Fußball | 3. Liga Krise beim HFC: Was ist los beim einstigen Tabellenführer?

Das blamable Ausscheiden im FSA-Pokal am Dienstagabend gegen den abstiegsbedrohten Regionalligisten Germania Halberstadt (1:2 n.V.) war der Gipfel, der seit Monaten anhaltenden sportliche Krise des Halleschen FC. Der Druck auf die Verantwortlichen steigt. Die müssen jetzt schnelle Lösungen finden, um den einstigen Aufstiegskandidaten wieder in die Spur zu bringen.

von Max Beuthner

Dabei begann die Saison für die Saalestädter zunächst erfolgsversprechend. Der HFC gewann von den ersten fünf Saisonspielen drei und spielte sich Ende August in einen Rausch. In der bis dato stärksten Saisonphase blieb man an acht aufeinanderfolgenden Spieltagen ungeschlagen (vier Siege, vier Unentschieden), schoss 21 der insgesamt 38 Saisontore, eroberte Tabellenplatz eins und galt als einer der absoluten Favoriten auf den Aufstieg in die zweite Bundesliga. Kurz gesagt: Es lief einfach beim Halleschen FC.

Torsten Ziegner 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mi 05.02.2020 12:23Uhr 00:40 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-379768.html

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Die Vertragsverlängerung mit Coach Torsten Ziegner bis 2021 Anfang November war die logische Konsequenz. Der Weg für eine erfolgreiche Saison, an dessen Ende im besten Fall der Aufstieg in die zweite Bundesliga stehen sollte, schien geebnet.

Der Absturz des Tabellenführers

Terrence Boyd HFC trifft nur die Latte
Bezeichnend: Terrence Boyd trifft nur die Latte. Bildrechte: imago images/VIADATA

Doch dann kam alles anders. Am 14. Spieltag riss die Ungeschlagen-Serie mit einer bitteren 0:1 Niederlage im Derby gegen Magdeburg. Eine Woche später verlor der HFC gegen die Münchner Löwen (0:1). Zwar kam die Mannschaft schon kurz darauf zu neuen Kräften und schlug erst den FC Carl Zeiss Jena (3:0), und dann sogar den jetzigen Tabellenführer aus Duisburg.

Was allerdings seitdem mit der Mannschaft passiert ist, bereitet sicherlich allen Beteiligten reichlich Kopfzerbrechen. Seit dem knappen 1:0-Erfolg gegen den MSV Duisburg Ende November vergangenen Jahres wartet man in Halle vergeblich auf einen Sieg, verlor vier der letzten fünf Ligaspiele und ist auf Rang sieben abgerutscht.

Niederlage in Halberstadt neuer Tiefpunkt

Die Krönung der Hallenser Ergebniskrise war das Aus im Viertelfinale des Sachsen-Anhalt-Pokals. Ein Klassenunterschied war dabei in keiner Phase der 120 Minuten zu sehen. Die Mannschaft agierte in allen Bereichen fahrlässig und fand laut Trainer Ziegner nie die richtige "Einstellung zum Spiel". Man spielte zu lethargisch, vergeigte mehrere Sicherheitspässe in der Defensive und öffnete den nur auf Konter lauernden Halberstädtern somit Tür und Tor. Gleichzeitig ging man erneut viel zu fahrlässig mit den eigenen Chancen um. Sinnbildlich hierfür eine Aktion von Stürmer Terrence Boyd, der nur wenige Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit Halberstadt-Keeper Florian Sowade bereits geschlagen hatte und in der Folge am Außenpfosten scheiterte.

Torsten Ziegner
Torsten Ziegner hofft auf bessere Zeiten. Bildrechte: imago images / VIADATA

Der HFC hat Potential

Die Probleme, die den HFC derzeit so stark kränken, sind dabei vielschichtig und keinesfalls an einzelnen Mannschaftsabschnitten oder gar Spielern festzumachen. Das hat die Partie gegen Halberstadt noch einmal eindrücklich verdeutlicht. Vielmehr scheinen die Probleme tiefgreifender zu sein. Diese sollte Trainer Ziegner nun schnellstmöglich an der Wurzel packen, um seine Mannschaft aus dieser, wie er sagt, "Scheiß-Phase" herauszuziehen. Dass er das Zeug hat, das zu leisten und dass auch die Mannschaft die Qualität besitzt, um die vorderen Plätze mitzukämpfen, hat sie in der Anfangsphase  der Saison eindrucksvoll bewiesen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 05. Februar 2020 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2020, 15:44 Uhr

Ergebnisse des Viertelfinals