Fußball | 3. Liga Gegnercheck Havelse: Das Schlusslicht mit hoher Intensität

15. Spieltag

Der Hallesche FC muss am Samstag nach Hannover zum TSV Havelse. Der Aufsteiger ist Schllusslicht, doch HFC-Coach Schnorrenberg hat ein paar echte Stärken der Niedersachsen ausgemacht.

Havelses Linus Meyer erzielt das Tor zum 3:4 gegen Bryang Kayo von Viktoria Berlin
Einer von zwei Saisonsiegen: Havelse besiegte u.a. Mitaufsteiger Viktoria Berlin. Bildrechte: imago images/Matthias Koch

Aufsteiger TSV Havelse ist Schlusslicht in der 3. Liga – abgeschlagenes Schlusslicht. In 13 Saisonspielen gelangen dem Team von Trainer Rüdiger Ziehl nur zwei Siege. Zudem schied der Neuling im Landespokal gegen Regionalligist Jeddeloh II aus. Nach einem Zwischenhoch von sieben Punkten aus drei Spielen verlor der TSV die letzten drei Partien – mit einer Tordifferenz von 3:15. Die Niedersachsen sind damit die Schießbude der Liga.

HFC ist Favorit: "Wenn wir nur 90 Prozent abrufen ..."

Der HFC ist in der Partie beim TSV damit klarer Favorit. Das weiß auch Halle-Trainer Florian Schnorrenberg: "Wir wollen der Favoritenrolle, die wir zweifelsfrei haben, gerecht werden", sagte der 44-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Damit das gelingt, dürfe sein Team gegen Gegner aber nicht unterschätzen: "Wenn wir nur 90 Prozent abrufen, werden wir da nichts holen", so Schnorrenberg.

Schnorrenberg: "Sehr gute Ansätze beim Anlaufen"

Doch der HFC-Coach hatte auch viel Lob für die Kicker aus dem Nordwesten von Hannover: "Wir haben Spiele gesehen, wo sie fantastisch gekontert haben. Gerade zu Beginn der Saison waren Spiele dabei, wo sie nur knapp verloren haben. Havelse hat sehr gute Ansätze, wenn sie anlaufen, wenn sie eine hohe Intensität haben. Da sind sie oft torgefährlich geworden." Nach den hohen Niederlagen der letzten Spiele sei Havelse aber defensiver aufgetreten. Insgesamt ist ein sehr intensives Spiel zu erwarten: In 13 Spielen kassierte der TSV bereits 29 Gelbe Karten.

Geschichte: zum zweiten Mal im Profifußball

Rückblick in den Sommer: Am 19. Juni 2021 war es so weit - Der TSV Havelse hatte sich nach zwei 1:0-Erfolgen gegen den 1. FC Schweinfurt in den Aufstiegsspielen durchgesetzt und damit erstmals die Qualifikation für die 3. Liga geschafft. Für den Verein aus dem Stadtteil von Garbsen bei Hannover ist es das zweite Abenteuer Profifußball nach der Saison 1990/91 in der 2. Bundesliga. Zwischenzeitlich stürzten die Niedersachsen bis in die Fünftklassigkeit, kämpften sich aber sukzessive zurück und profitierten im Vorjahr auch vom coronabedingten Saisonabbruch in der Regionalliga Nord

Runderneuerter Kader und fremdes Stadion

Danach verließ Erfolgscoach Jan Zimmermann die Havelser in Richtung Zweitligist Hannover 96. Für ihn übernahm mit Rüdiger Ziehl der langjährige Co-Trainer des VfL Wolfsburg II, für den es die erste Station als Chefcoach ist. Ein weiteres Manko für den TSV ist in dieser Saison das Stadion: Weil das heimische Wilhelm-Langrehr-Stadion nicht drittligatauglich ist, trägt man die Heimspiele in der HDI-Arena von Hannover 96 aus.

In Hannover fühlt sich der TSV offenbar nicht sehr wohl: Nur ein Spiel konnte das Ziehl-Team in der großen Arena gewinnen. Zum Vergleich: In der (abgebrochenen) Vorsaison ging zuhause kein Spiel verloren. Besonders deutlich ist die Offensivschwäche beim Aufsteiger, die auch der Ex-Magdeburger Julius Düker, der vom SV Meppen nach Havelse gewechselt war, bisher nicht beheben konnte.

Cheftrainer Rüdiger Ziehl (VfL Wolfsburg II)
TSV-Trainer Ziehl (Archivbild als Wolfsburg-II-Trainer) Bildrechte: imago images / regios24

Stürmer Jaeschke fehlt rotgesperrt

Gegen Halle fehlen neben den Verteidigern Jonas Sonnenberg und Erik Henschel und den Angreifern Torben Engelking und Julius Langfeld auch Offensivspieler Yannnik Jaeschke. Der 28-Jährige sah im letzten Spiel gegen Braunschweig die Rote Karte. Mit Mittelstürmer Jaeschke fehlt Havelse nun ausgerechnet der beste Torschütze und der zweitbeste Vorlagengeber.

Die bisherigen Duelle zwischen Halle und Havelse

Der HFC und der TSV spielten zwischen 2010 und 2012 in der damaligen Regionalliga Nord viermal gegeneinander. Dreimal gewann Halle und schoss jeweils drei Tore (3:0, 3:1, 3:1). Einmal setzte sich Havelse durch, vor heimischem Publikum mit 3:0.

dh/cdi

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. November 2021 | 16:00 Uhr

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