Fußball | 3. Liga FCM-Geschäftsführer Kallnik: "Wollitz hat die Mannschaft nicht hinter sich gebracht"

Am Mittwochabend und nach nur vier Punkten aus zuletzt vier Spielen hat Drittligist 1. FC Magdeburg Trainer Claus-Dieter Wollitz entlassen. Am Donnerstag rechtfertigte FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik im MDR die Entlassung.

Sport

SpiO Talk mit Mario Kallnik 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik hat die Entlassung von Trainer Claus-Dieter Wollitz als alternativlos bezeichnet. Im "Sport im Osten"-Talk sagte Kallnik: "Die Tendenz nach dem Re-Start war alarmierend. Die Leistung der Mannschaft war nicht da." Zu den konkreten Gründen für die Entlassung des 59-Jährigen, der den FCM nur elf Spiele betreuen durfte, sagte Kallnik weiter: "Dem Trainer Pele Wollitz ist es nicht gelungen, die Mannschaft hinter sich zu bringen."

"Entscheidung aller Gemien"

Nach der 1:3-Niederlage des FCM am Dienstag bei Hansa Rostock seien Kallnik zufolge am Mittwoch Vorstand und Aufsichtsrat zusammengekommen , um über die Zukunft von Wollitz zu sprechen. "Wir haben uns alle zusammengesetzt. Die Entlassung ist eine Entscheidung aller Gremien". Selbstkritisch sagte der 45-jährige Kallnik, der neben dem Geschäftführerposten nun auch den Job des Sportlichen Leiters übernimmt: "Wir hatten in den letzten zwei Jahren fünf Trainer. Wir sind sportlich nicht aufs Trapez gekommen."

Jetzt gelte es, "die Klasse zu halten und dann einen Neuaufbau zu machen. Ich möchte eine Mannschaft sehen, die leidenschaftlich kämpft und rennt."

Thomas Hoßmang und Mario Kallnik
Mario Kallnik und Thomas Hoßmang (v.l.). (Archiv) Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Ich möchte eine Mannschaft sehen, die leidenschaftlich kämpft und rennt.

Mario Kallnik Geschäftsführer FCM

Hoßmang "spricht die Sprache der Spieler"

Für den neuen Trainer Thomas Hoßmang habe man sich entschieden, weil er für Grundwerte des FCM stehe. "Thomas kann als gestandener Profi die Sprache der Spieler annehmen und umsetzen. Viel Zeit haben wir nicht. Das wollen wir nutzen." Hoßmang war zuletzt Trainer des Nachwuchs-Leistungszentrums. Der 53-Jährige erhielt erst einmal einen Interims-Vertrag bis Saisonende. Zur Zukunft von Hoßmang wollte sich Kallnik nicht äußern, sagte aber: "Wenn er sehr erfolgreich arbeitet, dann kann es auch weitergehen."

Wollitz nur wenige Monate im Amt

Wollitz war erst in der Winterpause verpflichtet worden, konnte die hohen Erwartungen des Zweitliga-Absteigers aber nicht erfüllen. Nach dem Neustart der 3. Liga nach der Corona-Pause errang der 1. FC Magdeburg unter seiner Leitung vier Zähler aus vier Partien und steht derzeit auf dem 14. Tabellenplatz.

Zuvor hatte sich der FCM kurz vor Weihnachten und gegen den Widerstand aus der Mannschaft von Stefan Krämer getrennt. Der frühere Erfurter musste nach dem 20. Spieltag und auf Rang zwölf stehend seinen Posten räumen.

Dirk Hofmeister

Videos und Audios zur 3. Liga

Fußballspieler beim Training
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (188)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 10. Juni 2020 | 21:45 Uhr

13 Kommentare

yogi1971 vor 8 Wochen

Hallo,
ich finde die Ziele des FCM super gut, bin selbst in MD und 1971 geboren.
War bei einigen Spielen im Germer-Stadion und Grube-Stadion dabei.
Waren sehr schöne Zeiten als Jugendlicher der DDR, nur am Rande.
FCM war immer etwas Besonderses.
Es soll auch immer etwas Schönes sein.
Traditionen sind wichtig und Lebensenergie für Menschen .
Deshalb müssen sie sinnvoll gelebt werden.
Magdeburg ist eine Arbeiterstadt mit sehr großer Opferbereitschaft bis zum "letztem" Hemd.
Es sollte wieder ein gutes Fundament für lange Zeit geschaffen werden, fragt die Alten vom FCM, die Wissen wie es geht.
Commerz und Schnellschüsse sind der Traditionen Tod.
Ich hoffe, ich bin hier nicht allein.
mfg




Thommi Tulpe vor 8 Wochen

Dass ein CDW die Mannschaft nicht hinter sich bringen kann, hätte den Club-Verantwortlichen doch vorher klar sein müssen!? Versuchte man es nicht bereits vor Jahren an der Elbe mit einer "Cottbus-Connection" (Kurth, Baumgarten, um nur zwei Namen zu nennen)? Damals kickte Energie noch in der 2. Liga - man eiferte diesem Modell nach und wäre fast in der fußballerischen Bedeutungslosigkeit verschwunden. Hat ein CDW nach dem Aufstieg (2007) mit Osnabrück irgendwelche Erfolge vorzuweisen gehabt? Hat CDW den Niedergang von Cottbus stoppen können? Und wie reagiert ein Spieler, wenn man "alle 14 Tage" den Trainer wechselt? Hertel war anerkannt. Ein Oenning hatte es schwer dann. Kaum war er anerkannt - wieder Wechsel. Krämer war sicher anerkannt - warum Wechsel auf ausgerechnet Erfolglos-Wollitz? Ich denke, die Spieler spielten gegen diesen Trainer, so wie in Halle gegen Atalan gespielt wurde. Trotz meiner Zweifel hoffe ich, dass dieser Hoßmang zumindest den Klassenerhalt sichert.

Schneekoenigin vor 8 Wochen

Null Selbstreflexion bei Kallnik zum jetzigen Zeitpunkt. Damit wird das Gewurste kein Ende finden. Wieder zeigt er mit dem Finger auf einen anderen, wo er besser die Zeigerichtung mal um 180° gedreht hätte. Für die nächste Entlassung (bei seinen skurrilen Trainerverpflichtungen rechne ich stark mit Peter Neururer) vielleicht mal so probieren?:

"Ich habe es nicht geschafft einen Trainer zu verpflichten, der die Spieler hinter sich bringt. Dafür übernehme ich die Verantwortung und stelle mein Amt zum Wohle des Klubs zur Verfügung."