Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
LiveLiveErgebnisse & TabellenSportartenSportarten
Matthias Heidrich ist seit Ende September Sportlicher Leiter beim FC Erzgebirge Aue. Bildrechte: IMAGO/Eibner

Fußball | 3. LigaAue-Sportchef Heidrich legt Finger in die Wunde – "Haben alle Symptome eines Absteigers"

Stand: 14. November 2022, 15:14 Uhr

Erzgebirge Aue befindet sich nach dem Abstieg in der 3. Liga im freien Fall, schaffte erst im letzten Spiel vor der Pause den Befreiungsschlag und sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. Aues neuer Sportchef Matthias Heidrich nahm bei der Mitgliederversammlung kein Blatt vor den Mund und sprach die Baustellen in aller Deutlichkeit an.

"Wir steigen ab, wir steigen auf, hat ja schon mal funktioniert. Ich glaube, diese Erwartungshaltung hatte der ganze Klub." Es waren klare Worte von Matthias Heidrich auf der Mitgliederversammlung des FC Erzgebirge Aue am Samstag, die den Nagel auf den Kopf trafen.

Matthias Heidrich - Mutmacher im Schacht

Seit Ende September arbeitet der Sportdirektor in Aue. Er brauchte nicht lange, um zu erkennen, dass die Erwartungshaltung den "Spielern und Verein wie Blei an den Füßen klebt". "Es belastet Verein und Jungs", sagte Heidrich und machte deutlich: "Die Erwartungshaltung zu haben, dass man in einer so einer starken 3. Liga direkt wieder aufsteigt, ist unrealistisch."

Die Spieler sind mit der Erwartungshaltung gekommen, ich steige wieder auf, ist doch völlig klar.

Matthias Heidrich, Sportdirektor FC Erzgebirge Aue

Als Spieler, Verein und Fans merkten, dass es nicht funktioniert, ist sehr viel Unzufriedenheit entstanden. Wohl auch bei den Spielern. Die wurden von einem Zweitliga-Absteiger verpflichtet, der das klare Ziel direkter Wiederaufstieg hatte. "Die Spieler sind mit der Erwartungshaltung gekommen, ich steige wieder auf, ist doch völlig klar."

Heidrich: "Haben alle Symptome eines Absteigers"

Schnell wurde klar, dass es nicht so glatt läuft, wie es sich ein Aufstiegskandidat vorstellt und "wenn Du die Jungs dann nicht gut begleitest, bekommst du sie nicht wieder aufgefangen", so Heidrich. Aktuell gehe es nur darum, die Klasse zu halten, erklärte der frühere Profi der Auer und weiter: "Wir haben in der Aktualität alle Symptome eines Absteigers: Wir schießen Eigentore, wir fabrizieren Rote Karten an der Mittellinie, wir haben Phasen im Spiel, wo wir überhaupt nicht teilnehmen, wir schenken Spiele her. Das darf uns so nicht passieren und das habe ich auch deutlich gesagt."

Heidrich hofft, dass es die Mannschaft schafft, stabiler zu werden und zu alter Heimstärke zurückfindet. Derzeit ist Aue in der Heimtabelle Schlusslicht - die Zeiten, in denen die Gegner den Auftritt im Schacht fürchteten, sind längst vergangen. In der WM-Pause werde er gemeinsam mit dem Trainerteam den Kader neu bewerten. Er habe noch nicht alle Spieler im Spielbetrieb gesehen, deshalb werde es im Dezember viele Freundschaftsspiele geben, um sich einen Überblick zu verschaffen. Danach sollen Entscheidungen zum Kader fallen.

Höchste Priorität hat jetzt aber die Trainersuche. Nach der Entlassung von Timo Rost hatte Carsten Müller das Amt interimsmäßig übernommen. Er soll nach dem Pokalspiel gegen Budissa Bautzen wieder in seinen Job als Nachwuchsleiter der "Veilchen" zurückkehren.

Härtel nach Aus in Rostock auf dem Markt

Im Gespräch soll in Aue auch Jens Härtel sein. Der kürzlich bei Hansa Rostock entlassene Cheftrainer ist ein waschechter Sachse, stammt aus Rochlitz, spielte einst auch für den Auer-Rivalen FSV Zwickau. Mit Erzgebirge Aue hatte er noch keine Berührung. Vielleicht ist die Zeit jetzt reif dafür.

---
sst

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 12. November 2022 | 16:00 Uhr

Kommentare

Laden ...
Alles anzeigen
Alles anzeigen