Fußball | 3. Liga DFB will Drittliga-Neustart Ende Mai

Die Klubs waren gespalten, die Gegner des Plans lautstark - der Deutsche Fußball-Bund hat nun aber erstmal Fakten geschaffen: Die 3. Liga soll schon bald dem Vorbild der beiden Bundesligen folgen und den Betrieb am 26. Mai mit Geisterspielen wiederaufnehmen. Voraussetzung ist die Genehmigung durch die Behörden.

Logo der 3. Liga auf einer Mauer mit Riss
Bildrechte: Collage: DFB / Colourbox.de / MDR

Der neue Rahmenterminplan sieht vor, dass die verbleibenden elf Spieltage mit fünf Englischen Wochen absolviert werden, sodass die Saison am 30. Juni endet. Die beiden Relegationsspiele zwischen dem Drittplatzierten der 3. Liga und dem Tabellen-16. der 2. Bundesliga würden sich laut der aktuellen Planungen bis 7. Juli anschließen.

DFB-Logo 2 min
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MDR aktuell 17:45 Uhr Mo 11.05.2020 17:45Uhr 01:37 min

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"Sportliche Entscheidung soll auf Spielfeld fallen"

"Wir würden uns freuen, ab 26. Mai wieder unseren Beruf im Spielbetrieb ausüben zu können. Es sollte stets unser grundsätzliches Ansinnen sein, dass die sportlichen Entscheidungen auf dem Spielfeld fallen und nicht am grünen Tisch", sagte Tom Eilers, Vorsitzender des Drittliga-Ausschusses.

Hygienekonzept wie in Bundesligen

Der DFB hat ein nahezu identisches Hygienekonzept zur Deutschen Fußball Liga, die für die 1. und 2. Bundesliga bereits in der vergangenen Woche die politische Erlaubnis bekommen hatte. Nun erwartet der Verband auch für sein Liga-Premiumprodukt ein positives Signal.

Ärzte der mitteldeutschenTeams äußern sich kritisch

Die Zeit bis zum Wiederanpfiff dürfte jedoch alles andere als entspannt verlaufen. Mehrere Vereine beklagen, dass das Hygienekonzept nicht umsetzbar sei. So äußerten sich am Montag auch die Mannschaftsärzte der mitteldeutschen Vereine des FSV Zwickau, dem FC Carl Zeiss Jena, dem FFUSV Jena und dem 1. FC Magdeburg in einer gemeinsamen Erklärung kritisch über das Hygienekonzept. Demnach können die Ärzte wegen ihrer "nebenberuflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit nicht die Aufgabe des Hygienebeauftragten übernehmen. Ungeachtet dessen sind diese jedoch vertraglich dazu verpflichtet, den Spielbetrieb mit Anwesenheit auf dem Spielplatz abzusichern. Sie gehören somit zu dem Personenkreis, welcher unter die Regularien des Hygienemonitorings und den damit verbundenen Einschränkungen der persönlichen Freiheitsrechte fallen. Gleiches gilt auch für nicht hauptamtlich angestellte Physiotherapeuten und gegebenenfalls Mannschaftsbetreuer", hieß es in der Erklärung.

Washausen (HFC) kritisiert Zeitplan

Für Jan Washausen, Mittelfeldakteur vom Halleschen FC, ist der DFB-Plan für den Re-Start der 3. Liga äußerts ambitioniert. "Erstmal müssen wir ins Teamtraining einsteigen. Dann müssten die ganzen Hygienemaßnahmen noch umgesetzt werden (...) Da muss noch einiges passieren. Also ich glaube, der Zeitplan ist schon sehr, sehr eng gestrickt."

Unmut über neutrale Spielorte

Zudem sorgt der Plan des DFB, neutrale Spielorte zuzulassen, sollten einige Stadien gesperrt sein, für Unmut. Deshalb forderte Mannheims Geschäftsführer Markus Kompp beim Verband ein Votum unter den Clubs ein. "Ich habe eine neue Abstimmung beantragt. Ich sehe es nicht ein, dass der DFB die Saison auf Basis eines veralteten Meinungsbildes, aber unter neuen Rahmenbedingungen, Stichwort neutraler Spielort, fortsetzen will", sagte Kompp, der zudem höhere Kosten befürchtet: "Allein durch die Überlegung, die Spiele möglicherweise an einem neutralen Spielort auszutragen, ergibt sich eine neue Sachlage. Dadurch könnten nochmals Mehrkosten auf die Vereine zukommen, was beispielsweise Unterbringung oder Anreise angeht."

DFB-Pokal-Finale am 4. Juli

Die Halbfinals im DFB-Pokal, für die neben den Erstligisten Bayern München, Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen der Regionalligist 1. FC Saarbrücken qualifiziert ist, sollen am 9. und 10. Juni steigen. Das Finale würde am 4. Juli folgen.

red/dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 11. Mai 2020 | 19:30 Uhr

47 Kommentare

FSVFanMAIK vor 19 Wochen

Richtige Worte, wird aber nicht so kommen. So lange es Vereine gibt die koste es was es wolle den Aufstieg versuchen und es solche v
Vereine wie Chemnitz gibt. Kannst zusammenhalt vergessen. Man sieht ja das der DFB jetzt Landesregierung neben Vereine schon erpresst.

Seniorfan vor 19 Wochen

Der Ostfussball hat eine riesige Chance verpasst einmal gemeinsam aufzutreten und den selbstherrlichen Besserwissern einiger Clubs (Ingolstadt, 1860 als Hauptreiber) und im DFB die Grenzen aufzuzeigen. Aber was aus Rostock kommt ist Kuestennebel und aus Chemnitz nur peinlich. Der DFB bewegt sich im Bereich vorsätzlicher Körperverletzung und organisierter Wettbewerbsverzerrung. Kein Arbeitgeber konnte das seiner Berufsgenossenschaft vormachen. Also, nicht antreten, Spieler und Vereine schützen, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und Klage beim EHG.

FAN aus Bayern vor 19 Wochen

Ich bin täglich in der Arbeit und trage täglich einen Mund-Nase-Schutz wie auch viele andere. Werden es die Spieler auch tragen? Ach ja, ich dummer einfältiger Fan, dass wurde ja bereits als nicht machbar dargestellt und abgelehnt. Aber da du ja anscheinend zu den Leugnern des Virus und der Pandemie gehörst, trägst du sicher keinen derartigen Schutz und die Abstandsregeln sind für dich auch nicht bindend. Deine Aussagen finde ich einfach nur traurig.