Fußball | 3. Liga Ost-Duell zwischen den politischen Lagern

Im ersten Ostduell nach der Corona-Pause kommt es am Samstag zum Drittliga-Spiel zwischen dem FSV Zwickau und Hansa Rostock. Es ist ein Duell ungleicher Gemütszustände.

Fabio Viteritti gegen Nils Butzen
Bildrechte: imago images/Eibner

Die Lage bleibt angespannt, die Liga entzweit. Auch nach der Entscheidung über den Neustart in der 3. Liga gibt es zwei Lager: das der Abbruch-Befürworter und das der Abbruch-Gegner. Zu ersteren gehört nach wie vor der FSV Zwickau, der dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) nach dem Bundestags-Beschluss über eine Saisonfortsetzung einen "ignoranten Umgang" mit den Einwendungen der Abbruch-Willigen vorwarf.

Zwickau: "Finanzielle Verluste in Höhe eines mittleren sechsstelligen Eurobetrages"

Die Geisterspiele würden "aufgrund zusätzlicher Kosten für die Umsetzung des Hygienekonzeptes und infolge des Wegfalls von geplanten Zuschauereinnahmen erhebliche finanzielle Verluste in Höhe eines mittleren sechsstelligen Eurobetrages verursachen", hieß es in eine Mitteilung des Vereins am Dienstag.

Doch aller Einwand, alle Kritik hilft nichts mehr. Die Saison wird fortgesetzt - koste es, was es wolle. Die Zwickauer, die zu einer Gruppe von noch sieben Abbruch-Befürwortern - darunter vier mitteldeutsche Vereine - gehören, bereiten sich also auf einen Einsatz vor, den sich gar nicht wollen. Am Samstag kommt es im ersten Spiel nach der Corona-Pause gleich zu einem Ostduell gegen Hansa Rostock (Anstoß: 14 Uhr).

Tobias Leege / FSV Zwickau im Interview
Zwickaus Vorstandssprecher Tobias Leege. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei dem ist die Lage ganz anders. Die Rostocker hatten sich von Beginn an für eine Fortsetzung der Spielzeit ausgesprochen - und waren in ihrer Gruppe zunächst der einzige ostdeutsche Klub, bevor der Chemnitzer FC das Lager wechselte. Mehr noch: Die Hanseaten erhoben schwere Vorwürfe gegen die ostdeutschen Konkurrenten aus Halle und Magdeburg.

Rostock: "Klassenerhalt soll politisch gesichert werden"

"In Sachsen-Anhalt soll der Klassenerhalt politisch gesichert werden", hatte Rostocks Vorstandschef Robert Marien gegenüber dem NDR beklagt: "Der Blick auf die Tabelle verrät da leider einiges. Und das ist ein schlechtes Zeichen für die 3. Liga in der Außendarstellung." Zudem zeigte sich Marien genervt von der Dauer-Diskussion unter den 20 Drittligisten: "Eine Sachdiskussion fällt schwer. Die Positionen stehen fest, da können Sie Argumente liefern, wie Sie wollen."

Das sah und sieht man in Zwickau selbstverständlich ganz anders. Letztlich war es aber auch eine Entscheidung, die für eine Mehrheit der Drittligisten ausfiel. Was bleibt, sind die harten Gefechte zwischen zwei schwer versöhnlichen Seiten, für die diese beiden Vereine quasi stellvertretend stehen. Fraglich, ob die Kriegsbeile begraben werden, wenn der Ball wieder rollt.

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mze/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 30. Mai 2020 | 16:30 Uhr

2 Kommentare

Fernsehgucker vor 16 Wochen

Dieter hat voll Recht mit diesem Kommentar. Aber das interessiert nicht den DFB. Es sind noch elf Spiele, haut Euch in jedes rein und Ihr wisst worum es geht. Übrigens noch eine Anmerkung zum Spieler Breyer, es ist nicht ein kleiner Vorteil sondern ein G R O S S E R Vorteil!

Dieter1943 vor 16 Wochen

Mit fairem sportlichen Wettkampf hat diese Drittliga Farce nichts mehr zu tun. Eine größere sportliche Ungerechtigkeit als die Fortsetzung der dritten Liga kann es nicht mehr geben. Der Rostocker Spieler Breyer hat ein Interview gegeben und sagt folgendes auf die Frage"
In welchem Fitnesszustand befinden Sie sich? "In einem sehr guten. Wir sind mittlerweile seit mehreren Wochen im Training. Es war fast so wie eine komplette Sommervorbereitung. Ob wir deshalb vielleicht einen kleinen Vorteil gegenüber anderen Teams haben, die aufgrund der unterschiedlichen Regularien in den jeweiligen Bundesländern erst später ins Training einsteigen durften, wird sich zeigen."

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.