Fußball | 3. Liga Kickers Würzburg: Mit Magath und Leidenschaft in die 2. Liga?

Der Chemnitzer FC kämpft am Freitagabend gegen einen Aufstiegskandidaten gegen den Abstieg: Der CFC muss nach Würzburg. Als Fünfter liegen die Unterfranken nur einen Punkt hinter den Relegationsrängen. Besonders bemerkenswert: Ein prominenter Name und eine starke Offensive.

 Felix Magath
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Dass die "Rothosen" ein durchaus ein heißer Kandidat auf die 2. Liga sind, zeigen die Spiele seit dem Re-Start der 3. Liga. Von den sechs Partien ging nur eine verloren, Anfang Juni war das im Heimspiel gegen Magdeburg (0:1). Insgesamt haben die Unterfranken im Jahr 2020 von 13 Spielen nur zwei verloren. Mit dieser starken Bilanz kommt eine Rückkehr in die 2. Liga nach dem einjährigen Intermezzo 2016/17 in greifbare Nähe.

7. Spieltag - Abstiegsränge

Dabei sah es zu Saisonbeginn noch gar nicht gut aus für Würzburg: Nach einer Niederlage gegen Zwickau lag das Team von Coach Michael Schiele am 7. Spieltag sogar auf einem Abstiegsplatz.

Coach Schiele: Früher Co-Trainer unter Ralph Hasenhüttl

Verantwortlich für den Höhenflug der Kickers ist Trainer Michael Schiele, an dem der Verein trotz des durchwachsenen Saisonbeginns festhielt. Der 42-Jährige hat die Kickers zu einem verschworenen Team geformt, das hingebungsvoll und aufopferungsbereit in die Spiele geht - und sich in dieser Saison schon mehr als 70 Gelbe Karten abholte.

Schiele, der einst unter dem jetzigen Premier-League-Trainer Ralph Hasenhüttl Co-Trainer in Aalen war, ist seit Oktober 2017 Trainer in Würzburg und steht mit einem Punkteschnitt von 1,77 mittlerweile sogar besser da als Kickers-Legende Bernd Hollerbach (1,74), dem 2016 schon mal der überraschende Aufstieg in die 2. Liga gelang.

Übrigens: Obwohl Schiele mit seinem Team auf einer Erfolgswelle schwimmt, endet sein Vertrag Ende Juni. Eine Vertragsverlängerung ist noch nicht in trockenen Tüchern.

Trainer Michael Schiele, FC Würzburger Kickers
Trainer Michael Schiele hat Würzburg Leidenschaft eingeimpft. Bildrechte: imago images/Picture Point

Felix Magath seit Januar an Bord

Dass Würzburg zurück in die 2. Liga will, zeigt auch eine andere promiente Personalie: Felix Magath wurde Anfang des Jahres als so genannter "Global Sports Director" ins Management der Kickers geholt. Der 66-jährige langjährige Bundesliga-Trainer soll die Transferaktivitäten und Spielerbeobachtungen für den Hauptsponsor global im Blick behalten - nach dem Vorbild von Ralf Rangnick beim Geldgeber des Bundesligisten RB Leipzig.

 Felix Magath
Felix Magath hat einen übergeordneten Job im Management. Bildrechte: imago images/GEPA pictures

Würzburger Stärke: Die Offensive und die Breite

Dass die Kickers an den Aufstiegsrängen klopfen, haben sie ganz klar ihrer Offensive zu verdanken. 60 Tore schossen die Kickers bereits - oder auch: Zweitbester Angriff nach Tabellenführer Bayern II. Besinders treffsicher dabei Fabio Kaufmann mit zwölf und Puca Pfeiffer mit zehn Toren. Die Chemnitzer dürfte dabei freuen, dass Kaufmann für die Partie am Freitag (19.06.2020) gelbgesperrt ist.

Bange dürfte Cach Schiele aber nicht werden: Die Kickers verfügen über eine große Leistungsdichte im Team. Die Würzburger sind Rotieren gewöhnt.

Chemnitzer Abwehr besser als Würzburger Abwehr

Mit 50 Gegentoren ist die Abwehr des Tabellen-16. Chemnitz übrigens um ein Tor besser als die Defensive des Tabellen-Fübften aus Würzburg. Damit ist zugleich auch eine Schwäche der Bayern benannt. In bisher 33 Saisonspielen blieb Würzburg nur fünf Mal ohne Gegentor.

Das Hinspiel war übrigens solch ein Spiel - 0:0 trennten sich der CFC und Würzburg im November. Das torlose Unentschieden war übrigens auch das bisher einzige Aufeindertreffen der Trainer-Kumpels Michael Schiele (Würzburg) und Patrick Glöckner (CFC).

dh

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 19. Juni 2020 | 21:45 Uhr