Fußball | 3. Liga Verspielt Duisburg den Aufstieg? Schwächelnde "Zebras" in Zugzwang

Der Aufstiegsfavorit kommt ins Straucheln. Nach vier sieglosen Partien in Folge muss der MSV Duisburg unbedingt wieder punkten, um die Rückkehr in die 2. Bundesliga nicht zu verfehlen. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf der Rückkehr des Kapitäns.

Tabellenstand

5. Platz, 57 Punkte, 60:44 Tore

Aktuelle Lage

Lange Zeit sah es danach aus, als würde dem MSV Duisburg ohne Probleme die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga gelingen. Vom 14. bis 32. Spieltag grüßte das Team von Torsten Lieberknecht vom Platz an der Sonne und überzeugte mit stabilen Leistungen. Doch seit dem Re-Start hinken die "Zebras" ihren Erwartungen hinterher, holten nur zehn von möglichen 24 Punkten und sind seit vier Spielen ohne Sieg. Die Schwächephase zur Unzeit rächte sich sofort. Die Tabellenführung ist der MSV los und wurde auf Platz 5 durchgereicht – das Saisonziel Aufstieg ist mehr denn je in Gefahr.

Auch wenn der Abstand auf Spitzenreiter Bayern München II nur vier Punkte beträgt, zählen für den MSV im Schlussspurt nur noch Siege. Schließlich schläft auch die Konkurrenz aus Rostock (56 Punkte) und Mannheim (54 Punkte) nicht. Die spielerische und individuelle Klasse ist unzweifelhaft da, auch wenn die Formkurve, insbesondere bei Torhüter Leo Weinkauf, der mit zwei schlimmen Fehlern gegen den KFC Uerdingen und Viktoria Köln den Abwärtstrend begünstigte, nach unten zeigt. Fehlt die Konzentration auch am Samstag gegen einen zuletzt offensiv gut aufgelegten Halleschen FC, könnte die Saison für die "Zebras" doch noch eine bittere Wendung nehmen.

Moritz Stoppelkamp im Gespräch mit Trainer Torsten Lieberknecht (MSV Duisburg)
Trainer Torsten Lieberknecht hofft auf die Rückkehr von Kapitän und Topscorer Moritz Stoppelkamp. Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Letzte fünf Spiele

31. Spieltag: 3:1-Sieg gegen 1. FC Kaiserslautern (A)

32. Spieltag: 1:1 gegen Würzburger Kickers (H)

33. Spieltag: 1:1 gegen KFC Uerdingen (A)

34. Spieltag: 0:0 gegen Hansa Rostock (H)

35. Spieltag: 0:1-Niederlage gegen Viktoria Köln (A)

Topscorer

Offensiv brauchen sich die Duisburger mit bisher erzielten 60 Saisontoren nicht zu verstecken. Großen Anteil daran hat auch Moritz Stoppelkamp, der bereits 14 Mal ins Schwarze traf und zugleich mit zehn Vorlagen glänzte. Der erfahrene Routinier ist als Antreiber Dreh- und Angelpunkt der Lieberknecht-Truppe. Umso mehr schmerzte der Ausfall des 33-Jährigen wegen einer Oberschenkelzerrung in den letzten drei Partien, als der Kapitän an allen Ecken und Enden fehlte. 

Trainer

Der Name Torsten Lieberknecht ist unweigerlich mit Eintracht Braunschweig verbunden. Zehn Jahre trainierte der 46-Jährige die Niedersachsen und führte den Verein zwischenzeitlich sogar bis in die Bundesliga. 2018 trennten sich die Wege, seitdem steht der ehemalige Profi vom FSV Mainz (89 Spiele) an der Seitenlinie der Duisburger. Den Abstieg in die 3. Liga konnte der erfahrene Coach aber nicht verhindern.

Terrence Boyd, HFC, am Ball.
Terrence Boyd sorgte im Hinspiel per Traumtor für den 1:0-Sieg des HFC gegen Duisburg. Bildrechte: imago images/VIADATA

Personalsituation

Hoffnung macht vor allem die mögliche Rückkehr von Top-Scorer Moritz Stoppelkamp. Durch die Verletzung von Migel-Max Schmeling sowie der fünften gelben Karte für Vincent Vermeij (13 Tore/sechs Vorlagen) hat sich die personelle Ausgangssituation bei den "Zebras" aber nicht wirklich verbessert. Hinzu kommen die Ausfälle von Joshua Bitter, Vincent Gembalies, Sinan Karweina, Cem Sabanci und Arne Sicker. 

Bisherige Duelle

Neun Mal duellierten sich der MSV Duisburg und der Hallesche FC bislang. Drei Siege verbuchten die "Zebras", während der HFC zweimal als Sieger vom Platz ging. So auch beim letzten Aufeinandertreffen in der Hinrunde. Damals bescherte Terrence Boyds Traumtor den Saalestädtern in der 89. Minute das entscheidende 1:0. Nicht nur deswegen werden die Meidericher auf die Revanche brennen.

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. Juni 2020 | 16:30 Uhr

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