Fußball | 3. Liga Münster-Spiel: HFC zieht vor das DFB-Bundesgericht

Nach dem vom DFB-Sportgericht erneut zurückgewiesenen Einspruch des Halleschen FC gegen die Wertung der Münster-Partie ziehen die Saalestädter nun vor das Bundesgericht des Verbandes.

Ralf Heskamp, Torsten Ziegner und Jens Rauschenbach
HFC-Sportdirektor Ralf Heskamp, Cheftrainer Torsten Ziegner und Präsident Jens Rauschenbach. Bildrechte: imago images/VIADATA

Die Verantwortlichen des Halleschen FC geben sich mit dem zweimal für sie negativ beschiedenen Urteil des DFB-Sportgerichtes nicht zufrieden und legen erneut Einspruch gegen die Wertung des Heimduells gegen Preußen Münster ein. Das teilte der derzeitige Tabellendritte der 3. Liga am Sonntagnachmittag (24. November) mit. Damit geht der Fall vor das DFB-Bundesgericht unter Vorsitz von Achim Späth - die letztmögliche Instanz des Verbandes.

Heskamp: "Unzufrieden mit der mündlichen Begründung"

"Wir sind nicht zufrieden mit den Argumenten aus der mündlichen Begründung des DFB", erläuterte HFC-Sportdirektor Ralf Heskamp am Sonntag im Gespräch mit mdr.de und ergänzte: "Wie heißt es so schön - auf hoher See und vor Gericht weiß man nie, was passiert. Aber wir halten den Einspruch für keineswegs aussichtslos und sind weiterhin von unserer Bewertung der Dinge überzeugt."

Ehe es zu einer Verhandlung kommt, müssen die Sportrichter im nächsten Schritt zunächst eine schriftliche Begründung ihres bis dato mündlichen Urteils liefern.

Das Hallenser Wechseltheater 3 min
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Sport im Osten Sa 21.09.2019 16:30Uhr 02:40 min

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Was war passiert?

Beim 2:2 gegen Münster am 21. September hatte Schiedsrichter Michael Bacher aus Sicht der Hallenser einen Regelverstoß begangen, der das Endergebnis maßgeblich beeinflusste. Der Unparteiische hatte beim Stand von 2:1 in der 83. Minute bei zeitgleichen Wechseln auf HFC- und auf Preußen-Seite irrtümlicherweise den Hallenser Pascal Sohm vom Rasen geschickt, der aber gar nicht ausgewechselt werden sollte. Sekunden später fiel der zweite Treffer für Münster.

Nach der mündlichen Verhandlung am vergangenen Montag (18. November) hatte der 54-jährige Heskamp mdr.de gesagt: Die Sportrichter hätten "schon zugegeben, dass sie unseren Unmut verstehen können, die Situation bedauerlich ist und auch sie ein mulmiges Gefühl haben. Der Schiedsrichter hat in dieser Situation nicht mit aller Sorgfalt entschieden, aber für sie ist die Tatsachenentscheidung nicht anfechtbar – weil in dieser Szene auch von uns elf Spieler auf dem Platz standen. Allerdings wollte unser Spieler Jan Washausen gerade vom Feld und war nicht mehr an der Aktion beteiligt."

Das Logo des DFB an der DFB-Zentrale in Frankfurt
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Oberholz: "Tatsachenentscheidung nicht anfechtbar"

"Wir haben auch heute insbesondere nach der klaren Aussage des Schiedsrichters Michael Bacher keinen Regelverstoß feststellen können", hatte Stephan Oberholz, stellvertretender Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, Anfang der Woche gesagt. "Der Unmut und das Unverständnis der Hallenser über den missglückten Spielerwechsel sind für uns menschlich nachvollziehbar. Aber die Tatsachenentscheidungen des Unparteiischen, die in diesem Fall vorliegen, sind grundsätzlich nicht anfechtbar."

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mhe

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 18. November 2019 | 16:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. November 2019, 15:40 Uhr

8 Kommentare

Schnibbler vor 12 Wochen

nicht dass ich den dfb und seine urteile in schutz nehmen will...
was genau wirft der hfc dem schiedsrichter denn vor? was heißt "er hat ihn vom platz geschickt"?
das kann er ja im sinne des wortes nur wirklich wenn er rot gibt... ansonsten hat bacher herrn sohm wohl eher daran erinnert im auswechselfall den platz so schnell als möglich auf dem kürzestens weg zu verlassen, auch erstmal richtig bis dahin weil er die rückennummer des vorherigen münster-wechsels noch gesehen hat und nicht die von boyd.
aber >> wenn sich alle doch im klaren waren und auch herr bacher das hätte sein sollen das sohm nicht gemeint war: warum hat sohm nicht direkt auf dem platz gesagt er soll nicht ausgewechselt werden? wenn selbst die hfc-spieler und -verantwortlichen hier offenbar den überblick verloren haben erklärt sich mir nicht wirklich weshalb der schiri dann noch alles im bilde haben sollte...

Fritz74 vor 12 Wochen

dem Vorschlag zum Wiederanpfiff beim Stande von 2-1 und auch den Beiträgen der Vorkommentatoren kann ich mich nur anschließen.

Zieht das bitte durch bis zum bitteren Ende !!!

Entgegen aller geringen Aussichten für den HFC in diesem Berufungsverfahren, drücke ich den Süd-Anhaltinern trotzdem mal im Sinne eines "gleichberechtigten Fussballsport" in ganz Deutschland die Daumen !!

BWG

Dynamo vor 12 Wochen

Jeder kennt doch bestimmt den Spruch: "Wer sich nicht wehrt, der hat schon verloren" Also HFC, lasst euch nicht einschüchtern von diesen DFB-Funktionären. Was Recht ist, muss Recht bleiben. Der DFB redet immer von Fairness, aber deren Funktionäre sehen nur das Geld, nicht die Gerechtigkeit.
Dynamische Grüße 24.11.2019, 20:14