Fußball | 3. Liga CFC-Spielbetrieb nicht in Gefahr

Der Chemnitzer FC befindet sich inmitten turbulenter Wochen. Am Dienstag hat sich Insovenzverwalter Klaus Siemon über die aktuelle Situation geäußert. Der Spielbetrieb ist seiner Aussage nach nicht gefährdet. Der Insolvenzantrag sei in erster Linie durch einen Vertrag mit einem Vermarkter verursacht worden.

Durch die Insolvenzgeldvorfinanzierung sei zunächst sichergestellt, dass der Spiel- und Geschäftsbetrieb fortgesetzt werden kann. Meldungen, wonach externe Dienstleister ihr Geld im Vorfeld haben wollten und damit das Spiel am Sonntag gegen Preußen Münster auf der Kippe stehen könnte, erteilte Klaus Siemon eine Absage. "Das stimmt nicht. Wir haben eine ähnliche Situation schon vor dem Spiel gegen Meppen gehabt und ich habe den Dienstleistern versichert, dass sie ihr Geld bekommen", erklärte er vor dem MDR-Mikrofon.

Spielbetrieb auch in der Regionalliga nicht gefährdet

Für den Chemnitzer FC beginnt nun die Zeit des Wartens und Hoffens. Laut Siemon ist der Zeitplan so, dass Anfang Juli das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Ende August soll es dann zur Gläubigerversammlung kommen. Bis Ende Oktober könne der Insolvenzplan ausgearbeitet werden. "Wenn das positiv verläuft, könnte es so sein, dass wir November oder Dezember 2018 wieder aus dem Verfahren raus sind", so Siemon. Dafür muss der Verein für die Gläubigerversammlung ein vermittelbares Konzept entwickeln. "Dann müssen wir mit den Gläubigern reden und ich bin zuversichtlich, dass wir zu einem vernünftigen Ergebnis kommen", so der 59-Jährige.

Auswirkungen auf die Teilnahme an der Regionalliga in der kommenden Saison soll das laufende Verfahren aber nicht haben. "Wir werden versuchen, ein Konzept auf die Beine zu stellen, dass es sichergestellt ist, dass die Saison 2018/19 ordnungsgemäß stattfindet", erklärte er weiter. An einer neuen Mannschaft bastelt im Hintergrund bereits Steffen Ziffert. Doch ist er kommende Saison überhaupt noch an Bord? Siemon betonte, dass die sportliche und kaufmännische Leitung verknüpft werden muss. Heißt: Statt Sportchef und kaufmännischem Leiter könnte es eine Stelle geben, die sich Sportmanager nennt. Wer diese besetzt, wurde nicht bekannt. "Über Namen sprechen wir nicht", sagte Siemon.

Auߟenansicht der community4you Arena in Chemnitz.
Auߟenansicht der community4you Arena in Chemnitz. Bildrechte: IMAGO

Vertrag mit Infront belastet Chemnitzer Finanzen

Über den genauen Schuldenstand kann der Insolvenzverwalter aktuell keine Aussagen machen. Die genaue Summe werde dann im Bericht zur Gläubigerversammlung stehen. Als Ursache dafür, dass die "Himmelblauen" so tiefrote Zahlen geschrieben haben, sieht Siemon auch das Vertragsverhältnis mit dem Vermarkter Infront. Dadurch sei der Chemnitzer FC in seiner "rechtlichen und wirtschaftlichen Handlungsfreiheit sehr stark eingeschränkt gewesen". Aus dieser Situation habe sich der CFC nicht lösen können, zumal das Vertragsverhältnis ungewöhnlich lange bis zum Juni 2032 geschlossen war. "Das hat letztlich zum Insolvenzantrag geführt", so Siemon. Zudem werde der Verein juristisch prüfen, ob er rechtliche Ansprüche gegen den Vermarkter erhebt.

Den aufgeblähten Kader und das neue Stadion sieht Siemon hingegen nicht als Grund für die Verschuldung. "Das Budget zu Beginn der Saison hätte eigentlich für Stadion und Kader reichen sollen. Ich bin der Auffassung, dass die Einnahmen nicht ausreichend waren und deshalb konnte es nicht abgedeckt werden", sagte Siemon.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 24. April 2018 | 19:30 Uhr

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17 Kommentare

27.04.2018 16:47 XXX 17

@16
Du erwartest darauf keine ernsthafte Antwort, oder?

26.04.2018 23:36 FCC Crimmitschau 16

@Nr.15 Euer Medizinmann?

26.04.2018 20:17 XXX 15

@13
Wer hat den Vertrag mit Infront abgeschlossen?

26.04.2018 19:54 Gerdl66 14

@13
Weil im Vertrag absolute Geheimhaltung und kein Zugang für dritte vereinbart wurde! Wie sollte dann der Vorstand damit an die Öffentlichkeit gehen?!

26.04.2018 15:46 FCC Crimmitschau 13

@XXX Dann noch mal "für einfach gestrickte Bürger": Warum hat der alte CFC-Vorstand diese (angeblichen) Machenschaften von Infront nicht öffentlich angeprangert?

26.04.2018 14:12 XXX 12

@11 FCC Crimmitschau
Behaupte ich das irgendwo?
Ich versuche Hasenleder zu erläutern, wie die Aussage von Herrn Siemon gemeint ist.
Soweit mir bekannt ist, wollte der jetzige Vorstand auch ohne Insolvenz versuchen, aus dem Vertrag mit Infront zu kommen.

26.04.2018 11:50 FCC Crimmitschau 11

@XXX Und das ganze hat erst der Herr Siemon rausbekommen und jetzt veröffentlicht???
Klingt irgendwie wenig glaubwürdig...

25.04.2018 17:20 Gerdl66 10

Das sollte dir nicht jemand erklären, sondern der Hänel. Ich habe vor einem Jahr schon einige Details zu diesem Thema hier geschrieben, wurde aber als unglaubwürdig abgetan. Sagen wir mal so, ich bin ein sehr gut informierter Fan dem den Club am Herzen liegt.
Hänel, Beutel und deren Gefolge sind die Totengräber des Vereins!

25.04.2018 14:58 oppie 9

Infront eine Heuschrecke in dieser Branche . Wie man da bis 2032 einen Vertrag abschließen kann ,muss mir mal jemand erklären .

25.04.2018 14:27 XXX 8

@Hasenleder
Vom Vermarkter Infront wurden 4 Mio Euro als Einnahmen zugesagt. Diese wurden als Budget für die Saison eingeplant. Aus welchem Grund auch immer, hat Infront die zugesagten Einnahmen nicht erbracht. Dem Zufolge fehlt dem CFC das Geld, das eingeplant war.
Man könnte es für einfach gestrickte Bürger etwa so formulieren:
Laut Arbeitsvertrag stehen Dir 2000€ monatlich zu. Damit planst Du Deine Ausgaben wie Miete, Auto Finanzierung usw.. Dein Arbeitgeber zahlt Dir aber nur 1000€ im Monat. Ergo reichen Deine Einnahmen nicht aus,um Deine Kosten zu decken. Also meldest Du Privatinsolvenz an.
Ich hoffe, ich konnte Dir helfen, die Aussage von Herrn Siemon zu verstehen.