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Fußball | 3. LigaDoch kein Endspiel für Erzgebirge-Aue-Trainer Rost? - "Ich habe andere Infos"Nachbericht

Stand: 17. September 2022, 11:09 Uhr

Nach neun Spielen in der 3. Liga bleibt Erzgebirge Aue unter Timo Rost ohne Sieg und Schlusslicht der Liga. War es das jetzt für den Coach?

Die Krise bei Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue hat sich am Freitagabend in München weiter zugespitzt. Die "Veilchen" verloren bei den "Löwen" 1:3, bleiben damit auch nach dem neunten Ligaspiel ohne Sieg und mit nur drei Punkten das Schlusslicht der 3. Liga.

Rost: "Weiß nicht, wo Sie die Infos herhaben"

War es dann nun für Aue-Coach Timo Rost? In dieser Woche hatte der Aufsichtsrat getagt, Aufsichtsratmitglied Torsten Enders sagte nach dem Treffen: "Wir haben uns dafür ausgesprochen, dass der Trainer im nächsten Spiel beweisen kann, welche Möglichkeiten die Mannschaft noch hat." Klingt nach einem Endspiel für Rost. Aber nicht beim Übungsleiter selbst. "Ich weiß nicht, wo Sie die Infos herhaben", reagiert der 44-Jährige nach dem Spiel bei 1860 auf die Frage nach seiner Zukunft trotzig: "Ich habe andere Infos aus dieser Sitzung mitgenommen."

1860-Coach Köllner: "Ojemine, hoffentlich kein Deja-Vu"

Coach und Mannschaft hatten sich viel vorgenommen für das Spiel bei den "Löwen". Der Trainer hatte fünf neue Spieler gebracht, dabei unter anderem Kapitän Dimitrij Nazarov aus der Startelf verbannt. Zudem nahm Klub-Präsident Helge Leonhardt auf der Bank Platz. Eine Aktion, die bei 1860-Trainer Michael Köllner einigen Angstschweiß auslöste: "Ich habe einmal gegen Aue gespielt, als Helge auf der Bank saß. Das Spiel haben wir klar verloren. Als ich ihn heute gesehen habe, dachte ich mir: 'Ojemine, hoffentlich kein Deja-vu'".

Deja-Vu für Aue: Wieder kaum Chancen

Das Deja-vu erlebte Köllner nicht. Dafür aber die Auer. Denn auch in München hatten die "Veilchen" kaum Chancen, erspielten sich in der Offensive kaum Möglichkeiten und kassierten früh ein Gegentor. Einzig aus Standards und durch Abwehrspieler Steffen Nkansah ergaben sich Chancen, die der 26-Jährige aber ungenutzt ließ. "Ich habe gegenüber dem Trainer ein schlechtes Gewissen", sagte der Abwehrspieler nach dem Spiel zerknirscht.

Nkansah: "Da kann kein Trainer was dafür"

"Wenn ich die Kopfbälle nicht reinmache, da kann kein Trainer was dafür", stärkte Nkansah Coach Rost nach dem Spiel den Rücken. Und auch Defensiv-Kollege Alexander Sorge stellte sich hinter den Trainer: "Wir wollten heute das Blatt wenden, für den Trainer, für den ganzen Verein. Das hat man in 90 Prozent der Zeit gesehen", sagte der 29-Jährige und ergänzte: "Es ist unfassbar brutal. Wir wollten heute unbedingt den Bock umstoßen."

Köllner: "Habe keinen Trümmerhaufen gesehen"

Unterstützung bekam Rost auch von Trainerkollege Köllner: "Ich habe heute keinen Trümmerhaufen gesehen", sagte der 52-Jährige. "Ich drücke Erzgebirge Aue die Daumen, ich drücke Timo die Daumen. Es kommen noch ganz, ganz viele Spiele."

Trainer-Entscheidung Anfang der Woche?

Bei den Fans ist die Geduld dagegen längst vorbei. Die nach München mitgereisten Anhänger quittierten die erneute Niederlage mit Pfiffen und einen großen Transparent: "Schluss Aus - Vorstand raus!". Und wie geht es mit Timo Rost weiter? Nach MDR-Informationen passiert am Wochenende vermutlich nichts. Anfang der Woche entscheiden die Gremien des Vereins dann über die Zukunft des Coaches. Als nächste Partie steht das Landespokalspiel am Sonntag, 25. September, bei Oberligist FC Eilenburg an.

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Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 17. September 2022 | 16:00 Uhr

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