Fußball | 3. Liga Mutige Jenaer in Würzburg nicht belohnt

31. Spieltag

Raus mit Applaus! Carl Zeiss Jena hat bei Aufstiegsaspirant Würzburger Kickers lange an der Überraschung geschnuppert - am Ende stehen die Thüringer aber wieder mit leeren Händen da. Dabei lagen die Zeiss-Kicker in Unterfranken sogar in Führung.

Fabio Kaufmann Würzburger Kickers (nicht im Bild)  erziehlt das Tor zum 2:1, Torwart Jo Coppens FC Carl Zeiss Jena ist geschlagen.
Fabio Kaufmann, Würzburger Kickers (nicht im Bild), erzielt das Tor zum 2:1, Torwart Jo Coppens, Carl Zeiss Jena, ist geschlagen. Bildrechte: imago images/HMB-Media

Der FC Carl Zeiss Jena verabschiedet sich mit Anstand aus der 3. Fußball-Liga. Der Tabellenletzte verlor zwar am Mittwoch bei den Würzburger Kickers mit 2:4 (1:0), leistete aber viel Widerstand. René Eckardt brachte die Thüringer unmittelbar vor dem Pausenpfiff mit einem Distanzschuss in Führung. Maximilian Breunig (56.) erzielte den Ausgleich, ehe der eingewechselte Fabio Kaufmann (67.) mit seinem elften Saisontor die Partie drehte. Daniele Gabriele schaffte elf Minuten vor dem Schlusspfiff den Ausgleich. Luca Pfeiffer (86.) und erneut Kaufmann (89.) schossen Würzburg schließlich zum Sieg.

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Jena gegen Würzburg 2 min
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Hier gibt es alle Tore der Partie Kickers Würzburg gegen Carl Zeiss Jena.

Mi 10.06.2020 21:55Uhr 01:56 min

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Jena versteckte sich diesmal nicht in der ersten Halbzeit, sondern hielt munter dagegen. Zwar hatten die Würzburger zunächst durch Dominic Baumann die besseren Chancen, doch mit fortschreitender Spieldauer erarbeitete sich die Mannschaft von Teamchef René Klingbeil selbst gute Möglichkeiten. Die Führung in der 45. Minute kam zwar überraschend, gänzlich unverdient war sie allerdings nicht. Nach dem Wechsel verstärkte Würzburg den Druck und kam folgerichtig zum Ausgleich. Doch unmittelbar danach hatten Joy-Lance Mickels (57.) und Jannis Kübler (58.) erstklassige Chancen zur erneuten Führung. Als Würzburg selbst in Führung ging, gab es kein Aufstecken bei den Thüringern, was mit dem Ausgleich belohnt wurde. Doch als die Kräfte der Jenaer nachließen, kamen die Kickers noch zu den späten Treffern.

FC Carl Zeiss Jena erzielt das Tor zum 2:2.
FC Carl Zeiss Jena erzielt das Tor zum 2:2. Bildrechte: imago images/foto2press

Stimmen zum Spiel

Daniele Gabriele (Mittelfeldspieler Jena, bei Magenta Sport): "Wir haben es gut gemacht, wir sind gut ins Spiel reingekommen. Wir müssen sogar noch früher das 1:0 machen, haben Riesen-Chancen ausgelassen. Dann gehen wir verdient in Führung. In der zweiten Halbzeit, wenn die draufdrücken, da haben wir uns schwer getan. Trotz alledem müssen wir einen Punkt mitnehmen, nachdem wir um die 80. Minute herum das 2:2 machen. 4:2 klingt am Ende deutlich. So deutlich war es nicht. Ich will das nicht auf die Reisestrapazen schieben. Aber wir haben viel durchgemacht, die letzten Tage. Jeder einzelne Spieler ist in der Pflicht, jeder muss liefern, jeder muss schauen, dass er in der kommenden Saison ein Arbeitspapier hat. Darum geht es und das hat jeder verinnerlicht."

Das sagten die Trainer

René Klingbeil (Jena, bei Magenta Sport): "Aktuell ist es sehr sehr bitter. Wenn Du gegen eine sehr gute Mannschaft mit 1:0 in die Halbzeit gehst, und es einfach nicht zu Ende bringst, dann ist das schon sehr schade. Wir investieren so viel in die erste Halbzeit und auch in den Anfang der zweiten Halbzeit. Ich weiß dann nicht woran es liegt, dass uns dieser Killerinstinkt fehlt. Wir haben uns vor dem Spiel auch fest vorgenommen, dass wir mal die Null halten. Aktuell ist es sehr bitter, obwohl ich sagen muss, dass die Jungs über weite Strecken des Spiels das sehr ordentlich gemacht haben. Du stehst am Ende wieder da und musst dem Gegner gratulieren. Das ist manchmal schon sehr hart. Es ist doch klar, bei dem Mammutprogramm, bei der ganzen Fahrerei, ich weiß noch nicht mal, ob wir am Wochenende zu Hause spielen. Vielleicht müssen wir uns wieder in den Bus setzen. Das ist alles sehr fraglich. Aber so ist es nun mal aktuell."

Michael Schiele (Würzburg, bei Magenta Sport): "Ein bisschen Adrenalin ging heute schon hoch. Wir wollten immer das Tempo hochhalten, um den Gegner wenig zum Atmen zu lassen. Das ist uns auch ganz gut gelungen. Was wir die letzten 20 Minuten noch an Chancen hatten, dann konnten wir auch Top einwechseln. Wir haben den Sieg gewollt, das hat man gemerkt. Wir haben ruhig weitergespielt. Am Ende haben wir verdient gewonnen. 50 Punkte sind schon mal eine Nummer, es schauen wir mal, wie wir es am Wochenende gegen Duisburg machen. Jetzt sind wir erst einmal glücklich. Jena spielt einen super Ball. Vielleicht haben sie nicht den Killerinstinkt vorn und fressen hinten zu viele Tore. Ich finde, dass sie immer noch auf dem Leistungsniveau spielen, auch ohne Mannschaftstraining – absoluter Respekt."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 10. Juni 2020 | 21:45 Uhr

9 Kommentare

Jesus Riesenspargel vor 46 Wochen

In wie weit siehst du hier die Sponsoren gefordert?
Ich sehe das eher so, dass der Verein sich endlich mal seiner ehemaligen Grössen erinnern sollte. Ich rede nicht von Einbeziehung in sportliche oder wirtschaftliche Belange. Ehemalige National- o. Bundesligaspieler aus Jena haben aber mit Sicherheit gute Kontakte. Das wird viel zu wenig (oder gar nicht?) genutzt. Werner ist vielleicht ein erster Schritt.
Es gibt z.B. einen Spieler, der war mit dem FCC mal Pokalsieger, ist an seinem 90sten (!) Geburtstag im Stadion und niemand kriegt das mit oder weiss das überhaupt. Das ist an Peinlichkeit kaum zu unterbieten. Daran krankt. Es reicht nicht, ewig nur glorifizierend vom verlorenen EC- Finale zu schwärmen. Man muss sich auch der Menschen dahinter erinnern. DAS ist Potential! Nicht das Sponsorenkleingeld der Handwerksmeister und Kleinbetriebe, die zwar gerne geben, aber eben auch nur im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten.
Andere Vereine gehen mit ihren Helden ganz anders um. Besser.

Chemieschwein vor 47 Wochen

Das mit dem Favoriten sehe ich noch nicht so.. Lass mal Halle und Zwicke und oder Rußchams absteigen und ein paar Vereine aus der RL wie Cottbus, Victoria oder Altglienike werden da wohl auch ein Wörtchen mitreden wollen ... Obwohl ich glaube das der CFC dann durchaus RWE folgen könnte ... wenigstens währe es diesesmal ein sportlicher Abstieg und es muss keiner drunter leiden....

Wolfgang vor 47 Wochen

@ Jesus Riesenspargel
Hast ja Recht, denke ebenso. Aber da sind wir beide Träumer. Es geht nur noch ums Geld, um Eigennutz. Da werden bereits in den unteren Spielklassen Unsummen "Aufwandsentschädigungen" gezahlt, da wird in Magdeburg der unliebsame Trainer von der Mannschaft basisdemokratisch abgewählt usw.
Ich glaube hier muß sich gesellschaftlich etwas ändern.
Eigentlich hat unser FCC nun in der Regionalliga die Chance, auch in der Hinsicht einer Verbundenheit zu seinem Verein etwas zu bewirken. Dann müßten sich aber auch Leute wie Werner und Klingbeil durchsetzen. Hier wären auch die Sponsoren gefordert. Gebe die Hoffnung nicht auf.
Nur der FCC.

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