Sport | Jahresrückblick | April | Fußball | 3. Liga und Regionalliga Rückblick: 3. Liga und Regionalliga streiten um die Saison-Fortsetzung

Ein Monat - eine Meldung. Für unseren Rückblick auf 2020 haben wir uns zwölf Sport-Themen des Jahres herausgesucht. Im April: 3. Liga und Regionalliga streiten um die Saison-Fortsetzung.

Jens Rauschenbach (Präsident Hallescher FC)
Bildrechte: mago images/Christian Schroedter

Während die Fußball-Bundesliga und die 2. Liga sich mit Geisterspielen arrangieren konnten, weil sie auf die hohen Medien-Erlöse angewiesen waren, entbrannten in den Klassen darunter in Streit, wie es in der Corona-Zeit weitergehen sollte.

Nützen uns Geisterspiele etwas oder nicht? Sorgen sie für ein sportliches Ende der Saison und bringen die Sponsoren wenigstens via TV, Computer und Smartphone auf die Bildschirme? Oder verursachen diese vor allem Kosten und belasten den angespannten Etat nur noch mehr? Und was ist mit Hygienekonzepten? Sind sie so gut umzusetzen wie in der 1. und 2. Liga?

Vor allem in der 3. Liga entwickelte sich ein heftiges Ringen um das weitere Vorgehen. Magdeburg, Zwickau, Halle und Jena waren klar für den Abbruch. Als Mitglied des offiziellen Drittliga-Ausschusses des DFB hatte die Stimme von FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik besonderes Gewicht. Am 17. April positionierten sich acht Vereine und veröffentlichten ein Positonspapier. Darunter waren mit dem Quartett FCM, FSV, HFC und FCC sowie dem Chemnitzer FC alle mitteldeutschen Teams. Dazu kamen der SV Waldhof Mannheim, Preußen Münster und die SG Sonnenhof Großaspach. Acht von 20 Klubs. Sie sprachen sich dafür ein, den Aufstieg zuzulassen und den Abstieg auszusetzen.

Widerstand kam vor allem aus Bayern, Klubs wie 1860 München, der FC Ingolstadt, die Würzburger Kickers oder Unterhaching waren für eine Fortsetzung, auch mit Geisterspielen. Der DFB hatte bereits früh entschieden, bei Insolvenzen auf Punktabzüge zu verzichten. Der finanziell schon seit Jahren auf Kante genähte Ex-Meister 1. FC Kaiserslautern nutzte dieses Schlupfloch.

10:8 für Fortsetzung

Am 27. April stimmten die 20 Vereine ab: Zehn Klubs, darunter nun auch der Chemnitzer FC, der sportliche Gründe anführte, waren für die Beendigung, acht, darunter jetzt der MSV Duisburg, für einen Abbruch. Kaiserslautern und Meppen enthielten sich der Stimme. Der Chef des DFB-Drittliga-Ausschusses, Tom Eilers (Darmstadt), sprach von einem "Meinungsbild". Eine Entscheidung bedeutete dies noch nicht.

DFB-Präsidium entscheidet für Fortsetzung

Nach vielen Diskussionen teilte der Deutsche Fußball-Bund dann am 20. Mai mit, dass die Drittliga-Saison am 30. Mai mit Geisterspielen fortgesetzt wird. Zuvor hatte das Präsidium diese Entscheidung getroffen: "Die bevorstehende Rückkehr in den bundesweiten Spielbetrieb der 3. Liga erfolgt unter Berücksichtigung der politischen Verfügungslagen", hieß es. Bis zum 4. Juli sollte die Spielzeit beendet werden. Es gibt nur englische Wochen. Die Spieltage 28 bis 38 waren noch zu absolvieren.

Juristisch entschieden wurde es dann fünf Tage später am 25. Mai: Auf einem virtuellen, großen DFB-Bundestag votierten die Delegierten für eine Fortsetzung der Saison. Und so ging es Ende Mai dann mit Geisterspielen weiter.

Regionalliga Nordost abgebrochen - Lok spielt um den Aufstieg

In der Regionalliga ging es vergleichsweise ruhig zu. Schnell zeichnete sich eine Mehrheit für den Saisonabbruch ab. Ohne Absteiger, worüber sich der Bischofswerdaer FV freute. Diskussionen gab es über den Aufstiegskandidaten: Lok Leipzig wurde es dank der Quotientenregelung. Die Blau-Gelben waren hinter der VSG Altglienicke punktgleich Zweiter, hatten aber auch ein Spiel weniger absolviert. Die Insolvenz von RW Erfurt sorgte für eine schiefe Tabelle.

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 13. Mai 2020 | 19:30 Uhr

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