Fußball | 3. Liga Kallnik nimmt DFB in die Pflicht: "Zeitnah ein transparentes Bild verschaffen"

Ab Anfang Mai könnte der Ball wieder in den deutschen Stadien rollen. Vor allem die Vereine in der 1. und 2. Bundesliga würden diese Entscheidung mit Blick auf die TV-Gelder begrüßen. Anders sieht die Situation in der 3. Liga aus, weshalb FCM-Manager Mario Kallnik den DFB in die Pflicht nimmt.

Geschäftsführer Mario Kallnik 1. FC Magdeburg
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Vor einer Woche (31. März) gab die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bekannt, den Spielbetrieb in den beiden höchsten deutschen Fußball-Ligen, ab Anfang Mai wieder hochfahren zu wollen. Vorausgesetzt die Behörden geben dafür grünes Licht. Zuschauer, darüber sind sich mittlerweile wohl alle im Klaren, werden in den nächsten Wochen und Monaten aber keinen Zutritt zu den Stadien erhalten.

Drittligisten existenziell auf Zuschauereinnahmen angewiesen

Doch wie geht es in der 3. Liga weiter? Die Frage wirft bei allen Vereinen große Ungewissheit auf. So würde eine zeitgleiche Wiederaufnahme der Saison im Unterbau für die ohnehin schon wirtschaftlich angeschlagenen Klubs mit weiteren schweren finanziellen Einbußen einhergehen. Schließlich können die Drittligisten im Vergleich zu den 36 Vereinen der 1. und 2. Bundesliga nicht annähernd in dem Maße aus dem TV-Gelder-Topf schöpfen und sind daher existenziell auf ihre Zuschauereinnahmen angewiesen.  

Das Thema beschäftigt auch den 1. FC Magdeburg, weshalb Manager Mario Kallnik den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nun in die Pflicht nimmt. "Es wäre gut, wenn sich der DFB zeitnah ein ligaübergreifendes und transparentes Bild zum Thema 'Spiele ohne Zuschauer' für die Fortführung der Saison verschafft", so der 45-Jährige gegenüber der "Bild" (6. April).

Kallnik: Starke wirtschaftliche Beeinträchtigung durch Geisterspiele

Denn obwohl der FCM in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet hat, ist man auch in der Landeshauptstadt auf kurz oder lang auf die Zuschauererlöse angewiesen, wie Kallnik betont: "Die kalkulierten Zuschauereinnahmen betragen ca. 30 Prozent des Gesamtetats. Bis zum Ablauf der Saison würden Geisterspiele die wirtschaftliche Situation es 1. FC Magdeburg deutlich mehr belasten als es aktuell der Fall ist."

In der Frage, ob die Saison in der 3. Liga mit Geisterspielen regulär zu Ende gebracht werden soll, herrscht ein differenziertes Meinungsbild bei den Klubs. Vereine wie der FSV Zwickau haben sich bereits gegen eine solche Lösung ausgesprochen. Die Konkurrenz vom MSV Duisburg und dem FC Ingolstadt beispielsweise würde ein solches Szenario dagegen in Betracht ziehen. Auch in Magdeburg könnte man Geisterspiele grundsätzlich finanziell stemmen, doch eine Lösung des Problems sieht anders aus.

Wie entscheidet der DFB?

Ein konkretes Konzept für die Wiederaufnahme der Saison in der 3. Liga vor leeren Rängen, scheint zudem noch in weiter Ferne zu sein. Eine für alle Klubs zufriedenstellende Lösung wird es auch aufgrund der diversen wirtschaftlichen Ausgangslagen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geben. Daher darf nicht nur Kallnik gespannt sein, wie und vor allem wie zeitnah der DFB Klarheit in die aktuelle Situation bringen will.      

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cjs

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. April 2020 | 19:30 Uhr