so viel Polizei, wenn was gewusst, wieso nicht verhindert etc pp
Dynamische Grüße übern Teich, ich lass mir den Aufstieg von den Idioten nicht vermiesen