Fußball | 3. Liga "Neue Wege suchen" - Alles auf Neuanfang bei Erzgebirge Aue

Mit der Entlassung von Cheftrainer Timo Rost und dem Rücktritt von Vorstandsmitglied Michael Voigt werden bei Erzgebirge Aue die Weichen für die Zukunft gestellt. Der Verein ist nach der Krisensitzung am Dienstag wieder handlungsfähig. Weitere Personalentscheidungen sollen zeitnah beschlossen werden.

Es ist nicht weniger als ein kompletter Neustart, der bei Erzgebirge Aue wenige Tage nach dem Rücktritt von Präsident Helge Leonhardt in Angriff genommen wird. Am Dienstag beschlossen die Gremien die Trennung von Cheftrainer Timo Rost. Zudem erklärte Geschäftsführer Michael Voigt seinen Rücktritt aus dem Vorstand. 

Rost-Entlassung: "Keine langen Diskussionen"

"Wir haben uns von den alten Zöpfen verabschiedet", fasste der zum Interimspräsidenten gewählte Torsten Enders nach der mehrstündigen Krisensitzung die Situation am MDR-Mikrofon zusammen. Bezüglich der Personalie Rost, dessen Entlassung nach dem Leonhardt-Rücktritt und dem katastrophalen Saisonstart quasi alternativlos war, gab es "keine langen Diskussionen", so Enders. "Wir haben das gemeinsam analysiert und uns geeinigt, auseinanderzugehen." Dem scheidenden Trainer sei es nicht gelungen, "ein Kollektiv zusammenzuführen. Es ist eine gespaltene Mannschaft. Jetzt müssen wir neue Wege suchen."

Helge Leonhardt, Torsten Enders und Michael Voigt bei der Verlängerung des Vertrages mit Trikotsponsor WÄTAS, 2017
Erzgebirge Aues neugewählter Interimspräsident Torsten Enders, umrahmt vom zurückgetretenen Präsidenten Helge Leonhardt (li). und dem ebenfalls zurückgetretenen Vorstandsmitglied Michael Voigt. (Archiv 2017) Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Ob Geschäftsführer Michael Voigt weiterhin Teil dieses Weges sein wird, ist offen. Derzeit krankgeschrieben, erklärte der 50-Jährige am Dienstag seinen Rücktritt aus dem Vorstand. Voigt bleibe zwar vorerst Geschäftsführer, sagte Enders, "wenn es notwendig ist, werden aber auch dort Entscheidungen getroffen."

Trainer- und Sportdirektorsuche in vollem Gange

Zumindest ist der Verein aber erst einmal wieder handlungsfähig. Mit Interimspräsident Enders, dem ehemaligen Landrat Frank Vogel, Sören Ullrich, Nico Dittmann und weiterhin Vereinsjustiziar Kay Werner wird Aue von einem fünfköpfigen Interims-Gespann bis zur Mitgliederversammlung am 12. November geführt. Enders lobte vor allem das "demokratische Miteinander", mit der die ersten Entscheidungen gefällt wurden. "Es gibt einen neuen Ton und ein neues Flair hier in Aue."

Schon am Mittwoch sollen weitere Personalentscheidungen diskutiert werden. "Noch in dieser Woche werden wir uns zum Thema neuer Trainer und neuer Sportdirektor zusammensetzen. Dort werden auch Vorentscheidungen fallen", kündigte Enders an.

Ex-Profi Reichel wird sportlicher Berater

Ein sportlicher Berater wurde mit Mirko Reichel bereits verpflichtet. Der ehemalige Aue-Profi (89 Spiele) soll ab sofort im Bereich Scouting, allerdings nicht im operativen Geschäft tätig sein. Das Training des Drittliga-Teams übernimmt vorerst Carsten Müller. Der Leiter des Nachwuchsleistungszentrum wird die Mannschaft, gemeinsam mit Ex-Spieler Philipp Riese, dem bisherigen Tortwarttrainer Tomislav Piplica und Fitnesstrainer Werner Schoupa, auf das Sachsenpokalspiel am Sonntag gegen Eilenburg vorbereiten.

Es muss uns jetzt gelingen, emotional die Mannschaft zu erreichen

Torsten Enders Interimspräsident Erzgebirge Aue

"Es muss ein Ruck durch die Mannschaft gehen", unterstrich Enders. "Wir erwarten, dass die Mannschaft im Sachsenpokal siegt. Es muss uns jetzt gelingen, emotional die Mannschaft zu erreichen." Am 30. September geht es dann in der 3. Liga gegen den SV Meppen um den lang ersehnten ersten Saisonsieg. Es gilt, sportlich schnellstmöglich wieder in die Spur zu kommen. Denn der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt nach neun Drittliga-Spieltagen bereits fünf Punkte.

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Jonas Schlott

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Spieler von Bayreuth am Ball, trifft zum Ausgleich.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 21. September 2022 | 17:45 Uhr

17 Kommentare

erzgebirger vor 1 Wochen

Ich hoffe, du behältst nicht recht, wenngleich die Erfahrungen eigentlich für dich sprechen. Hoffen wir das Beste, denn so wie bisher konnte es ja auch nicht weitergehen. Ich traue den Verantwortlichen einen Neuanfang zu. Glück auf 👍

normaler Zeitgenosse vor 1 Wochen

stimmt was Du schreibst.

zumal Voigt nur eine Alibifunktion für den ,,Allmächtigen,,Präsidenten war.

Übrigens der Aufsichtsrat hatte doch Kontrollpflichten des Vorstandes...na ja da hat der Uwe dem Helge gewaltig auf die Finger geschaut .... z.Z
kontrolliert er weiter den amt. Vorstandsvorsitzenden(für mich ein guter Mann, der Erfolg kann und Durchsetzungsvermögen hat.)
Hoffentlich ist dieser Noch vor der Mitgliedervetsammlung im November vorbei.

Aue braucht jetzt keine Heldengeschichten von den Leonhardts mehr,sondern Punkte im brutalen Abstiegskampf....um den Profifussball im Erzgebirge zu erhalten.



Erz Hammer vor 1 Wochen

Morjen Zusammen,
Hr.Enders spricht von" alten Zöpfen abgeschnitten" in der Mehrzahl Richtig? Der GFF ist aus dem Vorstand zurückgetreten und Hr.Enders möchte weiterhin den"Erfahrungsschatz" vom Hr.Voigt nutzen.Was für einen Erfahrungsschatz?Hr.Voigt ist als ehemaliges.Vorstandsmitglied mit seinen Entscheidungen zu 50% an dem Desaster beteiligt!Die Fans haben auf Ihrem Banner "Vorstand raus" geschrieben.

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