Fußball | 3. Liga Drittligisten wollen Saison fortsetzen - CFC ist "Zünglein an der Waage"

Die Vereine der 3. Liga haben sich auf eine Fortsetzung der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison geeinigt. Diese Entscheidung ist maßgeblich aufgrund eines "Lagerwechsels" des Chemnitzer FC zustande gekommen.

Die Vereine der 3. Liga haben sich mehrheitlich auf eine Fortsetzung der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison geeinigt - allerdings fiel das Voting erwartungsgemäß knapp aus. Zehn Vereine stimmten am Montag während einer Videokonferenz dafür und acht dagegen, zwei Klubs enthielten sich. Die beiden Enthaltungen kamen vom 1. FC Kaiserslautern und dem SV Meppen.

CFC: Erst dagegen, jetzt dafür

Der Chemnitzer FC gehört dabei zu jenen Vereinen, die für eine Saisonfortsetzung votierten. Damit wechselte der CFC, der sich zuletzt noch - wie alle anderen mitteldeutschen Vereine - für einen Abbruch stark gemacht hatte, ins Lager der Willigen. Und wird damit zum "Zünglein an der Waage": Hätte der CFC weiter für einen Abbruch votiert, wäre es zu einem Unentschieden der Vereine gekommen - weil der MSV Duisburg, der zunächst für eine Fortsetzung war, nun für einen Abbruch plädierte.

Alexander Küpper 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Di 28.04.2020 15:08Uhr 01:22 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-404584.html

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Romy Polster, Vorstandsvorsitzende des Chemnitzer FC, hatte in einem MDR-Interviev am vergangenen Freitag (24. April) betont, dass "der Wettbewerb auf dem Rasen entschieden werden sollte - allerdings immer unter dem Vorbehalt, dass es den gesundheitlichen, wirtschaftlichen und natürlich auch den gesellschaftspolitischen Erfordernissen Rechnung trägt. Wir werden unsere Arbeit, die ja Fußball spielen ist, erfüllen, sobald uns die Politik die Rahmenbedingungen dafür herstellt. Und wenn es Geisterspiele sind, dann ist es so."

Auch CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon hatte nach MDR-Informationen gegenüber anderen mitteldeutschen Klubvertretern, die weiter allesamt für einen Abbruch plädieren, seine Ablehnung des zuvor noch gemeinsamen Positionspapiers unterstrichen. Zwar werden eventuell kurzfristig Kosten gespart, meinte Siemon, er sehe jedoch gravierende Nachteile für die Liga und deren neue Saison.

Szenario: Zahlreiche englische Wochen

Weiterhin gibt es nach MDR-Informationen aktuell zwei verschiedene Szenarien für eine Fortsetzung der 3. Liga. Die wahrscheinlichere Variante sieht einen Spielbetrieb ab dem Wochenende vom 15. bis 17. Mai vor. Um die Saison noch dann noch bis Ende Juni über die Bühne zu bekommen, würden zahlreiche englische Wochen entstehen. Statt einem Spieltag unter der Woche soll es derer fünf geben, die Anzahl der Wochenendspieltage reduziert sich von ursprünglich zehn auf sechs. Auch die Montagsspiele würden wegfallen und stattdessen an einem dritten Anstoßtermin am Sonntag angepfiffen werden. Für die Spiele am Dienstag und Mittwoch soll es pro Tag zwei verschiedene Anstoßzeiten geben. Fakt ist: Der Spielbetrieb bleibt vorerst über den 30. April hinaus und bis auf Weiteres ausgesetzt.

Bei der Videoschalte ging es darum, "ein tatsächliches Meinungsbild in der 3. Liga" einzuholen, sagte der für die dritthöchste Spielklasse zuständige DFB-Vizepräsident Peter Frymuth: "Das Ergebnis der Abfrage ist von allen zu respektieren und akzeptieren. Auch wenn das Bild nicht einheitlich ist, besteht eine mehrheitliche Meinung unter den Klubs, wie im Falle einer veränderten behördlichen Verfügungslage verfahren werden sollte." Soweit möglich wird damit weiterhin der sportliche Abschluss der Saison bis zum 30. Juni angestrebt. Grundlage für eine Wiederaufnahme seien entsprechende behördliche Verfügungen und politische Genehmigungen.

Der DFB unterstrich, dass es sich noch nicht um eine Beschlussfassung handele. Der Ausschuss 3. Liga und die zuständigen DFB-Gremien sollen sich nun auf dieser Grundlage mit dem weiteren Vorgehen befassen. Beschlüsse für die Fortsetzung der Spielzeit müssten dann DFB-Präsidium oder Vorstand fassen.

Streit der Drittligisten

Die Spielzeit 2019/20 war Mitte März wegen der Ausbreitung von Sars-CoV-2 unterbrochen worden. Die Vereine haben jeweils 27 von 38 Spielen absolviert. Anders als in der Bundesliga und 2. Liga hatte sich in der Folge ein Streit darüber entbrannt, wie sinnvoll eine Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen wäre. Öffentlichkeitswirksam hatten sich zunächst acht Vereine für einen Abbruch ausgesprochen, darunter alle mitteldeutschen.

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mze/dpa/sid

Peter Frymuth 5 min
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Mo 27.04.2020 22:27Uhr 05:00 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 27. April 2020 | 21:45 Uhr

102 Kommentare

MDR-Team vor 25 Wochen

Liebe Nutzer, wir bitten Sie derartige Aussagen, gerade wenn es konkrete Prozentangaben betrifft, mit einem Quellennachweis zu belegen, damit die Information für alle Mitlesenden nachprüfbar bleibt. Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion

makawi vor 25 Wochen

Hätte der OB von Magdeburg dies auch getan, wenn der 1.FC auf dem 4.Platz mit einem Punkt zum Zweiten stehen würde? Ich glaube nicht. Ich kann aber alle abstiegsbedrohten Vereine und Mannheim verstehen. Sie wollen ihre verkorkste Saison, oder bei Mannheim glückliche Saison retten. Auffällig ist nur, dass bei diesen Vereinen die Politik tätig wird und bei anderen nicht....

makawi vor 25 Wochen

Es geht ja darum, dass Halles Bürgermeister, die Umkleidekabinen nicht freigibt. Die Spieler und Schiedsrichter werden ja regelmäßig getestet, um eine Gefährdung zu minimieren. Ich gehe auch regelmäßig zur Arbeit (ohne MNS) und es interessiert niemanden. Warum sollten Fußballer nicht ihren Beruf ausüben dürfen?