Fußball | 3. Liga Kallnik-Konzept zur Zukunft der 3. Liga: Saisonabbruch und Liga-Aufstockung

Der 1. FC Magdeburg kämpft weiter um den Saisonabbruch der 3. Liga. Geschäftsführer Kallnik hat im MDR ein Konzept für das Szenario vorgestellt. Absteigen müsste demnach niemand, dafür würden alle Regionalliga-Meister aufsteigen.

Sachsen

FCM-Geschäftsführer Kallnik im Interview 22 min
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Sa 09.05.2020 15:51Uhr 21:58 min

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Saisonabbruch, Liga-Aufstockung, Neustart mit Geisterspielen im September und Erhalt der Eingleisigkeit - in der teilweise hitzig geführten Diskussion um einen Neustart oder den Abbruch der Saison in der 3. Liga hat der 1. FC Magdeburg ein Konzept vorgestellt, das den Klubs das finanzielle Überleben und die wirtschaftliche Planungssicherheit geben soll.

Kallnik: "Man muss die Vereine schützen"

"Die Lösung soll sein: Man muss die Vereine schützen, man muss sie finanziell so schützen, dass sie am Ende überleben können", sagte FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik dem MDR. Fest steht für Kallnik, dass der vom DFB geplante Neustart der Liga am 26. Mai vielen Vereinen schaden würde. Für den FCM bezifferte der einstige Profi die zusätzlichen Kosten auf 740.000 Euro.

Kallnik-Konzept: Kein Absteiger – Regionalliga-Meister steigen auf

Von daher ist für Kallnik klar: "Es ist sinnvoll, jetzt den Spielbetrieb einzustellen, die Saison zum 30. Juni auslaufen zu lassen." Für den Aufstieg müsse der DFB eine Regelung finden ("Dafür liegen dem DFB mehrere Modelle vor"), absteigen solle aber kein Team. Stattdessen sollen aus der Regionalliga alle Meister aufsteigen dürfen. In der kommenden Saison würde die 3. Liga auf 25 Teams anwachsen, perspektivisch könne die 3. Liga aber mit 22 Teams spielen.

Kallnik plädiert für Aufstockung: 3. Liga mit 22 Teams

"Man sollte überlegen, ob das mit den 20 Mannschaften so in Stein gemeißelt ist. Vielleicht kann man zukünftig auf 22 Mannschaften gehen und nutzt nächste Jahr als Übergangsjahr", erklärt Kallnik und führt aus: "Ich muss in der kommenden Saison mehr Mannschaften absteigen lassen, komme dann aber genau auf 22 Drittliga-Mannshaften. Das heißt, alle Regionalliga-Meister können zukünftig aufsteigen. Dann hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Das ist viel Aufwand, man kann das aber über zwei Jahre strecken."

Zweigleisigkeit "wäre fatal"

Die vom Saarländischen Fußball-Verband angestoßene Zweigleisigkeit der 3. Liga lehnt Kallnik dagegen ab: "Das wäre für den deutschen Fußball fatal", sagt der 45-Jährige: "Die 3. Liga hat nachgewiesen, wozu sie imstande ist, nämlich junge Leute für die 1. Bundesliga zu produzieren. Das geht aber nur, weil die Leistungsdichte so hoch ist", begründet Kallnik.

Faktor Zeit spricht für Abbruch

Zurück zum Hier und Jetzt, zum FCM-Votum für einen vorzeitigen Saisonabbruch. Das entscheidende Argument für dieses Szenario sieht Kallnik im Faktor Zeit. Er denke dabei an eine "Saison ab 1. September, gut vorbereitet mit einem medizinischen Hygiene-Konzept. Der große Vorteil an diesem Szenario ist, dass wir besser planen können. Wir könnten es wirtschaftlicher gestalten auch ohne Zuschauer. Wir könnten es rentabler gestalten."

"Wir müssen Kosten sparen"

Argumenten, wonach auch im Herbst die für die 3. Liga so wichtigen Zuschauereinnahmen fehlen würden, entgegnet Kallnik mit dem Verweis auf die bessere Planungssicherheit und einer grundsätzlichen wirtschaftlichen Aussage: "Was die Finanzen anbelangt, werden wir nach der Krise nicht die Zeit von davor haben." Auch beim FCM werde es darum gehen, Kosten zu minimieren: "Wir werden weniger Einnahmen haben, da müssen wir schauen, wo wir Kosten sparen können. Die Hauptsäule sind die Personalkosten im Spielbetrieb." Noch liegen Vertragsgespräche beim FCM auf Eis, die Kicker müssen sich aber darauf einstellen, künftig deutlich weniger zu verdienen.

Konzept hinterlegt – "Noch keine Reaktion"

Dem Drittliga-Ausschuss des DFB hat Kallnik das im langen MDR-Interview ausgeführte Konzept für die Zukunft der 3. Liga bereits vorgelegt. "Ich habe den Vorschlag schriftlich hinterlegt. Reaktionen gab es aber noch keine."

Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 10. Mai 2020 | 19:30 Uhr

15 Kommentare

GEWY vor 23 Wochen

Na gut, dann mal Hosen runter. Wer hat dagegen gestimmt und wo steht, dass es eine Gegenstimme gegeben hat. Ich habe meine Info aus der Presse und das ist bis jetzt unwidersprochen. Substanzloses rumplappern ist zu wenig. Sie unterstellen Herrn Eilers doch, die Presse falsch informiert zu haben.

Alex. vor 23 Wochen

Ich kann mich mit dem Gedanken "Saisonabbruch" nicht anfreunden! Mich stört am meisten,dass dann Teams in der Liga bleiben,die eine -bisherige- Scheisssaison gespielt haben,sportlich schon abgestiegen sind,aber Dank Abbruch drinbleiben! Was hat Jena in dieser Saison für einen Mist gespielt? Jena steht berechtigt da unten und soll dann doch weiter 3.Liga spielen? Alle Befürworter-ausser Mannheim- stecken im Keller und sind natürlich scharf drauf,dass abgebrochen wird:-Wo bleibt das sportliche? Sind die Befürworter nicht selbst dran Schuld,dass sie da stehen,wo sie jetzt stehen! Sollte es zum Abbruch kommen,dann mit Absteiger!

Tomsen vor 23 Wochen

Guter Vorschlag von Herrn Kallnik, aber nichts neues, sondern nur wieder aufgewärmt. Aber immer noch besser als das was der DFB sagt.
Hier sollte dringend vor Gericht gezogen werden, da von Seiten des DFB klar und deutlich eine Wettbewerbsverzerrung angedeutet und wahrscheinlich auch realisiert wird. Wenn bestimmte Mannschaften schon seit Wochen trainieren dürfen und andere bis zur Wiederaufnahme am 25.5. nicht trainieren dürfen, wo ist das sinnvoll und gerecht. Und dann sollen die Mannschaften die später angefangen haben mit Training und zuhause nicht spielen dürfen auch noch woanders spielen...
Da wünscht man sich doch ein paar coronafälle in den Mannschaften die unbedingt spielen wollen. Mal sehen wie es dann weiter geht, weil das hat der DFB in seinem Konzept nicht durchdacht, wenn Mannschaften 2 Wochen in Quarantäne müssen während der englischen Wochen. Aber gerecht wäre es für die die eine Fortsetzung wünschen...