Fußball | 3. Liga FSV Zwickau: Enochs vertraut seiner Offensive und sucht nach dem Kusic-Ersatz

21 Spiele bleiben dem FSV Zwickau noch, um zum siebten Mal in Serie den Drittliga-Klassenerhalt zu schaffen – einmal mehr eine große Herausforderung. Trainer Joe Enochs ist trotz aller personeller und finanzieller Sorgen zuversichtlich.

Joe Enochs 3 min
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Trainer Joe Enochs (FSV Zwickau) und Sportdirektor Toni Wachsmuth (FSV Zwickau) schauen vor dem Spiel der 3. Liga zwischen SV Meppen und FSV Zwickau in der Haensch-Arena
Aus sehr wenig ganz viel machen: Es ist wie immer keine leichte Aufgabe auf dem Transfermarkt für Trainer Joe Enochs (li.) und Sportdirektor Toni Wachsmuth (re.). Bildrechte: IMAGO / PaetzelPress

Joe Enochs ist niemand, der nach Ausreden sucht. "Wir wussten von Anfang an, dass es eine schwere Saison wird. Aber wir hätten es besser machen müssen, wir hätten mehr Punkte haben können", bringt der Trainer die ausbaufähige Zwischenbilanz des FSV Zwickau auf den Punkt. Die Westsachsen haben nach 17 Drittliga-Partien erst 16 Punkte auf dem Konto und überwintern auf Abstiegsplatz 17. Es ist also einiges zu tun in der am vergangenem Montag (5. Dezember) gestarteten Vorbereitung auf die noch ausstehenden 21 Saisonspiele.

Es ist unser erster Ansatz, Filip Kusic zu ersetzen.

Zwickau-Trainer Joe Enochs

Knappe Kasse lässt kaum Spielraum auf Transfermarkt

Sportlich gilt es vor allem zwei Schlüsselthemen zu bearbeiten. Die schwere Knieverletzung von Innenverteidiger Filip Kusic hat eine schmerzliche Lücke in die zentrale Defensive des alles andere als üppig bestückten Kaders gerissen. "Es ist unser erster Ansatz, ihn zu ersetzen", unterstreicht Enochs daher und dämpft die Erwartungen an den erst 21-jährigen kanadischen Probespieler Cristian Campagna: "Wir schauen, wie er sich in der Woche hier macht. Wir haben viele Kandidaten."

Filip Kusic (36, Zwickau)
Schwerer Schlag für den FSV: Innenverteidiger Filip Kusic zog sich Mitte November in Mannheim einen Kreuzbandriss zu und fällt für die restliche Spielzeit aus. Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Die finanziellen Möglichkeiten sind bekanntermaßen sehr begrenzt. Der Etat des FSV gehört seit jeher zu einem der kleinsten der gesamten Konkurrenz, darüber hinaus muss der Verein bis Ende Januar 2023 einen mittleren sechsstelligen Betrag für die Nachlizenzierung beim DFB nachweisen. "Andere Trainer würden vielleicht Spieler um Spieler fordern, aber Toni Wachsmuth und ich gehen kein Risiko ein, um den Verein zu gefährden", betont Enochs. Viel mehr als eine Kusic-Alternative dürfte die Kasse also nicht hergeben.

Joe Enochs (Trainer FSV Zwickau) gestikuliert am Spielfeldrand 4 min
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Nur 15 Tore sind dem FSV Zwickau in 17 Drittliga-Spielen gelungen. Trainer Joe Enochs stärkt seiner Offensive um Routinier Ronny König jedoch den Rücken und glaubt an die Qualität im Kader.

Do 08.12.2022 08:05Uhr 03:38 min

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Enochs redet Baumann, König und Co. stark

Das bedeutet jedoch auch, dass die zweite Baustelle wohl eher ohne Impulse vom Transfermarkt gelöst werden muss: Mit nur 15 Toren stellen die "Schwäne" bis dato die drittschlechteste Angriffsabteilung der Liga. Neunmal blieb Zwickau in den 17 Partien gänzlich ohne eigenen Treffer. Dennoch stärkt Joe Enochs seinem Offensivpersonal vehement den Rücken: "Ich bin von unserem Sturm überzeugt, ich bin von unseren Standardschützen überzeugt, ich bin von unseren Spielern überzeugt, die aus dem Mittelfeld heraus torgefährlich sind."

Johan Gomez FSV Zwickau li., erzielt das 2:0, Maxwell Gyamfi VfL Osnabrueck Mitte, Noel Eichinger FSV Zwickau re.
Befreiungsschlag Anfang November: Johan Gomez bejubelt das zwischenzeitliche 2:0 beim 4:3-Heimsieg über Joe Enochs' langjährigen Klub VfL Osnabrück. Bildrechte: IMAGO/Eibner

Die Torchancen seien vorhanden, doch "es hapert manchmal an der Effektivität", so der 51-Jährige. Aber sowohl Dominic Baumann, Noel Eichinger, Ronny König, Rapha Mensah, Johan Gomez als auch Lukas Krüger hätten "nachgewiesen, dass sie Tore schießen können".

Ich habe großes Vertrauen in meine Spieler, die jahrelang hier die Knochen hinhalten, die nicht die bestbezahltesten sind, aber die einfach Charakter und Mentalität haben. Was sie hier unter diesen Voraussetzungen leisten, ist überragend.

Zwickau-Trainer Joe Enochs

Wegweisende Kellerduelle zum Start

Trotz aller Widrigkeiten ist der Cheftrainer vom abermaligen Zwickauer Drittliga-Klassenerhalt überzeugt – es wäre der dann fünfte unter seiner Führung und der ingesamt schon siebte in Serie des FSV. "Natürlich dürfen keine Verletzungen dazukommen, natürlich müssen wir alle über die ganze Rückrunde unsere Form haben", aber "ich glaube, dass wir stark genug sind", sagt Joe Enochs optimistisch. Er habe "großen Vertrauen in meine Spieler, die jahrelang hier die Knochen hinhalten, die nicht die bestbezahltesten sind, aber die einfach Charakter und Mentalität haben. Was sie hier unter diesen Voraussetzungen leisten, ist überragend und deswegen habe ich diese Zuversicht."

Nils Butzen (16, Zwickau) und Tunay Deniz (20, Halle)
Auf Nils Butzen (li.) und den FSV Zwickau Drei Kellerduelle in den ersten vier Spielen – unter anderem das Wiedersehen mit dem Halleschen FC. Bildrechte: Picture Point

Umso wegweisender für den Verlauf der Restsaison dürfte der Beginn sein – in den ersten vier Partien warten gleich drei Aufgaben gegen die direkte Konkurrenz. Zuerst reist der punktgleiche Tabellennachbar VfB Oldenburg in die GGZ-Arena (13. Januar), nach der folgenden schweren Auswärtshürde bei den zweitligaambitionierten Münchner Löwen (21. Januar) schließen sich die Keller-Duelle in Halle (28. Januar) und daheim gegen den SV Meppen (4. Februar) an. "Ein guter Start ist extrem wichtig", weiß Enochs.

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mhe

Spieler von Zwickau und Dresden im Kampf um den Ball. 25 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 13. Januar 2023 | 21:45 Uhr

1 Kommentar

SGDHarzer66 vor 7 Wochen

Ich wünsche dem FSV unter Enochs und Wachsmuth alles Gute auf dem Weg zum Klassenerhalt! Aber es wird am Ende sehr knapp zugehen....

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