Fußball | 3. Liga Abbrennen von Pyro: FC Carl Zeiss Jena scheitert mit Klage vor OLG Frankfurt

Carl Zeiss Jena ist mit einer Klage gegen den DFB vor dem OLG Frankfurt gescheitert. Die Haftung eines Fußballvereins für das Abbrennen von Pyrotechnik durch seine Fans verstoße nicht gegen allgemeine Grundsätze der öffentlichen Ordnung.

Fahne FC Carl Zeiss Jena
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Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena ist mit einer Klage gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor dem Oberlandesgericht Frankfurt/Main gescheitert. Das OLG entschied am Dienstag, dass die Haftung eines Fußballvereins für das Abbrennen von Pyrotechnik seiner Anhänger nicht gegen allgemeine Grundsätze der öffentlichen Ordnung verstoße und beschloss, den Schiedsspruch des Ständigen Schiedsgerichts des DFB nicht aufzuheben. Gleichzeitig bestätigte das Gericht die Zuständigkeit des DFB-Schiedsgerichts und die Gültigkeit des Urteils. Jena kann noch Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen.

Jenaer Klage gegen 25.000 Euro Geldstrafe

Jena hatte gegen eine vom DFB-Schiedsgericht verhängte Geldstrafe geklagt. Der Club war im Sommer 2018 wegen des Abbrennens pyrotechnischer Gegenstände bei drei Spielen im Jenaer Fanblock mit einer Geldstrafe in Höhe von knapp 25.000 Euro belegt worden. Der Club blieb mit einer Berufung beim DFB-Bundesgericht erfolglos und erhob deshalb Klage gegen den DFB vor dem Ständigen Schiedsgericht für die 3. Liga. Er wollte feststellen lassen, dass der Schiedsvertrag zwischen den Parteien unwirksam sei. Das Schiedsgericht wies diesen Antrag ab, weshalb Jena vor das Oberlandesgericht Frankfurt/Main zog. Das OLG stellte jedoch fest, dass die Parteien wirksam eine Schiedsgerichtsvereinbarung getroffen hätten.

Das Ständige Schiedsgericht für die 3. Liga sei ein echtes Schiedsgericht, so dass der Rechtsweg zu den ordentlichen Gerichten wirksam ausgeschlossen worden sei.

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dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 23. Juni 2020 | 17:40 Uhr

6 Kommentare

B.S.B. vor 1 Wochen

O.k.,die Gefährlichkeit streitet niemand ab,aber der Tatbestand lautet ja,dass der Verein zu wenig für die Einhaltung des Verbotes getan hat; das bestreiten die FCC-Verantwortlichen,auch mit dem Argument,dass es der DFB noch nicht einmal selber schafft,bei seinem Pokalfinale,sowas zu unterbinden.Da wird aber bei der Argumentation in keinster Weise darauf eingegangen! Das kann es natürlich auch nicht sein,oder ??

SitBull vor 1 Wochen

Braucht man echt Pyro um Happy zu sein? Ok, mit Ü20 fand ich dies vielleicht auch cool. Ich für meinen Teil habe mir zu DDR-Zeiten mit diesen Pyro-Fackeln (Schwefel-Zeug) einen Haufen Klamotten verbrannt. Ist gefährlich, deswegen bin ich dagegen. Wenn es legal ist, wird es immer Chaoten geben, die das in benachbarte Blocks mit Kinder und Familien schmeißen. Das kann man nicht verhindern. Da ist doch besser, wenn die Rostocker z. B. nur mit Fisch schmeißen. Hätte eigentlich eine Reaktion von Jena mit Thüringer Klößen erwartet.
Pyro beim Pokalfinale möglich? Statt Zuschauer? Schräg!
Was spricht gegen eine Beteiligung der Fangruppen an den Kosten der Pyro? Zu Teuer? Naja, mit dem Geld werden vielleicht auch soziale Projekte vom DFB finanziert, z. B. Pyro beim Pokalfinale :-)

B.S.B. vor 1 Wochen

Dann erkläre mir mal,warum beim DFB-Pokalfinale, wo ja dieser Skandalverband Veranstalter ist,das Pyro ohne Bestrafung uneingeschränkt möglich ist? Warum muss man sich in diesem Land alles gefallen lassen? Das ist auch der Grund,warum in diesem Land der Unmut wächst und wächst und....