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Fußball | 3. LigaNazarov nach seinem Traumtor: "Entweder geht er auf den Parkplatz oder in den Winkel"10. Spieltag

Stand: 01. Oktober 2022, 10:02 Uhr

Dimitri Nazarov war wie der gesamte FC Erzgebirge Aue nach dem Abstieg am Boden. Von seiner Genilität war bis zur 45 Minute des 10. Spieltages nichts zu sehen. Dann packte er sein ganzes Können aus und bescherte Aue die Aktion, die der Verein so dringend gebraucht hatte.

Nach Pleiten, Pech und Pannen hat Erzgebirge Aue am Freitagabend erstmals in der Liga gewonnen. Beim 3:0-Heimsieg gegen den SV Meppen war der Fußballgott endlich ein Lila-Weißer. Als Dimitri Nazarov in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach einem abgewehrten Ball zum Schuss ausholte, war alles möglich. Fangnetz, Parkplatz, Winkel.

Nazarov-Tor als Dosenöffner

Der Volleyschuss schlug unhaltbar ein, wird zum "Tor des Monats" in der Sportschau nominiert werden müssen. Für Aue war das Hammertor eine Erlösung nach den vielen Nackenschlägen. Ein Treffer zur richtigen Zeit. War es doch seit Monaten Aue, das immer wieder geniale Tor eingeschenkt bekam, so wendete sich das Blatt an diesem September-Abend.

"Viele Jungs kennen ja das Gefühl gar nicht, wenn man in Aue mal ein Spiel gewinnt", lachte Nazarov im "Sport im Osten"-Interview. Auch für den 32-jährigen Routinier, dessen Vertragsverlängerung im Sommer frenetisch gefeiert worden war, war der Treffer eine Befreiung. Bisher war der Mann der genialen Momente nur mit schiefen Sprüchen aufgefallen. Seine Äußerung zur "Kackliga" hatte ihm viel Ärger eingebracht. Später fiel er auch bei dem entlassenen Timo Rost in Ungnade.

"... dann hätten alle gelacht"

Das 2:0 kurz vor der Pause war die Aktion, die Nazarov und ganz Aue gebraucht haben. "Ich wusste schon, wo der Ball in der Luft war, entweder schieße ich den auf den Parkplatz oder in den Winkel. Hätte ich den auf den Parkplatz geschossen, hätten alle wieder gelacht." Zuletzt hatten die Aue-Fans die Auftritte ihrer Mannschaft immer wieder mit hämischen Fangesängen quittiert.

Interimstrainer Müller liefert: Zwei Spiele, zwei Siege

So war es auch verständlich, dass Interimstrainer Carsten Müller in seiner Analyse vor allem an die Fans dachte. "Wir müssen in Vorleistung gehen und mit unserer Arbeit auf dem Platz das Vertrauen der Zuschauer zurückgewinnen. Es war nicht alles gut, aber die Jungs haben die Leidenschaft an den Tag gelegt, die wir brauchen, um Spiele gewinnen zu können", sagte der 50-Jährige.

Es liege noch extrem viel Arbeit vor Aue und man tue gut daran, Demut walten zu lassen und die Mannschaft weiter zu festigen, um den Schulterschluss mit den Fans weiter vollziehen zu können, legte Müller nach.

Er trägt seit zwei Spielen die Verantwortung. Beide gewann Aue. Dass der Nachwuchschef der "Veilchen" jetzt Chef der Profis bleibt, scheint dennoch unrealistisch. "Wir haben eine klare Abmachung. Ich sollte die Mannschaft auf dieses Spiel vorbereiten. Das habe ich getan. Es geht nicht um mich oder um einzelne Personen. Es geht darum, den Verein mit den Fans in eine gute Zukunft zu führen." Der Anfang ist gemacht...

Rico Schmitt schon auf der Tribüne

Und möglicherweise wird Rico Schmitt diesen Weg weitergehen. Er saß gegen Meppen bereits auf der Tribüne. Der 54-Jährige war von 2008 bis 2012 in Aue aktiv. Bis Mai dieses Jahres hatte er ausgerechnet Aues heutigen Gegner Meppen trainiert. In jedem Fall sah Schmitt einen mitreißenden Auftritt seines womöglich künftigen Arbeitgebers.

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sst

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. Oktober 2022 | 16:00 Uhr

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