Fußball | 3. Liga FCM-Ultras fordern Rücktritte von Kallnik und Hoßmang

Schwere Krise beim 1. FC Magdeburg - der frühere Zweitligist taumelt am Ende der 3. Liga. FCM-Fans können nicht im Stadion sein - ein Teil der Fanszene hat sich jetzt aber mit radikalen Forderungen zu Wort gemeldet.

Bei Drittliga-Schlusslicht 1. FC Magdeburg brodelt es nach der sechsten Saisonniederlage und dem Abrutschen ans Tabellenende. Der FCM will der Krise mit einem "neuen Impuls im sportlichen Bereich" begegnen – der bisherige Sportliche Leiter Mario Kallnik räumt seinen Stuhl, bleibt aber als Geschäftsführer im Amt.

"Block U"-Ultras: "Hauptverantwortung trägt Kallnik"

Teilen der Magdeburger Fanszene geht dieser Schritt nicht weit genug. In einer am Sonntag (1. November) veröffentlichten Erklärung fordern die im "Block U" versammelten FCM-Ultras den Komplett-Rücktritt von Kallnik sowie Trainer Thomas Hoßmang. "Der 1. FC Magdeburg befindet sich im freien Fall und die Hauptverantwortung für diese Entwicklung trägt Mario Kallnik", heißt es in einer im Internet veröffentlichten "Stellungnahme zur aktuellen sportlichen Situation". Trainer Hoßmang, der den FCM in der vergangenen Saison vor dem Abstieg rettete, sei "nicht mehr in der Lage, die Mannschaft als Trainer zu führen." Hoßmang sei, so das Urteil der FCM-Ultras, "in der momentanen Situation … überfordert. … Die Reißleine muss gezogen werden."

Hoßmang: "Bin nur ein Mosaiksteinchen"

Magdeburg war mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestartet, konnte aber bis dato nur eines von acht Saisonspielen gewinnen. In der vergangenen Woche wurden mit Sören Bertram und Jürgen Gjasula zwei Routiniers suspendiert. Nach der folgenden 2:5-Niederlage in Mannheim trat Kallnik als Sportlicher Leiter zurück. An Trainer Thomas Hoßmang soll aber nicht gerüttelt werden. Hoßmang selbst glaubt, "vieles richtig gemacht" zu haben. Nach der Mannheim-Niederlage sagte er: "Aber jetzt über mich zu diskutieren, am Ende geht's doch um den Verein, den 1. FC Magdeburg mit seinen Fans und seinem Umfeld. Und ich bin ein kleines Mosaiksteinchen."

Dirk Hofmeister

Trainer mit Mannschaft 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Sa 31.10.2020 16:00Uhr 02:49 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 07. November 2020 | 16:30 Uhr

33 Kommentare

Block5 vor 32 Wochen

Ganz Deiner Meinung.
Ich vermute, es war die Äußerung, bezogen auf Hoßmang und der Spruch "die Börde tickt eben anders"......

Oh man...... man merkt eben, wie wichtig das Thema ist und einige reagieren dadurch etwas dünnhäutig..

FuWoMD vor 32 Wochen

Ich kann nach diesen zwei Jahren Niedergang langsam keine Ruhe mehr bewahren, obwohl ich Ihnen grundsätzlich zustimme. Mir fehlt in Bezug auf Mario Kallnik einfach die Hoffnung....er wird sich nicht ändern und keinen "Mitbestimmer" neben sich aushalten können.

Thommi Tulpe vor 32 Wochen

Oft denke ich, dass sich gerade unser blau-weißer U-Block zu wichtig nimmt. Und das sage ich, wo ich diesem U-Block "ewige" Jahre anghörte - Teil des Ganzen war. Sicher ist es berechtigt, Kritik und Unmut zu äußern. Zu "meiner" Zeit wurde das auch getan, z. B. in dem man in der Misere zu spät seinen Platz im Stadion einnahm oder der Mannschaft jede Unterstützung verweigerte. Seinerzeit war das genauso medienwirksam wie jetzt ein offener Aufruf. Nicht jeder im U-Block ist aber Kenner aller wichtiger Dinge, kein Experte, auch kein Profi. Derartige Dinge kann man besser bei Mitgliederversammlungen äußern. Nicht mal jeder aus dem U-Block wird dummerweise Club-Mitglied sein!? Nun haben wir auch noch die Pandemie - MV vertagt auf kommendes Jahr. Aber ich sage trotzdem: Wenn 7.500 Zuschauer bis vor Kurzem noch möglich waren und "nur" 5.000 kommen: Der U-Block sollte sich echt nicht zu wichtig nehmen!