Fußball Viele Spieler überstehen Wechselfrist mit blauem Auge

Groß war die Angst, dass es wegen Corona viele vertragslose Spieler geben würde. Doch der Geschäftsführer der Vereinigung der Vertragsfußballer (VDV), Ulf Baranowsky, gibt teilweise Entwarnung. Es sei nicht so schlimm gekommen. Aber es gibt auch Verlierer.

Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VDV, spricht während einer Pressekonferenz zu den Journalisten.
Ulf Baranowsky von der VDV verzeichnet weniger vertragslose Spieler als befürchtet. (Archiv) Bildrechte: dpa

Am Montagabend (05.10.2020) ist die erste Transferperiode zu Ende gegangen. Einige vertragslose Spieler sind noch bei Vereinen untergekommen. Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der VDV, ist mit der Entwicklung nicht unzufrieden: "Es ist bei vielen nicht so schlimm gekommen, wie man es im Sommer befürchten musste. Viele haben noch einen Job gefunden. Die Verlierer sind einige etablierten Fußballer, die noch zwei, drei Jahre hätten spielen können, zum Teil aber bei Zweit- oder Drittligisten keinen neuen Vertrag bekamen." Stattdessen hätten jüngere Spieler davon profitiert, auch aus Kostengründen mit Profiverträgen ausgestattet worden zu sein.

Empfehlung: Lieber zweigleisig planen

Positiv sei auch gewesen, dass viele Fußballer aus dem Camp des VDV noch anständige Verträge erhielten. Als Beispiele nannte Baranowsky Robert Müller, der bei Energie Cottbus keinen Vertrag erhalten hatte, jetzt bei der SpVgg Unterhaching sogar 3. Liga spielt. Und Selim Gündüz (Ex-KFC Uerdingen), der beim Halleschen FC unterkam. Viele Spieler seien auch in der Regionalliga untergekommen. Was die VDV gerade in den unteren Ligen besonders beschäftigt: "Wir empfehlen, dass sich Spieler um die 30 auch um eine Ausbildung kümmern und vielleicht nebenbei weiter Regionalliga oder Oberliga spielen. Leider liegt auch in diesen Ligen oft der Fokus nur auf Fußball. Die Notwendigkeit des zweiten Standbeines wird meist erst gesehen, wenn es zu spät ist." Gerade jetzt in der Pandemie beobachte man aber, dass sich auch viele Spieler umorientieren, den Fußball nur noch als Hobby betreiben.

Neue Verträge mit Corona-Klausel

Eine genaue Bilanz, ob es mehr arbeitslose Fußballer gibt als in den letzten Jahren, könne aber erst im kommenden Sommer gezogen werden. "Die Kaderplätze der Vereine sind konstant. Es gab leichte Verkleinerungen. Bei den Erst- und Zweitligisten ist es eher ein Jammern auf hohem Niveau." Viele Vereine in den unteren Ligen lebten dagegen hauptsächlich von Zuschauereinnahmen und müssen/können weniger ausgeben. "In der 3. und 4. Liga hat die Kurzarbeit die Vereine gerettet. Dürfen wieder mehr Fans rein, könnte es auch noch Neuverpflichtungen geben. Bei den neuen Verträgen gibt es aber oft weniger Geld und meist Corona-Klauseln und zwar bis in die Spitzenbereiche hinein."

Wechsel bis Ende Januar möglich

Vereinslose Spieler können übrigens jederzeit wechseln bis zum Ende der zweiten Wechselperiode. Die ist bisher Ende Januar, man muss sehen, wie es dieses Mal wegen der Corona-Pandemie sein wird. "Das muss geändert werden, dass ab Ende Januar die Spieler nicht mehr wechseln dürfen. Das ist in anderen Ländern anders." 

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 06. Oktober 2020 | 17:45 Uhr

2 Kommentare

Gerald vor 3 Wochen

1. Warum soll es anders sein wie im normalen Arbeitsleben in der Corona-Zeit! Da haben auch viele Ihren Job verloren oder sind in Kurzarbeit!
2. Ich frage mich schon ewig, warum einige Regionalligavereine unter Profibedingungen trainieren? Leute es ist 4. Liga! Sollte nur noch Feierabendfußball sein! Da spart der Verein viel Geld! Schon da werden bei einigen Spielern nämlich eindeutig zu hohe Gehälter bezahlt!
3. Die Probleme sind also hausgemacht!

Schneekoenigin vor 3 Wochen

Da haben sich manche richtig verzockt. Wenn ich bzgl. CFC nur an Bohl und Itter denke...die hätten uns richtig gut getan. Jetzt arbeitslos. Schade.