Fußball HFC-Gedenkstein zum 50. Jahrestag der Brandkatastrophe von Eindhoven enthüllt

Es ist die größte Tragödie in der Vereinsgeschichte des Halleschen FC – die Brandkatastrophe in Eindhoven. Elf Menschen kamen in dem Hotel ums Leben, darunter auch HFC-Nachwuchsspieler Wolfgang Hoffmann. Am 28. September jährt sich das Ereignis zum 50. Mal. Am Stadion in Halle wurde deshalb ein Gedenkstein enthüllt.

Ausgebranntes Hotel 17 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es ist der 28. September 1971, als sich für den DDR-Oberligisten Hallescher FC Chemie auf dramatische Weise alles änderte. Die Mannschaft von Trainer Walter Schmidt war mit 16 Spielern zum UEFA-Cup-Rückspiel gegen den PSV Eindhoven angereist und hatte sich im Hotel "Silbernes Seepferd" einquartiert. In den frühen Morgenstunden brach die Feuerhölle los, die insgesamt elf Menschen das Leben kostete.

Brandkatastrophe HFC
Das Eindhovener Hotel nach dem Brand. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nachwuchsspieler Hoffmann stirbt in den Flammen

Unter den Opfern befand sich auch das HFC-Talent Wolfgang Hoffmann. Der erst 21-Jährige war als Ersatz für den angeschlagenen Stürmer Werner Peter mit nach Eindhoven gereist und bezahlte das mit seinem Leben. Schlimm traf es auch Abwehrspieler Klaus Urbanczyk, der mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Nach vier Wochen Aufenthalt wurde er in die DDR zurückgeflogen.

Brandkatastrophe HFC
HFC-Mannschaftskameraden säumen den Sarg des tödlich verunglückten Wolfgang Hoffmann. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Halle zieht sich aus UEFA-Cup zurück

Im Hinspiel am 15. September 1971 erkämpften die Hallenser, die sich als Oberliga-Dritter für den Wettbewerb qualifiziert hatten, gegen Eindhoven im Kurt-Wabbel-Stadion ein 0:0. Nach der Katastrophe war an eine Austragung des Rückspiels natürlich nicht zu denken. Die Saalestädter verzichteten und zogen sich ganz aus dem UEFA-Cup zurück.

Wiedersehen nach 35 Jahren

Das ausgefallene Rückspiel fand viele Jahre später doch noch statt. 2006 – 35 Jahre nach dem Unglück – trafen der HFC und PSV in einem Freundschaftsspiel in Halle aufeinander. Dabei waren auch zahlreiche Spieler des ursprünglichen Duells vor Ort.

Die ehemaligen Spieler v.li.: Willy van der Kuylen (PSV), Klaus Urbanczyk (Halle), Dagmar Szabados, Bernd Bransch (Halle), Vorstandsvorsitzender Rob M. Westerhoff (PSV), Michael Schädlich, Otto Hoffmann (beide Halle); Kuijlen,
2006 kam es zum Wiedersehen zwischen HFC und PSV. Bildrechte: imago/Köhn

Gedenkstein eingeweiht

Zum 50. Jahrestag des Unglücks wurde nun am Dienstag ein Gedenkstein am Leuna-Chemie-Stadion in Halle enthüllt. An der Zeremonie nahmen neben HFC-Präsident Jens Rauschenbach mehrere Spieler der damaligen HFC-Mannschaft teil – darunter auch Klaus Urbanczyk. Auch aus Eindhoven war eine Delegation vor Ort. Die Niederländer hatten schon vor einigen Wochen über die sozialen Netzwerke eine Grußbotschaft nach Halle geschickt.

"Unser Verein lebt nicht nur vom Heute. Sondern er lebt auch von der Vergangenheit. Von der Erinnerung an gute Zeiten sowie an schwierige Momente und leider auch an diese Tragödie", sagte Rauschenbach bei der Zeremonie. "Heute sind einige Spieler hier, die nicht nur Vereinsikonen sind. In jener Nacht sind sie auch zu Helden geworden, weil sie versucht haben zu helfen", würdigte der aktuelle HFC-Präsident.

Ältere Menschen stehen neben einem Gedenkstein am HFC-Stadion
Zur Enthüllung des Gedenksteins waren auch viele ehemalige Spieler aus den Siebzigern anwesend. Bildrechte: Andreas Feineis

jmd/ol

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Spieler des 1. FC Magdeburg spielt den Ball ins linke Eck.
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Spieler des  FSV Zwickau spielt den Ball ins Tor.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 25. September 2021 | 16:00 Uhr

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