Fußball | 3. Liga HFC-Ultras boykottieren Auswärtsspiel in Osnabrück

Der Hallesche FC muss die Auswärtspartie am 22. Oktober gegen den VfL Osnabrück ohne die Unterstützung seiner aktiven Fanszene bestreiten. Grund ist die 2G-Regel, gegen die sich die Ultras und der HFC-Fankurvenrat in einem gemeinsamen Statement ausgesprochen haben.

Choreografie der Halle Fans Hallescher FC
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Nachdem bereits Dynamo Dresden Anfang Oktober auf die Unterstützung seiner Ultras verzichten musste, hat sich auch die aktive Fanszene des Halleschen FC zu einem Boykott entschlossen. Wie die Ultras der "Saalefront" gemeinsam mit dem HFC-Fankurvenrat in einem Statement am Dienstag (12. Oktober) verkündeten, wird die Auswärtsfahrt zum VfL Osnabrück am 22. Oktober ohne deren Anwesenheit stattfinden. Als Grund für die Ablehnung wird die 2G-Regel des gastgebenden Vereins benannt, wonach nur geimpfte und genesene Fans Zutritt zum Stadion erhalten.

"Vernünftige Konzepte zurück zur Stadionnormalität"

"Wir sprechen uns ganz klar GEGEN einen Stadionbesuch bei Anwendung der 2G-Regelung aus! [...] Der Ausschluss bestimmter Personengruppen vom Stadiongeschehen widerspricht grundlegend unserer Vorstellung von akzeptablen Rahmenbedingungen", wird die Entscheidung begründet. Demnach solle der einzelne Zuschauer nicht durch Merkmale wie Einkommen oder Impfstatus vom Besuch eines Fußballspiels ausgeschlossen werden. 

Gleichzeitig distanziert sich die Fanszene mit ihrem Statement von Impfgegnern, deren Positionen nicht "legitimiert" werden sollen. Vielmehr werden "vernünftige Konzepte zurück zur Stadionnormalität" gefordert. Die 2G-Regel sei hierbei ein "Schritt zurück". Darüber hinaus dürfe die Impfpflicht nicht "auf den Schultern der Fußballfans" durchgesetzt werden.

HFC bezuschusst Corona-Tests

Der Hallesche FC hatte am selben Tag verkündet, weiter am 3G-Modell bei Heimspielen festzuhalten. Zuschauer die nicht geimpft und nicht genesen sind, müssen wie bisher einen negativen Corona-Test vorweisen. Da diese seit Beginn der Woche bundesweit kostenpflichtig sind, unterstützt der Verein seine Fans und bietet die Tests für zehn Euro an.

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jsc

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Spieler des 1. FC Magdeburg spielt den Ball ins linke Eck.
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Spieler des  FSV Zwickau spielt den Ball ins Tor.
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FSV Zwickau - MSV Duisburg
FSV Zwickau - MSV Duisburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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20 Kommentare

HFC- fan vor 3 Tagen

Deine Rechnung bezüglich der Kosten geht aber nur in sofern auf, als dass dabei auch Steuern von allen gezahlt worden sind! Und ob 2G oder 3G sei Mal dahingestellt, die Frage bleibt doch hier unbeantwortet, warum nicht impfen???? Gibt es einen echten Grund dafür? Ausnahmen sind hier ausgenommen 🇲🇨❤️🇲🇨

Lok vor 3 Tagen

Hallo MDR-Team,
vielen für Ihre ausführliche Darstellung. Das bis zum Ende zu diskutieren, würde wahrscheinlich den Rahmen dieser Kommentarspalte sprengen, zumal der Begriff der Diskriminierung nicht einheitlich definiert ist.
Amnesty zum Beispiel (Link gebe ich gern) führt hierzu aus:
"Liegt der Handlung also ein legitimes Ziel zugrunde, wie zum Beispiel der Schutz der Gesundheit oder der Öffentlichkeit – und ist die Handlung verhältnismässig, so fehlt ihr das diskriminierende Element. Dieser Aspekt ist jedoch der kontroverseste bei der Diskussion, ob eine Handlung einer Diskriminierung gleichkommt oder nicht. Abgeklärt werden muss hierbei, ob es nicht Alternativen zu der gerechtfertigten nachteiligen Behandlung gibt, die das Ziel erreichen, ohne eine negative Auswirkung auf eine spezielle Gruppe zu haben. Gibt es Alternativen, so ist die Handlung nicht verhältnismässig, sprich diskriminierend."
Aus meiner Sicht gibt es mit 3G eine gleichwertige Alternative zu 2G.

MDR-Team vor 3 Tagen

Hallo Lok, dass es solidarische Beiträge in dieser Form gibt, ist kein neues Konzept. Ähnliches findet sich bei Steuern oder den Beiträgen der Krankenkasse. In diesem Fall von Diskriminierung zu sprechen, können wir nicht nachvollziehen. Die Regelungen sind auf Grundlage des Infektionsschutzgesetztes erstellt worden und sollen einen Schutzbeitrag leisten. Es ist und bleibt einem jedem selbst überlassen, ob eine Impfung in Frage kommt - doch bei den derzeitigen Inzidenzen und Auslastungen der Krankenhäuser ist es schwierig zu fordern, dennoch an allen gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen zu können. Das gibt die derzeitige Lage leider noch nicht her. Eine derartige Protest-Aktion durchzuführen ist und bleibt dabei natürlich ebenfalls gutes Recht.
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion