Fußball | 3. Liga FSV Zwickau - Vorstandssprecher Tobias Leege verwundert: DFL-Geschenk nur gegen Gegenleistung

Die 300.000 Euro pro Drittligist von der DFL wirkten zunächst wie ein Geschenk. Doch nun knüpfe der DFB die Ausschüttung des Betrags an Bedingungen, so Tobias Leege vom FSV Zwickau. Die Westssachsen kritisieren zudem das medizinisch-hygienische Konzept für die 3. Liga.

Leege kritisiert Vorgehen des DFB

Beim FSV Zwickau kritisiert Vorstandssprecher Tobias Leege den Umgang des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit den finanziellen Hilfen der Deutschen Fußball Liga (DFL). Er betonte am Mittwoch (29.04.2020) im "SpiO"-Talk, dass die 300.000 Euro pro Drittligist von der DFL nicht an Bedingungen geknüpft seien. Er sagte: "Wir sind davon ausgegangen, dass wir über das Geld frei verfügen können. Der DFB hat uns am Montag mitgeteilt, dass dem nicht so ist." Weiter erklärte er, dass 50.000 Euro insbesondere für Tests vorgesehen seien. "Der verbleibende Betrag soll nach einer Teilnahme an Geisterspielen ausgeschüttet werden", schilderte Leege.

Der FSV Zwickau votierte aber bei der Managertagung gegen eine Fortsetzung des Spielbetriebs. Sollten die Westsachsen nicht spielen, würde das Geld an den Fußball-Landesverband ausgeschüttet, so Leege, der das überraschende Vorgehen des DFB "merkwürdig" nannte.

Leege: Medizinisch-hygienisches Konzept nicht umsetzbar

Zudem ging Leege darauf ein, dass das DFB-Konzept für eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der 3. Liga dem FSV-Mannschaftsarzt zufolge Defizite aufweist, die "vom DFB nicht ausgeräumt werden konnten". Leege sagte: "Das Konzept, das der DFB vorgelegt hat, orientiert sich 1:1 am Konzept der DFL. Doch die Mannschaftsärzte arbeiten in der 3. Liga ehrenamtlich." Die geforderten Aufgaben würden fast einer Vollzeitanstellung gleichkommen, so die Auffassung beim FSV.

Leege erklärte: "Wir müssten Tests vornehmen und einen Hygiene-Verantwortlichen bestimmen. Das sollen in der Regel die Mannschaftsärzte sein. Das ist nicht leistbar." Medizinische Dienstleistungen einzukaufen, weil der Teamarzt verhindert sei, sei "lebensfremd", so Leege. Mannschaftsarzt Dr. med. Bernhard Karich ist Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Physikalische Medizin des Zwickauer Klinikums.

mkö

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 29. April 2020 | 17:45 Uhr

12 Kommentare

Chilli Palmer vor 25 Wochen

Nun ja, Karl-Marx-Stadt ist aber noch finsterer als Zwickau. Daher freuen wir uns nicht auf Euch. Wir sind LOK und damit die Größten der Welt. Argumentum a minori ad maius.

FAN aus Bayern vor 25 Wochen

Ich gebe Ihnen da grundsätzlich Recht. Das wurde durch die Medien (vor allem die Bild-Zeitung wie immer) schon kolportiert, dass das Geld zweckgebunden ist. Aber manche Vereine glaubten anscheinend noch an Ehrlichkeit.

MikeS vor 25 Wochen

Ich find´s schon immer geil, wenn hier User mit Latein-Sprüchen rüberkommen, die sicher nicht mal das kleine Latinum beherrschen und nach diesen Floskeln googlen müssen.
Fakt ist, der Leege ist ein guter Analytiker, was man von Cilly und Tom123 nicht behaupten kann. Die labern durch die Vereinsbrille und gut isses. Ich behaupte, die verstehen den Leege nicht mal ansatzweise. Man muss kein Fan von Zwigge sein, um dessen klare Logik zu verinnerlichen. Aber wenn man eben nur Latein googlen muss, ist das eben schwierig ...