Fußball | 3. Liga Dynamo-Fanszene lehnt Geistertickets für Türkgücü München ab

Türkgücü München benötigt finanzielle Unterstützung. Für das Spiel gegen Dynamo Dresden wurde eine Geisterticket-Aktion ins Leben gerufen, auch Gästetickets wurden angeboten. Die Dynamo-Fans sind wenig begeistert.

Tuerkguecue - Spieler laufen auf. Fussball, Tuerkguecue Muenchen TGM - SV Wehen Wiesbaden WIE
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Drittligist Türkgücü München steht nach dem Ausstieg von Investor Hasan Kivran das Wasser bis zum Hals. Am kommenden Montag (11.1.2021) gastiert Spitzenreiter SG Dynamo Dresden beim Aufsteiger. Türkgücü sucht nun händeringend nach finanzieller Unterstützung, hat vor einer Woche eine Geisterticket-Aktion ins Leben gerufen. Bis Montag (4.1.2021) kamen 6.500 virtuelle Karten – die für fünf bis 50 Euro erstanden werden können, zusammen.

Dynamo-Fanszene lehnt "Investoren" ab

Nun richtete sich der Verein auch an die Fans der SG Dynamo Dresden. Diese könnten über Geistertickets auch "Teil dieses Fußballfestes" werden. "Der Verein bietet daher neben den Heimtickets in Absprache mit Dynamo Dresden nun auch Auswärtstickets zum Preis von 5 Euro für die Gästefans an. Für jedes 20. verkaufte Auswärtsticket kann ein Fanbanner der Dynamo-Fans bei unserer gemeinsamen Begegnung im Städtischen Stadion an der Grünwalder Stadion aufgehangen werden“, heißt es auf der Homepage des Vereins.

Die Aktion stößt allerdings bei vielen Dynamo-Fans auf wenig Gegenliebe. Hauptgrund ist, dass der Münchner Verein von einem sogenannten Investor geführt wird, beziehungsweise wurde. "Die aktive Fanszene der SG Dynamo Dresden distanziert sich seit vielen Jahren von vermeintlichen Investoren, die Fußballvereine nur noch als Spielzeug und finanzielle Spekulationsobjekte betrachten“, heißt es in einem Statement der aktiven Szene von Dynamo Dresden. Für welches Chaos diese "Investoren“ sorgen können, sieht man gerade bei unserem nächsten Punktspielgegner in München.“ Man appelliere an alle Dynamo-Fans, sich von dieser Art "des modernen Fußballs" zu distanzieren.


Mittlerweile reagierte der Münchner Verein und rief "auf Grund der negativen Reaktion auf die Gästetickets" die eigenen Fans auf: "Wir brauchen auch eure Unterstützung, um den Weg von Türkgücü München weiter erfolgreich bestreiten zu können!"

rei

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 05. Januar 2021 | 17:45 Uhr

30 Kommentare

Montezuma vor 2 Wochen

Bitte nicht nur einen Satz lesen, sondern den gesamten Kommentar. Natürlich ist es ein Unterschied, ob ich das Geld einfach gen München überweise, ohne etwas davon zu haben, bzw. den eigenen Verein zu unterstützen. Oder, wie im konkreten Beispiel, eben mitzufahren, dass Spiel im Stadion zu sehen und meine Mannschaft anzufeuern und so ggf. mit für den letzten Kick zu sorgen, der für einen Sieg notwendig ist.
Ja, die Eintrittsgelder gehen dann an den Gastgeber. Aber ich unterstütze eben dann doch auch meinen Verein.

Letztlich geben Sie es im 2. Satz ja auch schon zu, wollen es nur nicht wahrhaben.

Montezuma vor 2 Wochen

Witzigerweise hat TGM mehr deutsche Spieler im Kader als so manch anderer "biodeutscher" Verein. 14 Deutsche, 14 mit 2 Staatsbürgerschaften inkl. der Deutschen und lediglich 6 Ausländer (wovon 2 z.B. aus Österreich stammen). Das ist weit entfernt von cottbuser Verhältnissen.

Muzzi vor 2 Wochen

Warum ist Punkt 4 nicht gut durchdacht? Erkläre uns das doch mal bitte! Oder liegt es einfach nur daran, dass es nicht Deiner Vorstellung entspricht?
Bin gespannt!

DG
Muzzi