Fußball | 3. Liga SGD-Geschäftsführer Becker über Kauczinski-Vertrag: "Markus weiß, was er an Dynamo hat"

Den Aufstieg fest im Blick, stehen wegweisende Wochen für Dynamo Dresden an. SGD-Sportchef Ralf Becker gibt sich vorab optimistisch – auch mit Blick auf eine Vertragsverlängerung von Trainer Markus Kauczinski. Sorgen bereiten dagegen weiter die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Sportgeschäftsführer Ralf Becker, SG Dynamo Dresden
Dynamo Dresdens Sportgeschäftsführer Ralf Becker. Bildrechte: imago images/Hentschel

Nach fünf Siegen in Folge musste Dynamo Dresden im Aufstiegsrennen zuletzt Federn lassen. Einem Punktgewinn gegen Saarbrücken (1:1) folgte eine knappe Niederlage gegen 1860 München (0:1). Der Vorsprung auf die Verfolger aus Rostock und Ingolstadt ist bis auf einen Punkt geschmolzen. Umso mehr steigt die Spannung vor dem Spitzenspiel gegen Hansa Rostock am kommenden Sonntag (14 Uhr im Liveticker in der "SpiO-App und auf sport-im-osten.de).

Entscheidung im Aufstiegsrennen zu früh

"Natürlich ist das ein sehr, sehr wichtiges Spiel. Wir haben das klare Ziel, diese Partie zu gewinnen", erklärte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker am Montag (29. März) im Interview mit der "Sächsischen Zeitung". Eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf empfindet der 50-Jährige aber für verfrüht. Nichtsdestotrotz ist der Optimismus in Dresden neun Spieltage vor Schluss ungebremst. Teamgeist, Kaderstärke, Mentalität und hohe sportliche Ziele – all das gibt Becker "ein gutes Gefühl" für die anstehenden Wochen.

Kauczinski-Verbleib: Becker optimistisch

Bereits zu seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer gab Dynamos Sportchef die klare Zielstellung aus, binnen zwei Jahren die Rückkehr in die 2. Bundesliga zu finalisieren. Sollte diese gelingen, hätte die SGD gleichzeitig beste Argumente, um die Zusammenarbeit mit Coach Markus Kauczinski fortzusetzen. Erste positive Gespräche wurden zu Jahresbeginn bereits geführt, maßgeblich für die endgültige Entscheidung wird aber das sportliche Abschneiden zum Ende der Saison sein. Sorgen um einen Abgang Kauczinskis schwingen zwar mit ("Natürlich kann das beim auslaufenden Vertrag passieren"), die Argumente für einen Verbleib sieht Becker aber klar in der Überzahl. "Ich denke, dass Markus (Kauczinski, Anm. d. Red.) auch weiß, was er an Dynamo hat. Wir sind alle sehr zufrieden, wie es gerade läuft, und haben ein gemeinsames Ziel, das wir unbedingt erreichen wollen."

Ralf Becker und Markus Kauczinski
Ralf Becker (li.) hofft die Zusammenarbeit mit Chefcoach Markus Kauczinski (re.) auch im Falle eines Aufstiegs fortführen zu können. Bildrechte: imago images/Hentschel

"Dem Verein geht es nicht gut"

Darüber hinaus betonte Becker, dass es einen derartigen personellen Umbruch, wie ihn Dynamo unter seiner Federführung im vergangenen Sommer vollzogen hatte, zur kommenden Saison nicht geben wird. Ziel sei es, die zahlreichen Neuzugänge weiter zu entwickeln. "Das heißt, dem Großteil von ihnen würden wir auch in der 2. Bundesliga das Vertrauen schenken, weil wir von ihnen total überzeugt sind", so Becker, der gleichzeitig punktuelle Verstärkungen ankündigte. Hohe Ablösesummen dürfen dabei jedoch nicht erwartet werden. Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch bei Dynamo ins Kontor geschlagen. "Dem Vereins geht es nicht gut. Fast ein komplettes Jahr ohne Zuschauer spielen zu müssen, ist nicht leicht zu verkraften", meinte Becker und rechnete einen hohen siebenstelligen Minusbetrag für die laufende Saison vor.

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Sportblock | 29. März 2021 | 09:40 Uhr

11 Kommentare

SGDHarzer66 vor 25 Wochen

Sehe ich komplett anders. Diejenigen Spieler die spüren, das es für Liga2 nicht reichen könnte, werden gerade jetzt (coronabedingt) noch eine Schippe drauf legen, um sich für einen Verein in der dritten Liga anzubieten. Jedenfalls ist dies für mich die logischste Schlussfolgerung.

harald Notzel vor 25 Wochen

Ich habe vor Wochen schon auf die unausbleibliche Gratwanderung bei der Zusammenstellung des Kader für die kommende Saison hingewiesen.Allerdings haben M.K.und R.B.solche Situationen in Karlsruhe und Kiel gemeistert.Aber in die Köpfe der Spieler kann keiner sehen.Ich habe damals schon gesagt, dass der eine oder Andere sich lieber in der dritten Liga einrichtet als nicht mit in das Boot zweite Liga mitgenommen zu werden.Hoffentlich waren die Leistungen in den letzten Spielen kein Fingerzeig in diese Richtung.Warten wir den Sonntag ab.In dem Interview wollte R,Becker aus diesen nachvollziehbaren Gründen deutlicher werden.Ich stimme mit vielen Usern überein, die bei Aufstieg von einem Austausch von 7-8 Spielern Stammspieler ausgehen.

Dynamokralle vor 25 Wochen

Zur finanziellen Lage des Vereins äußert sich Herr Becker nur sehr allgemein. Dies ist ja auch das Ressort von Herrn Wehlend. Die Petition gegen die Infragestellung des dauerhaften Zuschusses für eine faire Stadionmiete und gegen die verweigerte Anpassung der Förderung des Trainingszentrums trägt den Status „ in Bearbeitung“. Wenn es im Juni zur virtuellen Mitgliederversammlung kommt, wird das sicher ein Hauptthema sein, mit hoffentlich gutem Ausgang. “Sonderumlage“ wäre auch noch eine Möglichkeit. Der Unterschied zu vergangenen Aktionen ist meiner Meinung nach, dass es aktuell in den Geldbörsen vieler Mitglieder und Fans pandemiebedingt auch eher trübe aussieht.
Hoffen wir auf den sportlichen Erfolg, der uns letztendlich bessere finanzielle Bedingungen bringt, nur dabei kann man die Jungs zur Zeit leider auch nicht viel unterstützen. Aber vielleicht hilft Ruhe im Umfeld bewahren und Vertrauen auch schon etwas. Und dass Alle gesund bleiben!
Dynamische Grüße