Fußball | 3. Liga TSV Havelse: Ein Underdog ohne Überraschungseffekt

22. Spieltag

Die Euphorie ist beim TSV Havelse nach dem Aufstieg schnell verflogen. Die Rückrunde in der 3. Liga könnte zu einer langen Abschiedstournee werden. Als nächstes geht es am Sonntag (ab 15.00 Uhr im Liveticker und in voller Länge im Web-Radio hören) gegen den alles überragenden Tabellenführer 1. FC Magdeburg.

Die Spieler des TSV Havelse sind enttaeuscht
Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Saisonstatistiken nach 21 Spieltagen

TSV Havelse: Platz 20 - 13 Punkte (3 Siege/4 Unentschieden/14 Niederlagen) - 17:43 Tore

1. FC Magdeburg: Platz 1 - 47 Punkte (15 Siege/2 Unentschieden/4 Niederlagen) - 44:20 Tore

Letzten Liga-Partien

N - U - N - U - N

"Nie mehr vierte Liga" schallte es in Juni vergangenen Jahres durch das Wilhelm-Langrehr-Stadion in Garbsen - genauer gesagt im Stadtteil Havelse. Die Kicker aus der niedersächsischen Kleinstadt hatten da gerade ihr persönliches Fußball-Wunder vollendet und waren in die 3. Liga aufgestiegen. Fast genau 30 Jahre nach dem Ende des einjährigen Abenteuers in der 2. Bundesliga hieß es nun wieder: Profifußball.

Doch den Norddeutschen wurden von Beginn an nur eine geringe Wettbewerbstauglichkeit attestiert. Statt in Beine musste erst einmal in Steine investiert werden. Nicht die eigenen, sondern in die große Arena des Zweitligisten Hannover 96. Dorthin nämlich zog der TSV um, weil die eigene Heimspielstätte nicht den Regularien der 3. Liga entspricht. Mietkosten für das Jahr: rund eine Millionen Euro.

Und auch sportlich ging es katastrophal los. Die ersten sieben Spiele wurden allesamt verloren. Einer positiven Phase von sieben Punkten aus drei Partien folgte wieder die bittere Realität: die Gegner sind zu stark für Havelse. Aus den folgenden elf Spielen gab es nur fünf weitere Zähler. 14 der 21 Spiele gingen verloren. Auch wenn noch fast eine ganze Halbserie zu spielen ist, der Rückstand von neun Punkten auf den ersten Nichtabstiegsplatz scheint uneinholbar. Für Havelse könnten die noch ausstehenden 17 Spiele eine nicht enden wollenden Abschiedstournee durch die Drittliga-Stadien der Republik werden.

Personal

Trotz des Aufstiegs gab es bei den Rot-Weißen keinen großen personellen Umbruch. Sieben Abgängen standen neun Zugänge gegenüber. Die bekanntesten davon sind der Kanadier Kianz Froese, der bereits auf 15 Einsätze in der nordamerikanischen Major League Soccer zurückblicken kann und der ehemalige Magdeburger Julius Düker. Der war von 2016 bis 2018 beim FCM tätig und feierte mit den Sachsen-Anhaltern den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Julius Düker (TSV Havelse)
Julius Düker. Bildrechte: IMAGO / Beautiful Sports

Entsprechend freut sich der 26-jährige Angreifer auch auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein: "Magdeburg ist eine Top-Mannschaft. Trotzdem möchten wir uns nicht verstecken und glauben daran, etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Ich habe den Jungs schon von der Stimmung im Stadion erzählt. Alle sind voller Vorfreude vor der besten Kulisse der dritten Liga spielen zu können." Beim Spiel am Sonntag sind bis zu 15.000 Zuschauer in der MDCC-Arena zugelassen.

Direkter Vergleich

Fünf Pflichtspiele gab es zwischen Havelse und Magdeburg bisher. Neben dem 3:1-Sieg des FCM aus der Hinrunde stehen noch vier Begegnungen aus den Jahren 2010 bis 2012 in der damaligen Regionalliga Nord in der Bilanz. Hier gab es für immer hin zwei Siege und zwei Unentschieden für Havelse. Dass der TSV seine Statistik nun weiter aufhübscht scheint angesichts der Vorzeichen und des bisherigen Saisonverlaufs fast ausgeschlossen.

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Videos und Audios zur 3. Liga

Dirk Schuster (Trainer 1. FC Kaiserslautern)
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Spieler des FSV Zwickau am Ball.
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Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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