Fußball | 3. Liga FCM sucht Nachfolger für Krämer - kommt Wollitz?

Nach der Trennung von Stefan Krämer verhandelt der 1. FC Magdeburg mit mehreren Trainer-Kandidaten. Als Favorit auf die Nachfolge gilt Claus-Dieter Wollitz, der erst am Freitag in Cottbus hinwarf. Geschäftsführer Mario Kallnik wollte sich auf MDR-Anfrage nicht weiter äußern. Krämer war nicht erreichbar.

Trainer Claus Dieter Wollitz (FC Energie Cottbus) mit Dennis Erdmann (1. FC Magdeburg) nach dem Spiel - 2. Fussball Bundesliga Saison 2018-2019 Testspiel 1. FC Magdeburg vs. FC Energie Cottbus auf dem Sportplatz am Anger in Barleben - Deutschland
Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Kurzschlussreaktion unterm Weihnachtsbaum: Mit der Trennung von Trainer Stefan Krämer hat der 1. FC Magdeburg alle Pläne des ruhigen Aufbaus einer Aufstiegsmannschaft über Bord geworfen und ist in die typischen Mechanismen des Fußball-Geschäfts verfallen. Durch die Nachfolger-Suche haben die FCM-Macher Stress zum Fest, denn bereits beim Trainingsauftakt am 2. Januar soll der Neue parat stehen.

Rauswurf vor Braunschweig-Spiel beschlossen?

"Wir verhandeln mit mehreren Kandidaten", bestätigte Geschäftsführer Mario Kallnik der "Bild". Laut der Zeitung ist Claus-Dieter Wollitz der Favorit auf Krämers Nachfolge. Passend wäre dies, schließlich hatte Wollitz am Freitag seinen Vertrag bei Regionalligist Cottbus überraschend aufgelöst. Der Logik folgend wäre Krämers Rauswurf dann sogar schon vor dem letzten Drittliga-Spiel des Jahres in Braunschweig beschlossen gewesen. Auf Anfrage von "Sport im Osten" wollte sich Kallnik am Montag (23. Dezember) nicht weiter äußern. Zudem war Stefan Krämer nicht erreichbar.

"Das Braunschweig-Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Vorrunde", hatte Sportchef Maik Franz der "Volksstimme" gesagt. Dem früheren Bundesliga-Profi passte die Einstellung der Mannschaft nicht. Bereits in der Halbzeitpause soll Franz wütend auf Krämer eingeredet haben. Dass der FCM in Niedersachsen am Ende in Unterzahl nach zweimaligem Rückstand ein Unentschieden holte, spricht allerdings für eine intakte Mentalität.

Beck: "Bin sprachlos enttäuscht"

Zumal selbst die Spieler der Schritt wie aus heiterem Himmel traf. "Ich bin sprachlos enttäuscht und sehr traurig", schrieb Stürmer Christian Beck bei Instagram. Timo Perthel schrieb an Krämer: "Eine Analyse oder Bewertung zu der Entscheidung steht mir nicht zu - aber ich kann definitiv sagen, ich habe sehr gern mit dir zusammengearbeitet."

Franz und Kallnik nervte dagegen die Inkonstanz in den Leistungen. Zwei Siege in Folge waren das Maximum, was Krämer vorweisen konnte. Fakt ist allerdings auch, dass der Kader von Kallnik und Franz und eben nicht von Krämer zusammengestellt worden ist. Als tragende Säulen eingeplante Neuzugänge wie Dustin Bomheuer und Mario Kvesic waren Monate lang verletzt oder zündeten nicht. Zudem hat das Duo mit Michael Oenning und Krämer binnen eines Jahres nun schon zwei Trainer verschlissen.

Neidische Blicke zu Duisburg und Ingolstadt

Dabei war der FCM mit erfrischendem Realismus in die Saison gegangen. Weil sich Absteiger aus der 2. Liga in der Vergangenheit sehr schwer in der kampfbetonten Drittklassigkeit getan haben, sprach man an der Elbe gar nicht erst vom Wiederaufstieg. "Wir wollen uns in der 3. Liga etablieren und in drei Jahren so weit sein, in die 2. Liga zurückzukehren", hatte Kallnik im Mai gesagt.

Stefan Krämer, Mario Kallnik und Maik Franz
Ein Bild aus besseren Zeiten: Stefan Krämer, Mario Kallnik und Maik Franz zu Saisonbeginn (Archiv). Bildrechte: imago images / Jan Huebner

20 Drittliga-Spiele später sah der Manager seinen Klub als Zwölften mit sechs Punkten Rückstand zum Relegationsplatz offenbar nicht als etabliert an. Womöglich blickte Kallnik auch etwas neidisch zu den Mitabsteigern Duisburg und Ingolstadt, die auf Platz eins und zwei stehen.

Entwicklungsziele offenbar doch gefährdet

Dennoch überraschte die Trennung von Krämer. Anfang November hatte Kallnik betont, dass er "eine klare Entwicklung gesehen" habe. Sechseinhalb Wochen später musste Krämer gehen, weil die "Entwicklungsziele gefährdet" seien. Zwischen beiden Aussagen hat Magdeburg drei von sechs Spielen verloren, aber auch zwei Siege geholt.

Nun darf sich ein neuer Trainer in der Börde versuchen. Er wird von Kallnik und Franz wahrscheinlich neue Spieler präsentiert bekommen. Geht es allerdings mit Krämers Nachfolger auch schief, dürfte es für das sportliche Führungsduo ebenfalls unangenehm werden.

dpa/red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 23. Dezember 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Dezember 2019, 15:08 Uhr

13 Kommentare

FCM1967 vor 3 Wochen

Für mein Empfinden eine tatsächliche Kurzschlusshandlung-für das Fussballgeschäft jedoch nachvollziehbar. Menschlich und im Umgang mit SK muss sich die Clubführung jedoch berechtigte Kritik gefallen lassen und fortlaufend auch darüber im Klaren sein, das wir zwar gute Spieler haben, aber der Kader mit zu vielen Perspektivspieler bestückt ist, die noch einige Jahre brauchen werden. Soll heissen, ganz besonders hier sind MK und MF allein verantwortlich!!!
Wir brauchen jetzt einen Trainer, der mit diesem Kader und den Perspektivspielern umgehen kann und passende Verstärkungen einfordert. Bedeutet also keinen wilden Alleingang von MF und MK.
Meiner Meinung nach sind ein Claus-Dieter Wollitz oder ein Uwe Rösler nicht die Trainer, welche diese Aufgabe lösen können.
BWG

Derbysieger MD vor 3 Wochen

Das hellste Licht in der Almhütte sind Sie bestimmt nicht..... . Alle Einwohner eines Bundeslandes über einen Kamm zu scheren, grenzt schon an Arroganz.

Allgaeu vor 3 Wochen

Tage der Herzlichkeit ............. Wollitz schmeißt hin! Krämer wird entlassen ..........
das ist eben das Bundesland der Vordenker und schon ca. 500 Jahre lang
FSV Grüße aus dem Allgäu