Fußball | 3. Liga KFC Uerdingen meldet Insolvenz an

Was viele nach dem angekündigten Ausstieg von Investor Mikhail Ponomarev befürchteten, ist eingetreten: Der KFC Uerdingen hat Insolvenz angemeldet. Damit einher gehen drei Punkte Abzug und eine Ausdünnung der Mannschaft.

Stefan Krämer Cheftrainer Uerdingen mit Präsident Mikhail Ponomarev
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Fußball-Drittligist KFC Uerdingen hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung eingeleitet. "Nach langen und intensiven Überlegungen, wie wir die aktuellen Herausforderungen bestmöglich meistern können, halten wir diesen Schritt für die optimale Lösung, um die Zukunft des KFC Uerdingen zu sichern“, sagte Ex-Klubchef Mikhail Ponomarew, der sich am Saisonende auch als Investor zurückziehen wird. Bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden dem Verein drei Punkte abgezogen.

Unverständnis bei FCM-Coach Hoßmang

Damit profitiert der Traditionsverein von einer Corona-Ausnahmeregelung des DFB, wonach in dieser Saison nur drei statt der in den Statuten vorgesehenen neun Punkte abgezogen werden. Damit stehen die Uerdinger nach Punktabzug einen Zähler vom 1. FC Magdeburg, dessen Trainer Thomas Hoßmang wenig Verständnis für diese Regelung hat. "Ich kann es nicht verstehen, dass Lizenzierungen passieren und am Ende solche Sachen geschehen. Es kann nicht sein, dass man weiterspielt und Gehälter nicht bezahlen kann", sagte Hoßmang und forderte für insolvente Vereine "den Abstieg".

Abstieg in die Regionalliga droht

Uerdingen versucht derweil mit einem ausgedünnten Kader die Saison zu Ende zu spielen. Der bisherige Investor  Ponomarew zieht sich im Sommer zurück. Unter seiner Ägide hatte Uerdingen zwei Aufstiege in Folge geschafft und sich im nunmehr dritten Jahr zu einer festen Größe in der 3. Liga gemausert. Jetzt der Absturz: "Meiner Meinung nach muss es zurück in die Regionalliga gehen", hatte der 47-Jährige bereits vergangene Woche erklärt. Sollte kein neuer Investor gefunden, würde der KFC höchstwahrscheinlich keine Lizenz für die neue Drittliga-Saison beantragen und dann als erster Absteiger feststehen.

dpa/red

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. Januar 2021 | 17:45 Uhr

20 Kommentare

Heinz K. vor 5 Wochen

Für solche Konstrukte, wie der KFC in der Gegenwart ( !) , ist es schade um jeden Gedanken. So etwas , mit solchen Leitfiguren, will und braucht niemand. Schade um diesen Traditionsverein. Aber heutzutage leider kein Einzelfall.

wolle010 vor 5 Wochen

Sie haben schon Recht, trotzdem bleibt der entscheidende Unterschied zwischen Sponsor und Investor. Waehrend man bei einem Investor das zu machen hat, was der will, hat ein Club bei einem Sponsor immer noch das Entscheidungsrecht.
Der Club kann den Sponsor rauswerfen und durch andere ersetzen. Das koennen sie aber beim Investor nicht.
Deshalb, wer beim Investor insolvent geht, hat kaum Chancen das zu verhindern. Wer beim Sponsor insolvent geht hat entweder einfach grosses Pech weil er kein Ersatz findet oder ist unfaehig fuer diesen Job.

Norbert B. vor 5 Wochen

Da muß ich Sie jetzt aber doch mal Korrigieren: In DIESER Saison gibt es KEINE neun Punkte Abzug bei Insolvenz, sondern nur DREI. Im April 2020 beschloß der DFB unter anderem bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in der laufenden Saison (also 2019/20) KEINE und in der der kommenden (also die derzeit laufende, 2020/21) lediglich DREI Punkte abzuziehen. Begründet wurde dies mit den finanziellen Folgen der Coronakriese. Zwischen einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung oder einem sog. ordentlichem Insolvenzverfahren wird dabei nicht unterschieden.